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«Wir wollen unsere Aufgabe als Genossenschaftsbank wahrnehmen und die Bancomaten weiter betreiben»: VR-Präsident Erwin Schwarb (links) und Bankleiter Marc Jäger vor dem Bancomaten in Frick.Foto: Sonja Fasler

Bancomat-Standorte bleiben: Die Raiffeisenbank Regio Frick-Mettauertal investiert in die Sicherheit

Aufgrund der aktuellen Bedrohungsanlage durch Sprengungen nahm die Raiffeisenbank Regio Frick-Mettauertal im November 2022 fünf Bancomaten ausser Betrieb. Nach intensiven Abklärungen ist klar: Die Bank hält an ihrem Bancomaten-Netz fest und investiert massiv in die Sicherheit, wie die Bankleitung am Montag informierte.
SONJA FASLER HÜBNER

Die Anschläge auf Bancomaten sind schweizweit ein Problem, mit dem sich auch die Raiffeisenbanken konfrontiert sehen. «Die Sprengungen verursachen nicht nur hohe Sachschäden, sondern stellen auch für Anwohner und Einsatzkräfte eine grosse Gefahr dar», machten Verwaltungsratspräsident Erwin Scharb und Marc Jäger, Vorsitzender der Bankleitung, an der Medieninformation vom Montag deutlich. Eine deartige Beschädigung könnte die gesamte Statik eines Gebäudes stark in Mitleidenschaft ziehen.
Die Verantwortlichen der Raiffeisenbank sahen sich deshalb im November gezwungen, die Aussenbancomaten bei den Geschäftsstellen Gipf-Oberfrick und Herznach, wo den Kunden immerhin noch Ein- und Auszahlungsgeräte im Innenbereich zur Verfügung stehen, sowie die Geräte in Etzgen, Sisseln und Wölflinswil vorerst stillzulegen. Hier stünden die nächstgelegenen Bancomaten nur jeweils fünf Autofahrminuten enfernt. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen habe sich die Bankleitung zudem entschlossen, per Ende Februar auch den Bancomaten in Bözen temporär ausser Betrieb zu setzen.

Bancomaten sind ein Verlustgeschäft
Die Bank habe die letzten Wochen intensiv genutzt, um die Sitaution bei allen 15 Bancomaten im Geschäftsgebiet genau unter die Lupe zu nehmen. «Bancomaten sind insgesamt ein defizitäres Geschäft», betonte Bankleiter Marc Jäger. Gerade zwei der Geräte seien rentabel, der Rest bei weitem nicht und die Nutzung sehr unterschiedlich. «Seit 2019 und Corona ist das Transaktionsvolumen um 30 Prozent zurückgegangen.» Online-Zahlungsmittel wie beispielsweise Twint machten dem Bargeld zusehends den Garaus. Aus ökonomischer Sicht lohnen sich Bancomaten also nicht mehr. «Aber als genosschenschaftlich organisierte Bank steht nicht die Gewinnmaximierung im Mittelpunkt unseres Wirkens. Wir versuchen, einen gesunden Ausgleich aller Interessen zu schaffen.» Der Entscheid, die Bancomat-Standorte weiterhin zu betreiben, sei als Service Public zu verstehen, so Jäger. Allerdings seien Kundenbedürfnisse und Sicherheitsaspekte gegeneinander abzuwägen eine Gratwanderung. «Für uns war klar, dass wir die Aufrechterhaltung und Wiederinbetriebnahme von Bancomaten nur dann mit gutem Gewissen vertreten können, wenn wir auch ein Maximum an Sicherheit für die Anwohner garantieren können.» Jeder Gerätestandort sei deshalb mit Sicherheitsspezialisten von Raiffeisen Schweiz und der Kantonspolizei Aargau genau analysiert worden.

Ab Spätsommer wieder in Betrieb
Insgesamt investiert die Bank über 300 000 Franken in zusätzliche Sicherheitsmassnahmen. «Die besonders gefährdeten Geldautomaten, welche aktuell ausser Betrieb sind, werden bis im Spätsommer auf den neusten Stand der Sicherheitstechnik gebracht, um dann der Bevölkerung wieder zur Verfügung zu stehen», versprach Marc Jäger. Einzig der Aussenbancomat in Herznach werde nicht ersetzt, da die Anzahl an Transaktionen dort zu gering sei und ein moderneres Gerät im Innenbereich zur Verfügung stehe.
Darüber hinaus sind zusätzliche Schutzmassnahmen geplant: So wird der Zugang zu den Bancomaten in Innenbereichen ab spätestens März und zu den Geräten im Aussenbereich ab Mitte Jahr zwischen 1 bis 5 Uhr morgens nicht mehr möglich sein. Gemäss eigenen Erhebungen sei zu diesen Randzeiten die Nutzung vernachlässigbar, schlussfolgert Jäger: «Durchschnittlich wurden im Dezember 2022 in diesem Zeitfenster weniger als ein Bezug pro Nacht und Gerät getätigt.» Dem gegenüber stehe die Tatsache, dass durch die nächtliche Zugangsbeschränkung das Risiko insbesondere für bewohnte Gebäude stark reduziert werden könne, da Bancomat-Sprengungen und Vandalismus üblicherweise in der Nacht stattfänden.
«Wir gehen damit weiter, als wir im Moment müssten», so Marc Jäger. Man wolle aber keine Salamitaktik betreiben, sondern lieber einen Schritt voraus sein.

Bild: «Wir wollen unsere Aufgabe als Genossenschaftsbank wahrnehmen und die Bancomaten weiter betreiben»: VR-Präsident Erwin Schwarb (links) und Bankleiter Marc Jäger vor dem Bancomaten in Frick. Foto: Sonja Fasler