Oberst Rolf Stäuble, aktueller Leiter der Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz (AMB), wird Ende März 2024 nach fast 40-jährigem erfolgreichem Wirken für den Kanton Aargau pensioniert.
PETER SCHÜTZ
Stäuble trat am 1. Juni 1984 als Zivilschutz-Instruktor in die kantonale Verwaltung ein. Ab 1992 führte er die Sektion Zivilschutz, ab 1999 war er Kreiskommandant des Kantons Aargau. In dieser Funktion leitete er von 2015 bis 2021 auch den Betrieb des Waffenplatzes Aarau. Von 1994 bis 2021 war er als stellvertretender Leiter der Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz (AMB) tätig, ehe er diese per 1. Oktober 2021 als neuer Leiter im Departement von Regierungsrat Jean-Pierre Gallati übernahm. Seine Abteilung umfasst die Sektionen Kreiskommando und Waffenplatz, Wehrpflichtersatz, Katastrophenvorsorge, Zivilschutzausbildung und Koordination Zivilschutz. Daneben war Rolf Stäuble in verschiedenen kantonalen und eidgenössischen Arbeitsgruppen und Kommissionen aktiv.
Einzigartige Laufbahn
Seine einzigartige berufliche Laufbahn nahm in einem anderen Bereich ihren Anfang: in Laufenburg, von wo er stammt und wo er heute noch mit seiner Frau lebt, absolvierte er eine Lehre als Vermessungszeichner bei den damaligen Bezirksgeometern Meyer und Koch. Fünf Jahre verbrachte er im Dienst der AEW mit der Planung von Hochspannungsleitungen. Auf militärischer Ebene absolvierte er die Unteroffizier- und Offizierschule. Dort habe er gemerkt, dass er gerne mit Menschen arbeitet, blickt er zurück. Worauf er sich für eine Tätigkeit als Zivilschutz-Instruktor entschied. Bis 1990 war er in dieser Funktion in den Ausbildungszentren Bremgarten und Eiken beschäftigt. 1992 wurde er Chef der Sektion Einsatz der Abteilung Zivile Verteidigung.
Der richtige Mann am richtigen Ort
Als im Jahr 2000 die Abteilungen Militär und Bevölkerungsschutz zusammengelegt wurden, war Rolf Stäuble der richtige Mann am richtigen Ort. Denn er hatte einen unschlagbaren Vorteil: Er kannte den Zivilschutz und das Militär von der Pike auf. «Schön war, dass ich in all den Jahren ein grosses Beziehungsnetz zu den Bundesstellen, zur Armeeführung, zur kantonalen Politik, den Regionalen Führungsorganen und den Zivilschutzorganisationen pflegen durfte», berichtet er, «diese Scharnierfunktion hat mir sehr viel Spass gemacht». Aber auch: «Die Verantwortung ist in den letzten Jahren massiv gestiegen», sagt er. Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 herrschte Frieden in Europa, doch seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine ist dieser instabil geworden. «Krieg in Europa war lange Zeit undenkbar. Jetzt haben die Armee, der Bevölkerungsschutz, der Zivilschutz, die Wirtschaftliche Landesversorgung und so weiter wieder an Bedeutung gewonnen», hält er fest.
Intensiver und schöner Job
Dessen ungeachtet wird er nach 40 Jahren in den Ruhestand eintreten. «Die Belastung als Abteilungsleiter ist hoch, es ist ein intensiver, aber äusserst schöner und spannender Job», berichtet er. Er war der Chef von 84 Mitarbeitenden und vier Lehrlingen. Trotzdem: «Jeder Mensch ist ersetzbar», hält er fest. Einer seiner Grundsätze lautet: «Jeder Chef muss einen Stellvertreter haben.» Er weiss, wovon er spricht. Denn Rolf Stäuble war dreimal die interimistische Leitung der AMB in den Jahren 2013, 2017 und 2021 anvertraut worden. Nun wird er die reibungslose Übergabe und Einarbeitungszeit an seinen Nachfolger Martin Hitz sicherstellen. «Ich bin überzeugt, dass die Übergabe nicht länger als eine Woche dauern wird», so Rolf Stäuble. Martin Hitz trat die Stelle am 1. März 2024 an, nachdem ihn der Regierungsrat zum neuen Leiter der Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz ernannt hat.
Dank des Regierungsrates
Im Namen des Regierungsrats spricht Landammann und Militärdirektor Jean-Pierre Gallati Rolf Stäuble seinen Dank aus: «Rolf Stäuble hat dem Kanton Aargau in der AMB und deren Vorläufereinheit während fast vier Jahrzehnten treu gedient. Er tat dies vorbildlich, umsichtig und mit grossem Einsatz», stellt Jean-Pierre Gallati fest. Und: «Zuletzt hat Oberst Stäuble mit seiner Abteilung die Teilrevision des Bevölkerungsschutz- und Zivilschutzgesetzes Aargau (BZG-AG) verantwortet, die der Grosse Rat in der Schlussabstimmung mit 134:1 Stimme beschlossen hat. Damit erhält der Kanton Aargau als erster Kanton eine obligatorische Sicherheitsveranstaltung Bevölkerungsschutz.»
Ehrenamtlich engagieren
Rolf Stäuble, Jahrgang 1959, verheiratet, Vater von drei erwachsenen Kindern, blickt mit Ehrfurcht, aber auch Vorfreude dem neuen Lebensabschnitt als Pensionär entgegen. Er sei sicher, dass es ihm nicht langweilig werde, sagt er. Die oft langen Arbeitstage werden dann zwar der Vergangenheit angehören, aber er will sich weiterhin ehrenamtlich engagieren. Zum Beispiel als OK-Mitglied der Schwarzwald-Rundfahrt beim Velo-Club Kaisten, wo er im 9. Jahr für den Waffenlauf verantwortlich ist. Was ihm auch vorschwebt: Wieder vermehrt bei den Stadtschützen Laufenburg als Pistolenschütze aktiv zu werden. Und schliesslich will er seinen vier Grosskindern ein guter Grossvater sein.