Die Raiffeisenbank Regio Frick-Mettauertal kann auf ein erfreuliches Geschäftsergebnis im Jubiläumsjahr 2023 zurückblicken, wie Verwaltungsrat und Bankleitung an den Mitgliederanlässen vom Wochenende deutlich machten. Zudem kam das Publikum einmal mehr in Sachen Kulinarik und Unterhaltung auf seine Kosten.
SONJA FASLER
Das Zirkuszelt im Fricker Ebent war am Freitagabend mit dem Auftritt von «Erwin aus der Schweiz» komplett besetzt, zeitgleich fand in der Gansinger Turnhalle ein Mitgliederanlass mit Volksmusiker Schösu statt. Am Samstag ging in Frick nochmals mit Sänger Ritschi die Post ab, währenddem am Sonntag auch das jüngste Publikum auf seine Kosten kam: Rund 550 Kinder durften zusammen mit ihren Eltern ein Programm der «Schwiizergoofe» geniessen. Insgesamt kamen so über 2700 Leute aus der Region in den Genuss der Anlässe, die eine Mischung von Informationen über das vergangene und aktuelle Geschäftsjahr, Kulinarik sowie Unterhaltung darstellten.
Am Freitagabend in Frick waren es zwei Erwins, die einen Teil des Hauptprogramms bestritten. Während Erwin Schwarb ein letztes Mal als Verwaltungspräsident fungierte, sorgte «Erwin aus der Schweiz» mit einer gelungenen Mischung von Comedy und Zaubertricks für viele Lacher, rief aber auch ungläubiges Staunen hervor. Der scheinbar linkische Bünzli erwies sich als Multitalent, das es faustdick hinter den Ohren hat.
Die Raiffeisenbank Regio-Frick Mettauertal steht ihm da in nichts nach, wie die Verantwortlichen der Bank deutlich machten. «Wir konnten 2023 zum 100-Jahre-Jubiläum viele nachhaltige Projekte umsetzen», freute sich Verwaltungsratspräsident Erwin Schwarb.
«Wir stehen robust da»
Zum Geschäftsgang erklärte Bankleiter Marc Jäger: «Wir sind 2023 mit einem Prozent nicht so schnell gewachsen wie in den Vorjahren, doch mit Blick auf die Ertragsseite stehen wir sehr robust da.» Dass die Kundengelder um rund 40 Millionen Franken zugenommen haben, zeige das Vertrauen, das der Bank entgegengebracht werde. Immerhin ist die Zahl der Mitglieder per Ende Jahr auf 14 994 gewachsen. Dieses Jahr habe bereits das 15 000. Mitglied begrüsst werden können.
«Vertrauen und Sicherheit stehen bei uns im Fokus», erklärte Jäger in Anspielung auf den Untergang der Credit Suisse. Die Raiffeisenbank stehe mit 27 Prozent eigenen Mitteln sehr sicher da», versprach er und verwies darauf, dass der Raiffeisenbank-Verbund sich zusätzlich gegenseitig absichere. «Gute Erträge stehen steigenden Kosten für die Digitalisierung entgegen», erklärte Jäger mit Blick auf die aktuelle Entwicklung. Per Ende Jahr wuchs auch die Zahl der Mitarbeitenden von 80 auf 86. Die sechs Geschäftsstellen sollen laut dem Bankleiter weiterhin eine zentrale Rolle spielen und trotz veränderter Kundenbedürfnisse offen bleiben. «In 50 Prozent der Schalteranfragen geht es nicht mehr um Bargeldbeziehungen», gab er ein Beispiel. In Eiken, Stein, Herznach und Gipf-Oberfrick werde dies mit videogestützten Empfangs- und Schalterlösungen umgesetzt. «Ein grosser Schritt folgt im kommenden Sommer mit der neuen Raiffeisenbank-App», verriet Marc Jäger, der dies als «voll digitale Beziehungseröffnung» bezeichnete, bei dem alle Bankgeschäfte über Mobiltelefon oder PC mit Hilfe von Chat- und Videoberatung abgewickelt werden könnten. Damit stehe auch die Ablösung des bisherigen E-Bankings an. Als Hilfestellung lege die Geschätsstelle in Frick eine «Beratungsinsel» für E-Banking, Anlagebereich etc. an. Eine weitere Neuerung im Zusammenhang mit einer grösseren Statutenbereinigung ist, dass die Mitgliedschaft bei der Raiffeisenbank Frick-Mettauertal künftig nicht mehr abhängig vom Wohn- oder Arbeitsort ist. Zudem wird die Geschäftstätigkeit der Bank erweitert, beispielsweise auf Liegenschaftsvermietung oder Steuerberatung.
Die Raiffeisenbank-Werte würden weiterhin hochgehalten, betonte Jäger, seien 2023 doch 3,8 Millionen Franken in die Region zurückgeflossen. Auch die Mitglieder sollten weiterhin am Erfolg teilhaben, Mitgliederanlässe sollten künftig jedoch nur noch alle zwei Jahre stattfinden. Die Coupon-Aktion während der Corona-Zeit habe sich bewährt, sodass man entschieden habe, jedes zweite Jahr eine solche durchzuführen, die zudem auch jenen Mitgliedern zugute komme, die nicht an den Anlässen teilnehmen könnten und wollten, betonte er.
Wechsel im Verwaltungsrat
Dem Verwaltungsrat, der von sechs auf fünf Mitglieder schrumpft, stehen grössere Veränderungen bevor. Nach 18 Jahren nehmen Präsident Erwin Schwarb und Mitglied Oscar Elias den Hut, während Thomas Waldmeier neu das Präsidium übernimmt. Die beiden Abtretenden hielten eine kurze Rückschau auf die fast zwei Jahrzehnte. Als sie beide in Eiken anfingen, hatte die Bank eine Bilanzsumme von 250 Millionen, inzwischen sind es zwei Milliarden.