Von Peter Müller, ehem. Grossrat, Magden
Der Aargau hat sieben sogenannte «grosse politische Mandate» zu vergeben, nämlich fünf Regierungsratsmandate und zwei Ständeratsmandate. Davon sind deren sechs zurzeit fest in Männerhand. Auch beim siebten steht ein Mann in der Favoritenrolle. Es droht ein 0:7.
Ich gehöre nicht zu denen, die überall und in jeder Situation ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis fordern. Aber ein Verhältnis von 0:7 ist mir nun doch zu krass.
In der Pionierphase der politischen Frauenförderung war der Aargau durchaus bereit, den Frauen «grosse Mandate» anzuvertrauen. Er wurde dabei auch nicht enttäuscht. Namen, wie Stéphanie Mörikofer, Christine Egerszegi, Susanne Hochuli und Pascale Bruderer erinnern an diese Zeit. Auch der steile Aufstieg von Doris Leuthard zur Bundesrätin wäre ohne eine frauenfreundliche Grundstimmung im Kanton kaum möglich gewesen.
Nun droht ein Rückfall in die Steinzeit.
Das muss verhindert werden. Und es kann verhindert werden.
Marianne Binder hat sich bereiterklärt, den Favoriten des zweiten Wahlganges der Ständeratswahlen herauszufordern. Sie weiss die geschlossene Mitte hinter sich. Auch die nicht mehr antretenden Bewerberinnen sowie deren Parteileitungsorgane haben ihre Unterstützung zugesagt.
Marianne Binder vertritt politische Positionen, die in unserem Kanton mehrheitsfähig sind. Sie kennt die aargauischen Forderungen an den Bund und weiss sie zu vertreten. Sie kann für das Amt auch die nötige Zeit zur Verfügung stellen und muss daneben nicht noch ein Unternehmen leiten.
Mit ihrer Wahl kann der Aargau vermeiden, in eine frauenfeindliche Ecke gestellt zu werden, in die er nicht hineingehört.