(mno) Die Gemeindeversammlung in Eiken am Freitag verlief in geordneten Bahnen. Alle Anträge des Gemeinderates wurden mit grossem Mehr genehmigt. Es nahmen 95 von 1543 Stimmberechtigten teil.
Zum Budget 2026 entstand eine angeregte Diskussion. Das Budget 2026 der Ortsbürgergemeinde sieht einen Ertragsüberschuss von 108 800 vor (Vorjahr 73 900). Das erfreuliche Resultat ist hauptsächlich auf die Einnahmen aus dem Kiesabbau/Aushubmaterial durch die AGSM zurückzuführen (53 100 Franken).
Die Teilnehmer äusserten den Wunsch, den Aufgaben- und Finanzplan noch detaillierter aufzuzeigen. Die grossen kommenden Investitionen der Gemeinde – unter anderem der Bau der Südspange, der geplante Neubau eines 4-fach Kindergartens und die verschiedenen Investitionen in die Schulliegenschaften – wurden thematisiert. Insbesondere gab der starke Anstieg der Schulden zu reden. Diese erreichen im Jahr 2028 einen Höchstwert von 3460 Franken pro Einwohner, unter Einbezug der Südspange sogar 7336 Franken im Jahr 2029. Der Gemeinderat wies jedoch darauf hin, dass bezüglich Kostentragung der Südspange ein bilateraler Umsetzungsvertrag mit dem Kanton vereinbart werden konnte. Dort wird festgelegt, dass die Rückzahlung der Kosten erst fällig wird, wenn die Steuererträge aus der Ansiedlung höher sind als die Aufwendungen der Gemeinde für Verzinsung, Abschreibung und Unterhalt der Südspange. Der Gemeinderat versucht zudem, der kommenden angespannten Finanzsituation mit einer ausgewogenen Finanzstrategie zu begegnen.
Der neue Gemeinderat Sven Schinke hatte mit der Präsentation seiner Traktanden einen guten Einstand. Frau Vizeammann Sandra Adamek, die nicht mehr für die neue Amtszeit kandidiert, wurde nach achtjähriger Tätigkeit im Rat unter grossem Applaus verabschiedet.
Am Schluss erfolgte ein Aufruf aus der Mitte der Versammlung, sich doch mehr politisch für das Dorf zu engagieren. Es sei bedauerlich, wenn für die Gemeinderats- und Kommissionswahlen keine Kandidaturen erfolgen. Die Reaktivierung der Parteien könnte hier Abhilfe schaffen und das politische Dorfleben auf eine gute Art und Weise beleben.
Der Gemeinderat rief dazu auf, sich zur Kommunikation des Gemeinderates zu äussern. Hierzu wurde ein Fragebogen kreiert, der demnächst in den Briefkästen zu finden sein wird. Der Gemeinderat hofft auf eine hohe Antwortquote. Auch alle Anträge der Ortsbürgergemeindeversammlung wurden gutgeheissen: Das Budget 2026 ist genehmigt, die Kompetenzdelegation an den Gemeinderat erteilt, die Finanzkommission der Einwohnergemeinde als zuständig erklärt und die Stimmzähler und Ersatzmitglieder gewählt.