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Filippo Zilio, Rita Blumendeller mit Bonnie, Markus Olivieri und Kristine Gelderblom (von links) bei der Verkostung des neuen Hunde-Eises im Eiscafé Treviso in der Laufenburger Altstadt
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Nicht-Süsses für Hunde: Ein Eiscafé in Badisch-Laufenburg bietet Eis für Vierbeiner an

Im Sommer suchen viele Menschen eine leichte Abkühlung, kombiniert mit kulinarischem Genuss, indem sie sich ein feines Eis gönnen. Auch Hunde mögen Eis, obwohl es ihnen nicht guttut. Für die Vierbeiner hat das Eiscafé Treviso in der Altstadt von Badisch-Laufenburg deshalb ein «Hunde-Eis» kreiert. Das Plakat dazu entworfen haben die Künstler Kristine Gelderblom und Markus Olivieri.

MICHAEL GOTTSTEIN

Die landläufige Meinung, dass Hunde schon wüssten, was sie fressen dürften, ist leider nur bedingt richtig. Im Laufe der Evolution lernten die Hunde, dass manche Dinge giftig oder ungeniessbar sind, aber diese evolutionären Lernprozesse dauern sehr lange und greifen nur bei solchen «Speisen», mit denen Hunde auch konfrontiert wurden. Viele Leckereien sind aber jüngeren Datums. Speiseeis in der heutigen Form (mit Milch, Sahne und Zucker) gibt es erst seit der Renaissance, und die Milchschokolade wurde vor weniger als 200 Jahren in Dresden erfunden. Für Menschen ein beträchtlicher Zeitraum, für die Evolution nur ein Wimpernschlag. Viele Hunde würden daher sogar die für sie giftige Schokolade fressen, wenn man sie ihnen anböte.

Genuss ohne Reue für Hunde

In Laufenburg können Hunde nun ohne Angst vor Gesundheitsschäden ein Eis geniessen. Filippo Zilio, seit 2025 Inhaber der Eisdiele Treviso in der Altstadt, bietet diese Spezialität seit etwa zwei Monaten an. Auf die Idee gebracht hatte ihn seine Ehefrau Sara. In Italien ist Hunde-Eis schon seit einigen Jahren sehr verbreitet, und in Mailand gibt es sogar eine Eisdiele nur für Hunde. Filippo Zilio stammt aus einer Eismacherfamilie aus Vicenza. «Mit 14 Jahren habe ich bei meinem Vater angefangen», berichtet er. Seit 2012 lebt er in Deutschland, liess sich in Berlin nieder und hatte eine Eisdiele im Havelland. «Vor zwei Jahren bin ich Papa geworden», erzählt er, daher beschloss er, mit seiner jungen Familie die Berliner Umgebung zu verlassen.

Nachdem er im Internet gesehen hatte, dass sein Vorgänger in Laufenburg aufhören wolle, verkaufte er seine Eisdiele und übernahm das «Treviso» in der Altstadt. Hier im Süden fühlt er sich wohl, nicht zuletzt wegen der Nähe zu seiner italienischen Heimat. Gegenüber der Eisdiele haben die Künstler Kristine Gelderblom und Markus Olivieri eine Galerie. Sie sind froh, dass Filippo Zilio die Eisdiele übernommen hat, denn: «Sie belebt die Altstadt sehr.» Da beide auch Hundeliebhaber sind, war es für sie eine Ehrensache, die Gestaltung des Hunde-Eis-Plakates zu übernehmen.

Ein Werbeplakat, entworfen von Kristine Gelderblom und Markus OlivieriWerbeplakat aus Künstlerin- und Künstlerhand

Kristine Gelderblom, die bereits mehrere Kalender mit meisterhaften Tierzeichnungen veröffentlicht hatte, wählte als Modell einen Hund, den das Künstlerpaar im Jahre 1978 aus Sardinien bekommen hatte – quasi als postume Ehrung. Die Gestaltung des Plakates übernahm Markus Olivieri, der bereits zahlreiche Kalendergeschichten herausgegeben und Symbolfiguren geschaffen hatte.

Wie schmeckt das Hunde-Eis?

Kristine Gelderblom, Markus Olivieri und der Verfasser dieses Artikels unternehmen einen Selbstversuch, aber nicht, ohne vorsichtshalber nach der Zusammensetzung des Hunde-Eises gefragt zu haben. Das Rezept sei ein Betriebsgeheimnis, meint Filippo Zilio und deutet lachend auf seinen Kopf: «Hier drin ist es gespeichert.» Aber er verrät, dass das Hunde-Eis weder Milch, Sahne noch Zucker enthalte. Wesentliche Bestandteile seien Wasser, Karotten, Bananen und Sojalecithin. Es sei also rein vegan, für Diabetiker geeignet und enthalte nichts, wovor sich Menschen ekeln müssten. Vorsichtig nähern wir uns mit dem Löffel dem Eis an. Es ist etwas härter als das übliche Speiseeis. «Das liegt daran, dass kein Zucker enthalten ist», so Filippo Zilio. Wenn es leicht antaut, hat es eine überraschend cremige Konsistenz, ganz anders als Wassereis. Was den Geschmack betrifft, sind wir uns einig: Es ist geniessbar, aber gewöhnungsbedürftig, weil die Süsse fehlt und die Fruchtaromen nicht so deutlich hervortreten.

Wie kommt das Hunde-Eis bei der Zielgruppe an?

Bonnie kam schnell auf den Geschmack.Rita Blumendeller ist bereit, mit ihrem einjährigen Malteserhund Bonnie den Versuch zu wagen. Bonnie schaut sich das Eis zuerst an, dreht dann den Kopf zu seiner Besitzerin, als wäre er unschlüssig. «Er ist etwas wählerisch mit seiner Nahrung», erklärt diese. Doch schnell siegt die Neugier. Bonnie beginnt erst vorsichtig zu lecken, dann kommt er auf den Geschmack. So sehr, dass Rita Blumendeller die grosszügig bemessene Portion langsam wieder wegziehen muss. Es gilt beim Hunde-Eis die gleiche Regel wie beim Speiseeis für Menschen: Es sind Genussmittel, die massvoll und nicht in Massen gegessen werden sollten.

Bild 1: Filippo Zilio, Rita Blumendeller mit Bonnie, Markus Olivieri und Kristine Gelderblom (von links) bei der Verkostung des neuen Hunde-Eises im Eiscafé Treviso in der Laufenburger Altstadt
Bild 2: Bonnie kam schnell auf den Geschmack.
Bild 3: Ein Werbeplakat, entworfen von Kristine Gelderblom und Markus Olivieri
Fotos: Michael Gottstein