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Fricker Oberstufenschüler und -schülerinnen im Museum der Jakob Müller AG. Foto: zVg

Fricker Schüler dürfen spinnen und weben: Besuch im Textilmuseum Frick

(eing.) Fricker Schülerinnen und Schüler dürfen im Unterricht spinnen und weben. Sie erhielten im Textilmuseum der Firma Jakob Müller AG spannende Einblicke in die Geschichte der Industrialisierung.

Eine spannende Reise in die Vergangenheit erwartete die zehn achten Klassen der Oberstufe Frick, als sie vor Kurzem das Museum der Jakob Müller AG in Frick besuchten. Die Lernenden wurden von ehemaligen Mitarbeitern des Unternehmens empfangen und nahmen an einer 70-minütigen Führung teil, die ihnen die Geschichte des traditionsreichen Industrieunternehmens näherbrachte.
Der Besuch war Teil des Geschichtsunterrichts zur Industriellen Revolution und diente dazu, den Jugendlichen am Beispiel der Bandweberei die Ausbreitung der Industrie in der Nordwestschweiz und insbesondere im Fricktal zu veranschaulichen. Beleuchtet wurden die Anfänge der Industrie durch Immigranten, die wirtschaftliche Bedeutung der Bandweberei und die Entwicklung von Antriebstechnologien vom 18. Jahrhundert bis in die Neuzeit.

Nicht ausgeklammert wurden von den fachkundigen Museumsführern um Herrn Haslimeier auch die Schattenseiten der damaligen Zeit, z.B. lange Arbeitstage, Unfälle und Kinderarbeit. Die Lernenden erfuhren auch, wie sich die Rolle der Arbeitenden durch technologische Fortschritte wandelte und wie soziale Spannungen zwischen Arbeiterschaft und Kapitalgebern entstanden, als neue Maschinen Arbeitsplätze bedrohten.
Ein Highlight war dann die Vorführung historischer Webmaschinen, bei der die Schülerinnen und Schüler mitunter selbst Hand anlegen durften. Sie erfuhren durch Kurbeln an der Antriebsstange hautnah, wie anstrengend und auch eintönig die Arbeit an einer Bändelmühle war, und erlebten durch eigene Anschauung, wie die Einführung des halbautomatischen Jacquard-Webstuhls die Textilindustrie revolutionierte.
Der Besuch war gerade deshalb besonders lehrreich für die Jugendlichen, weil sie sich momentan intensiv mit ihrer Berufswahl beschäftigen. Sie konnten nun unmittelbar erfahren, welche lange Entwicklungszeit hinter einem erfolgreichen Unternehmen steckt und wie herausfordernd der Weg bis zur heutigen Zeit, in der Maschinen und Roboter uns viele Arbeiten erleichtern, war.

Bild: Fricker Oberstufenschüler und -schülerinnen im Museum der Jakob Müller AG. Foto: zVg