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Bundesfeierrede von Nationalrat Christoph Riner in Zeihen

Die Festrede von Nationalrat Christoph Riner in Zeihen im Wortlaut
(Es gilt das gesprochene Wort)

«Sorg ha zur Direkte Demokratie und eusre Heimat Fricktal»
Vor Kurzem bin ich vonre Journalistin gfrogt worde, was ich mach, zum mich erhole oder Energie z tanke nach Sitzige in Bern. Sie hett wahrschinlich en Antwort wie Yoga oder Wellness erwartet, also nüt gäge Yoga oder Wellness, aber i ha gseit: Heicho is Fricktal. Was getts schöners? S Fricktal get eim doch eifach alles, wome brucht. Härzlichi Lüt und wunderschöni Landschaft.
Mer sind hütt do zämecho, zum gmeinsam de Geburtstag vo de Schwiz zfire. Zäme fire esch schöner als einsam fire.
A dere Stell wetti aber ä a all die Mänsche dänke, wo hütt ned chönne debi si, wills ihne gsundheitlich ned guet goht, aber gärn debi wäret. Ihne ghöre i dem Momänt eusi härzlichschte Gedanke.
Mer chömme hüt do zäme zum Fire, zum enand Träffe, zums gmüetlich Ha zäme. Dass das ned selbstverständlich esch, wird eim bewusst, wemmer i die witi, aber ä nöcheri Wält luegt.
Ned alli Lüt händ das Glück und die Möglichkeite, wo mer händ. Ich dänke do a die verschiedene Ort uf de Welt, wo Krieg und Usenandersetzige herrsche. Wo unzähligi, unschuldigi Mänsche ihres Läbe verlüre und i Angst und Sorge münd läbe.
Ich dänke, do red ich für eus alli: Es macht eim trurig und nachdänklich. Me frogt sich, wenn weder Friede ikehrt und s Liede für ganz vieli Mänsche es Endi nimmt.
Au i eusem Land händs vor Kurzem vieli Mänsche ned eifach gha. Grossi Unwetter händ Toti und Verletzti, insbesondere i eusne Bärgregione, gforderet. Innert Kürzi, uf ei Schlag, het s Läbe für die Mänsche gänderet. Bilder vo Zerstörig und Verwüestig händ eus us nöchster Nöchi erreicht und das het eus nachdänklich und trurig gmacht.
I dene schwierige Stunde hett sich aber ä zeigt, dass mer i eusem Land solidarisch sind und enand gegesitig unterstütze und hälfe, wenn Not esch.
D Armee, de Zivilschutz, privati Firmene, Privatlüt send vor Ort is Tessin, Wallis, Bündnerland, id Westschwiz und witeri Regione go hälfe. De Bund, d Kantön, d Gmeinde und Privati händ Gälder gsproche. Für me en idrückliche Bewies, das mer i eusem Land chönne zämestoh und zämehebe. Öppis sehr wertvolls, en ganz en wichtigi und schöni Eigeschaft. Im Wüsse um die Solidarität und de Zämehalt döffe mer dankbar si.
Dankbar dörfe mer aber si, was mer sösch i eusem Land händ. Mer läbe in Freiheit und inere direkte Demokratie. Be eus bestimmt ned irgend en Präsident oder Politiker, was gilt und was ned. I eusem Land händ d Bürgerinne und Bürger s Rächt, a de Urne z entscheide, i welli Richtig das es söll goh. Be eus esch zum Glück s Volk de obersti Chef.
I de Schwiz dörf jede sini Meinig verträte, niemer muess befürchte, dass er wäg dem verfolgt oder bestroft wird.
Die direkt Demokratie, s Mitbestimmigsrächt vo de Bürgerinne und Bürger esch ganz es höchs Guet. Vieli Mänsche weltwit kämpfe för die Möglichkeite, wo mer händ. Drum müned mir Sorg hebe zu eusne Freiheite und de direkte Demokratie. Das esch ned eifach en Satz, wo guet tönt, nei mer esch das sehr ernst.
Mer müend aber ä de Muet ha, änestoh und z säge, a de Mitbestimmigsrächt und a eusne Freiheite dörf ned grüttlet wärde, sie sind grundlegende Bestandteil vo eusem Land, dodrüber chamer ned verhandle, ä ned wenn mer Verträg z. B. mit de EU abschliesst.
Us miner Sicht eschs en gföhrlichi Entwicklig, wenn sich internationali Grichtshöf vermehrt i inneri Aglegeheite vomene Staat imische. Das esch mit eusre direkte Demokratie ned veribar. Gricht sölle Recht spreche, aber Politik bestimme duet be eus s Volk.
Ich wünsche mer, dass d Kind, wo i de hüttige Zit uf d Wält chöme, au inr ere freie und unabhängige Schwiz chönne läbe.
Es goht ned drum, dass mer alli immer die glich Meinig müend ha. Nei, im Gegeteil, in ere Demokratie wie be eus söllmer diskutiere und sogar e mol strite, aber immer mit Astand und Respekt.
Für mich gilt i de Politik s Motto: ich politisiere so, dass mer trotz unterschiedlicher Meinige näb de politische Bühni no cha zäme rede und es Bier mitenand trinke.
Mir bedütet de Nationalfirtig sehr viel. Ich schätz es ungemein, wie i de ganze Schwiz am hüttige Obe vom Genfersee bis a Bodesee, vom Aargau bis is Tessin, d Freud über euses Land zum Usdruck brocht wird.
Generell bin ich en grosse Fründ vo eusne Traditione. Traditione läbe und pfege und ä a kommendi Generatione witergeh. Dass da witer so bliebt und läbt, esch zwünsche. Mer händ das sälber i de Hand. Jede cha sin Bitrag leiste dodezue.
A dere Stell möcht ich mech ä ganz härzlich be de Kulturkommission Zeihe und ihrne Helfer bedanke, wo sich engagiere. Ohni freiwilligs Engagement wär e sone schöne Obe nämlich ned möglich.
Jedes Johr, wenns uf de Nationalfirtig zuegoht, chunnt ä Diskussion uf, öb eusi Landeshymne, de Schwizerpsalm ned müsst dur öppis Neus ersetzt werde. I de soziale Medie han ich tatsächlich erscht kürzlich wieder en intensivi Diskussion mitverfolgt, wo genau da gforderet het. Unter anderem esch gseit worde, eusi Landeshymne passt nümm i die hüttig moderni Zit und insbesonderi de Teil «betet freie Schweizer betet» esch als sehr altmodisch und us de Zit gfalle, abtue worde.
Sie gsehnt, do chan i weder de Boge zu vorher zieh: I eusem Land dörf mer ä kritisch gäg die eigeti Hymne si, ä das duet und muess en Demokratie ushalte.
Aber ich ha do denn würkli ganz en anderi Istellig. Nur well öppis älter esch, esches no lang ned us de Zit gfalle. Ganz em Gegeteil. Ganz sicher ä ned  d Wort «betet freie Schweizer betet».
Liebi Zeiherinne und Zeiher. «Betet freie Schweizer betet». Was bitte söll altmodisch do dra si? Freie Schweizer, ich luege zrugg zum Afang vo minre Red, was chas bessers geh, als wenn mer Schwizerinne und Schwizer frei sind und sälber bestimme, wasmer wänd und was ned. Und die glich Frog stell ich mer, was bitte schön, söll altmodisch oder schlächt si, wemmer seit «betet». Bete für Gsundheit, für d Familie, für die Liebschte, für euses Land, für Sicherheit und Schutz.
Zämegfasst: «Betet freie Schweizer betet» esch aktueller denn je, da hett gar nüt mit Rückständigkeit ztue und ich hoffe, mer alli und au kommendi Generatione wärde mit Freud und us Überzügig witer d Landeshymne singe, ä de Abschnitt mit «betet freie Schweizer betet».
Es esch schön, dass sich so vieli Mänsche hütt Obe in Zeihe Zit gno händ. Dasch jo ä ned selbstverständlich. Mer läbe inere immer globalisiertere und schnällläbigeri Zit, aber vellecht esch jo genau das de Grund. Je schnällläbiger alles esch, je meh freut mer sich genau uf settigi Momänt i de nöchste und vertroute Umgäbig.
Sich Zit neh, me dünkt, je älter dassmer wird, je meh bedütig hett das. Ich gange sogar so wit und säge, de gröschti Richtum näb de Gsundheit esch Zit.
Wer sich cha Zit neh, für die schöne Sache im Läbe esch doch würkli rich. Mit Richtum meint mer doch meistens es grosses Bankkonto, aber öppis vom gröschte Richtum esch Zit. Zit chamer ned chaufe, ä mit Millione ned, Zit lauft für alli glich schnäll.
Drum dank ich ihne, dass sie sich hütt Zit gnoh händ, für eusi Heimat d Schwiz, aber ä für euses schöne Dorf Zeihe. Ich wünsche eus allne, dass mer de hüttig Tag ä als Alass nähme, Zit ganz bewusst wohrzneh.
Dass mer eus Zit nähmet, zum Bispiel, um eusi Heimat no besser kennezlehre und en Reis dur d Schwiz machet, oder Zit mit de Familie, mit de Eltere, mit Fründe bewusst verbringe oder sich Zit neh für öppis, womer sich gar ned getraut hett bis jetzt, eifach für en unerfüllte Wunsch.
D Schwiz esch es wunderbars Land. Luegemer zäme, dass das so bliebt.
Bsunders Freund han ich au a eusne verschiedne Landesregione und eusne 4 Landessproche.
Und be mer hett da a jedere 1.-August-Red, won ich dörf halte, Tradition, dass ich i allne 4 Landessproche en schöne 1. August is Land use wünsche.
Verzeihe Sie mer, wenns ned perfekt tönt, aber es chunnt vo ganzem Härze:
Chers amis de la suisse romand, je vous souhaite un bon premier aout.
Cari amici de la svizzera italiana, vi auguro un bel primo agosto.
Cars amitgs da la svizzra romontsch, jeu giavischel a vus in bi emprem d’uost.
Liebi Zeiherinne und Zeiher, liebi Gäscht, ich wünsche Ihne vo ganzem Här-ze en schöne 1. Augst und ihne allne Gottes Säge.