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Stadträtin Regina Erhard und Stadtammann Herbert Weiss (rechts) mit Pia Maria Brugger Kalfidis (KSD) und Karl Heinz Graf am Empfang in der Notunterkunft. Foto: Peter Schütz

GOPS Laufenburg als Notunterkunft für Geflüchtete

Die Stadt Laufenburg stellt dem Kanton Aargau die Geschützte Operationsstelle (GOPS) als Notunterkunft für Flüchtlinge zur Verfügung. Sie befindet sich unterirdisch zwischen Spital und Alterszentrum und hat rein rechnerisch Kapazitäten für bis zu 150 Personen. Die Notunterkunft soll jedoch nicht voll ausgelastet werden.

PETER SCHÜTZ

Heute Montag treffen die ersten Flüchtlinge aus dem Erstaufnahmezentrum in Buchs ein. Es handelt sich dabei um Familien mit Kindern, erklärte Pia Maria Brugger Kalfidis, Leiterin Kantonaler Sozialdienst (KSD), an einer Besichtigung der GOPS am Samstag. Brugger Kalfidis ging von 20 bis 30 Personen, die als Erste die Notunterkunft beziehen, aus. Offen war die Zusammensetzung der Familien. Einzelpersonen, wie dies während der letzten Flüchtlingswelle 2015/16 in Laufenburg der Fall war, sollen im GOPS nicht aufgenommen werden. Pia Maria Brugger Kalfidis berichtete, dass in Laufenburg die fünfte unterirdische Notunterkunft im Kanton Aargau betrieben wird. Sie bedankte sich bei der Stadt Laufenburg für deren «Offenheit und Mitarbeit». Für 2024 rechnet der KSD mit bis zu 4000 Geflüchteten, die dem Kanton Aargau vom Bund zugewiesen werden könnten.

Grossrat Rolf Schmid (links) im Gespräch mit Regierungsrat Jean-Pierre Gallati vor der Notunterkunft in Laufenburg. Foto: Peter SchützAm Samstag konnte sich die Bevölkerung vorab einen Eindruck von der Notunterkunft verschaffen. Vor Ort waren nebst Pia Maria Brugger Kalfidis und Karl Heinz Graf, Leiter Sektion Betreuung Asyl, Stadtammann Herbert Weiss und Stadträtin Regina Erhard. Zu Besuch waren auch Regierungsrat Jean-Pierre Gallati, Vorsteher Departement Gesundheit und Soziales (DGS), sowie Grossrat Rolf Schmid, Präsident Netzwerk Asyl Aargau.

So schnell wie möglich oberirdisch unterbringen
«Wir sind bestrebt, die Familien nur so lange wie nötig hier unterzubringen», sagte Pia Maria Brugger Kalfidis, «wir arbeiten an Lösungen, dass die Familien so schnell wie möglich oberirdisch untergebracht werden können.» Die Flüchtlinge würden aus verschiedenen Herkunftsländern stammen, erklärte Karl Heinz Graf, so aus der Ukraine, aus Syrien und der Türkei. Ihnen stehen in der Notunterkunft Hygieneräume, eine Küche sowie Wasch- und Sozialräume zur Verfügung. Die Rückzugsräume sind mit Betten und Schränken ausgestattet. Ausserdem gibt es ein Kinderzimmer sowie ein Tischtennis.

Auch die Bevölkerung konnte die Notunterkunft besichtigen. Foto: Peter SchützDie Flüchtlinge werden von Mitarbeitenden der Securitas betreut. Diese sind in drei Schichten 24 Stunden am Tag vor Ort präsent. Sie fungieren auch als Ansprechpartner für die Flüchtlingsfamilien. Die Verpflegung – drei Mahlzeiten am Tag – wird mittels Catering sichergestellt. Für die Sauberkeit ihrer Unterkunft auf Zeit sind die Bewohner selber verantwortlich. In das Sicherheitskonzept sind Polizei, Feuerwehr und Sanitätsdienst eingebunden.

«Sensible Zonen» definiert
Die Notunterkunft befindet sich zwischen dem Alterszentrum Klostermatte und dem Spital. Dieses Areal inklusive Park hat der KSD als «sensible Zonen» definiert, welche die Geflüchteten nicht betreten dürfen. Ausserhalb der «No-Go-Zonen» dürfen sie sich frei bewegen. Die Kosten für die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge trägt der Kanton Aargau. Dieser hatte bereits 2016 in Laufenburg eine Unterkunft für bis 90 Asylsuchende betrieben. Die in Laufenburg aufgenommenen Familien werden in Aktivierungsmassnahmen und Beschäftigungsprogramme eingebunden. Sie können zum Beispiel ihr Recht auf einen Deutschkurs in Aarau wahrnehmen.

Blick in einen Schlafsaal in der Notunterkunft. Foto: Peter SchützBegleitgruppe
Der KSD hat eine Begleitgruppe aller Mitbeteiligten, also auch der Stadt Laufenburg, zum Erfahrungsaustausch eingerichtet. Für freiwillige Helfer und die Bevölkerung gibt es eine Hotline: Tel. 079 543 23 54. Eine private Initiative von sozial Interessierten und früher in der IG Asyl engagierten Personen plant ein erstes unverbindliches Treffen am Mittwoch, 14. Februar, um 19 Uhr in der Kultschüür in Laufenburg. Dabei sollen laut Initiatoren Möglichkeiten diskutiert werden, wie «Beiträge zur Entkrampfung der Situation» geleistet werden können.

Bilder
Erstes Bild: Stadträtin Regina Erhard und Stadtammann Herbert Weiss (rechts) mit Pia Maria Brugger Kalfidis (KSD) und Karl Heinz Graf am Empfang in der Notunterkunft. Foto: Peter Schütz
Zweites Bild: Grossrat Rolf Schmid (links) im Gespräch mit Regierungsrat Jean-Pierre Gallati vor der Notunterkunft in Laufenburg. Foto: Peter Schütz
Drittes Bild: Auch die Bevölkerung konnte die Notunterkunft besichtigen. Foto: Peter Schütz
Viertes bild: Blick in einen Schlafsaal in der Notunterkunft. Foto: Peter Schütz