(pd) Ein spannendes Wettrennen liefern sich die Baselbieter Gemeinden um ein Naturporträt in der Ausstellung «Wildes Baselbiet.
Tieren und Pflanzen auf der Spur» im Museum.BL in Liestal. Ormalingen, Oltingen und Buus sind die aktuellen Gewinnerinnen und werden mit ihren Naturschätzen Teil von 36 Naturporträts, die die Vielfalt der Flora und Fauna des Baselbiets zeigen.
Ormalingen ist ein Paradies für Blindschleichen
Die Blindschleiche ist das häufigste Reptil der Schweiz. Sie lebt meistens im Verborgenen und ernährt sich vor allem von Würmern und kleinen Nacktschnecken. Um Blindschleichen zu schützen, werden bestehende Lebensräume erhalten und aufgewertet. Ein solcher Lebensraum ist der ehemalige Rebberg Hinterreben in Ormalingen. In den letzten drei Jahren wurden die bestehenden Strukturen mit zusätzlichen Kleinstrukturen ergänzt. Die Trockensteinmauern wurden saniert, neue Obstbäume gepflanzt, Ast- und Steinhaufen gebaut sowie Buschgruppen gesetzt. Zudem wurde das gesamte Gebiet mit vielen Vogelnisthilfen bestückt und damit ein neuer Lebensraum für Blindschleiche, Feuersalamander, Gartenrotschwanz, Trauerschnäpper und viele weitere Arten geschaffen.
Oltingen – wertvolle Obstgärten für die Artenvielfalt
Rund um das Oberbaselbieter Dorf Oltingen wachsen noch alte Hochstammobstbäume in grosser Zahl. Vor allem die Zwetschgen sind berühmt. Einst dienten sie der Selbstversorgung. Als Obst zur Handelsware wurde, war Hochstammobst nicht mehr gefragt, andere Sorten wurden zum Trend. Dank neuen Vermarktungsideen ist es in Oltingen gelungen, die ökologisch wertvollen alten Bäume zu erhalten. Streuobstwiesen bieten unzählige ökologische Nischen auf kleinstem Raum. Besonders Höhlenbewohner wie Spechte, Eulen, Fledermäuse oder Siebenschläfer sind auf alte Bäume angewiesen. In den artenreichen Blumenwiesen der Krautschicht unter den Bäumen tummeln sich Insekten, Spinnen, Würmer und Mäuse. Von ihnen ernähren sich zahlreiche Vögel sowie Igel, Marder, Füchse oder Dachse.
Buus – vielfältige Feldbäume für die Zukunft
Streuobstwiesen prägten einst die Landschaft rund um das Rebdorf Buus im Oberbaselbiet. Doch durch die intensive Landwirtschaft wurden alte Obstbäume gefällt und Hecken ersatzlos gerodet. Mit ihnen verschwanden auch die tierischen Bewohner, vor allem Insekten und Vögel. Im Rahmen des Projekts «Obstgarten Farnsberg» wird die Landschaft seit einigen Jahren wieder aufgewertet. An mehreren Orten rund um Buus wurden Alleen mit Feldbäumen gepflanzt und mit Feldahorn, Spitzahorn, Eiche, Linde und Vogelbeere auf Vielfalt geachtet. Die Feldbäume bieten Nistplätze und Nahrung für verschiedene Tiere. Greifvögel nutzen die Kronen als Warte, um nach Beute Ausschau zu halten. Die neuen Alleen sind eine Investition in die Zukunft. Denn die Feldbäume können auch gegen die Auswirkungen des Klimawandels helfen: Sie bremsen den Wind ab und verhindern das schnelle Austrocknen des Bodens. In ihrem Schatten können sich Tiere und Menschen abkühlen.
Das Gemeinde-Wettrennen geht weiter
In jeder der 86 Gemeinden des Kantons Basel-Landschaft gibt es besondere Naturschätze, die sich oft erst bei genauerem Hinschauen offenbaren und umso mehr überraschen. Diese Vielfalt zeigt das Museum.BL in der Ausstellung «Wildes Baselbiet. Tieren und Pflanzen auf der Spur». An der Vernissage am 20. Oktober um 18 Uhr werden die Naturporträts von Ormalingen, Oltingen und Buus vorgestellt und die neuen Gewinner-Gemeinden bekanntgeben. Denn das Wettrennen geht weiter: Welche Gemeinden ihre Naturgeschichten im Museum.BL erzählen, können alle mitbestimmen: online auf www.wildesbaselbiet.ch oder mit einem Beitrag ins «Gemeindekässeli» in der Ausstellung.
Öffentliche Führung durch die Ausstellung «Wildes Baselbiet. Tieren und Pflanzen auf der Spur» am Sonntag, 22. Oktober, 14 bis 15 Uhr, im Museumseintritt inklusive.