Die Dinos sind wieder da. Zwar nicht leibhaftig, sondern nur auf Papier, dafür mit Witz. «Dino-Cartoons» heisst die neue Sonderausstellung im Sauriermuseum in Frick – eine kleine, aber feine Schau, in der möglich wird, was eigentlich unmöglich ist.
PETER SCHÜTZ
Zum Beispiel das Aufeinandertreffen von Sauriern mit Menschen, denn beide Gattungen sind sich in echt nie begegnet. In der neuen
Sonderausstellung hingegen werden kuriose Szenen mit Vertretern beider Spezies vorgeführt, manchmal in nur einem Bild oder in zwei Bildern, manchmal in ganzen, Geschichten erzählenden Comics. In der Summe ergibt sich ein humorvoller Blick auf die Urzeitkreaturen, über die aufgrund von Fossilienfunden vieles bekannt, vieles aber auch unbekannt geblieben ist. Zum Beispiel die anatomische Eigenart des Raubsauriers T-Rex mit seinen kurzen Armen. Oder der pflanzenfressende Therizinosaurus mit seinen meterlangen Krallen. Riesige Halskrausen, mit Stacheln übersäte Körper, lange Hälse mit kleinen Köpfen, Flugsaurier so gross wie Sportflugzeuge und wer weiss, was noch alles.
Kleines Hirn, aber nicht dumm
«Wenn wir ehrlich sind, eigentlich ganz schön verrückt», bemerkte Museumsleiterin Andrea Oettl an der Ausstellungseröffnung vergangenen Freitag im Beisein vieler Interessierter. «Lange Zeit wurden Saurier als eher dumm angeschaut», sagte sie, «da das Hirn im Vergleich zum Körpervolumen meist recht klein war.» Aber: «Wir wissen unterdessen, dass Grösse allein nicht alles ist. Auch mit verhältnismässig kleinen Gehirnen waren Dinosaurier nicht einfach dumm», so Andrea Oettl. Wobei: Auf einem Cartoon sind zwei Saurier, weiblich und männlich, zu sehen, wie sie sich die Hände halten, während hinter ihnen ein Komet herabfällt – der eigentlich ihr Ende besiegelte. Doch die offenbar Verliebten verwechseln den Kometen mit einer Sternschnuppe und freuen sich, denn jetzt können sie sich etwas wünschen. Es muss aber nicht unbedingt das Gehirn allein schuld gewesen sein, denn manchmal macht schon allein die Liebe blind.
Neben den Cartoons, die aus ein bis zwei Bildern bestehen, enthält die Ausstellung Comics, in denen Dinosaurier vorkommen. «Nicht immer sind sie die Hauptdarsteller, aber zumindest die Rollenverteilung ist klar definiert», erklärte Andrea Oettl. Bedeutet: Scharfzahn, der Fleischfresser, ist grundsätzlich der Böse, Littlefoot und seine pflanzenfressenden Freunde verkörpern die liebenswerten, netten Charaktere – eine Einsicht, die auch in einem ausgestellten Globi-Abenteuer nachzusehen ist.
Fantasie anregen
Entwickelt hat die Schau das Sauriermuseum Aathal, Kanton Zürich. Andrea Oettl fand Gefallen daran und wollte sie an ihrer Wirkungsstätte in Frick in Teilen übernehmen. Es dauerte jedoch ein paar Jahre, bis ihr Wunsch in Erfüllung ging. René Kindlimann hat die Aufgabe, fast gleiche Inhalte anders zu präsentieren, mit kreativen Ideen gelöst. Davon konnten sich die ersten Gäste am Freitag überzeugen. Es gibt Vitrinen mit Dinowitzen, ein Dino-Spiel, das Büchlein «Mit Fricki auf Zeitreise». Den Kern der Ausstellung bilden fünf Schaukästen, in denen nach Themen geordnet Cartoons vorbeiziehen. Eine Dino-Sitzbank und farbige Comics in Glaswechselrahmen, unter anderem von Rainer Benz aus Frick, runden die Präsentation in dem Nebenraum ab. Unter den Gästen befanden sich am Freitag Fricks Gemeindeammann Daniel Suter, Gemeinderätin
Susanne Gmünder Bamert, Olivier Dinichert als Vertreter vom kantonalen Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) und Holger Czerwenka, Direktor Aargau Tourismus. Susanne Gmünder Bamert wies in ihrer Begrüssung auf Gemeinsamkeiten zwischen Comics und Saurierknochen hin: «Beides regt unsere Fantasie an.» Den Besuchern wünschte sie «viele herzhafte Lacher».
Das Sauriermuseum Frick ist an den Sonntagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. www.sauriermuseum-frick.ch