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Laufenburg: Tatort Ziegelweiher

Laufenburg: Tatort Ziegelweiher

Am Ziegelweiher in Laufenburg schrumpft der Froschbestand. Laich wird zerstört, entwendet oder Frösche werden gezielt getötet. Der Naturschutzverein Sulz-Laufenburg appelliert an die Bevölkerung, die Augen aufzuhalten.

ANDREA WORTHMANN

Theo Obrist steht am Weiher und entdeckt sofort eine schwimmende Ringelnatter, die sich durch das Wasser schlängelt. Sie verschwindet unter dem Seerosenteppich. «Der Weiher ist nicht nur Lebensraum von Fröschen und Kröten» sagt Theo Obrist, Präsident des Naturschutzvereins Sulz-Laufenburg. Er macht sich Sorgen. Bei ihm ist eine Frau, die kürzlich eine besorgniserregende Beobachtung gemacht hatte.
Junge schlägt auf Frosch im Schilf
Sie sass mit ihrem Mann am Weiher und sah einen Jungen, der mit einem Stock im Schilf herumschlug. Gerade wollte sie den Jungen ansprechen, da klingelte sein Telefon und aus dem Gespräch ging hervor, dass es seine Mutter war, die anrief. Wieviel er denn mitbringen solle, fragte der Junge und sagte ihr, dass er einen schon habe. «Was fünf Stück?», fragte er dann nochmal nach. Die beobachtende Frau (der Name ist der Redaktion bekannt) ist dann zu dem Jungen gegangen und hat ihn gefragt, was er da mache und ob das wohl erlaubt sei. Daraufhin machte sich der Junge aus dem Staub. Der tote Frosch lag noch am Wegrand. «Leider ist das nichts Neues, wenn auch in einer anderen Dimension», sagt Theo Obrist. Schon im letzten Jahr wurde ihm mitgeteilt, dass Kinder Frosch- oder Krötenlaich beschädigt und auch Tiere Verletzungen davongetragen haben. Beobachtungen des Vereins bestätigen auch einen rückläufigen Laichbestand im Ziegelweiher.
Eltern nehmen Kinder in Schutz
In einige Fällen wurden die Eltern der Kinder von Passanten darauf angesprochen, die aber nahmen ihre Kinder sogar noch in Schutz mit den Worten, es ginge sie nichts an. Für Theo Obrist unfassbar. Die Frage, was denn wohl mit den von den Eltern in Auftrag gegebenen, toten Fröschen passiere, kann Obrist nur mutmassen, ist sich aber sehr sicher, dass diese gegessen werden sollen. Bild 2«Mancherorts sind das ja Delikatessen», sagt er und fügt an: «Wäre es für den eigenen Teich, würde man sie ja nicht töten und eher Froschlaich umsiedeln». Beides ist in diesem Fall verboten und kann polizeilich zur Anzeige gebracht werden. Der Naturschutzverein hatte während der Laichzeit auch einen Teil des Teichweges gesperrt. Nun möchte sich Theo Obrist mit einem Appell an die Anwohnerinnen und Anwohner beim Ziegelweiher wenden. «Bitte achten Sie darauf, was dort passiert und halten Sie die Augen offen. Sollten Sie Beobachtungen machen, die auf Diebstahl oder Verletzung von Tieren hindeuten, sprechen Sie die Personen an oder melden Sie es der Stadt oder der Polizei».
Strafrechtlich Verboten
Es handelt sich hierbei um Tierquälerei. Ausserdem stehen Amphibienarten seit 1991 unter besonderem Schutz und deren Laich, Larven oder die Amphibie darf nicht entnommen oder umgesiedelt werden. Das sieht die Bundesartenschutzverordnung vor. Bei Verstössen macht man sich strafbar. Diese Information hat der Naturschutzverein Laufenburg- Sulz auch am Ziegelweiher ausgehängt.

Bild 1: Der Präsident des Naturschutzvereins Laufenburg-Sulz, Theo Obrist, macht sich Sorgen um den Froschbestand am Ziegelweiher.
Bild 2: Die Verordnung hängt gut sichtbar in der Hütte am Ziegelweiher
Fotos: Andrea Worthmann