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Cora Burgdorfer
dipl. Psychologin
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
www.oekberatung.ch

Sex für Fortgeschrittene
In den meisten langjährigen Partnerschaften verändert sich das Sexualleben. Aus Liebe, Sex und Zärtlichkeit wird Liebe, Kuscheln, Zärtlichkeit und schliesslich Freundschaft, Nähe, Gemütlichkeit, wie dies der Schriftsteller Heinz Strunk beschreibt. Das tönt ja noch ganz nett. Die Erfahrung aus der Paarberatung würde eher lauten: Entfremdung, Langeweile, Ratlosigkeit. Viele Menschen sehnen sich nach Aufregung und Abwechslung, nicht wenige suchen eine Affäre oder ein kurzes Abenteuer. In unserer Welt der Dating-Apps ist dies kein Problem. Das berauschende Hormon Dopamin wird in der Ehe nach einigen Jahren kaum noch ausgeschüttet. Experimente mit Ratten haben gezeigt, dass sich das lange gemeinsame Leben auf die Hormonausschüttung auswirkt. Erst wenn neue Sexualpartner hinzukommen, wird im Gehirn wieder Dopamin produziert. Viele Paare versuchen mehr Schwung in ihr Sexualleben zu bringen und öffnen die Beziehung für Seitensprünge, gehen gemeinsam in einen Swingerclub oder kaufen sich Sex-Toys.
Andere Paare wollen aber keine Aussenbeziehung und auch keine merkwürdigen Experimente. Sie sind gerne zusammen, haben Kinder und auch gemeinsame Interessen. Die Partnerschaft ist ihnen kostbar. Wenn nur die Sexualität «funktionieren» würde. Viele Frauen fühlen sich mit zunehmendem Alter unter Druck gesetzt, einen Orgasmus zu «liefern». Sie brauchen länger oder kommen nicht dazu und fühlen sich deshalb schuldig oder unzulänglich.
Wie wäre es mit einem Experiment, mit sogenanntem «slow sex»? Statt Dopamin kommt Oxytocin ins Spiel, das Bindungshormon, welches unser Wohlbefinden steigert und auch «Kuschelhormon» genannt wird. Es stärkt die Paarbeziehung und fördert die emotionale Bindung. «Slow Sex» meint nicht unbedingt langsamen Sex, aber das Ziel ist nicht mehr der Orgasmus, sondern die Hingabe. Der Weg ist sozusagen das Ziel. Kein Leistungsdruck, kein Stress, dafür viel Genuss.
Zu Beginn wird ohne Erregung und ohne Bewegung das Beieinandersein geübt. Die Penetration erfolgt weich, langsam und sanft. Es soll bewusst keine Reibung entstehen. Langsamkeit wird dazu benutzt, um bewusster zu fühlen. Sex ohne Absicht, dafür mit ganz viel Zeit. Man muss schlicht nichts tun. Unvorstellbar? Auf jeden Fall werden die alten Muster durchbrochen und es kann und darf etwas Neues entstehen. Vielleicht weniger aufregend als heissen, schnellen Sex. Dafür mit ganz viel Nähe und Vertrautheit, welche die Paarbindung intensiviert. Mit zunehmender Übung kann auch die Erregung und Bewegung erhöht werden, um aber jederzeit wieder innezuhalten und zu geniessen. Weil man ja nicht auf den Berg spurten muss, kann man jederzeit Pausen machen und die Aussicht geniessen.
Im besten Fall entsteht so eine Rückverbindung mit dem Herzen, ein Raum der Liebe. Und da fühlen sich Frauen und Männer gesehen, wahrgenommen und geliebt.

Fragen richten Sie gerne an:
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.oekberatung.ch

Margrit Schmidlin
lic. phil. Fachpsychologin für Psychotherapie FSP
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
www.oekberatung.ch

Liebe braucht Disziplin
Es tönt zunächst paradox, dass Liebe Disziplin erfordern soll, denn Liebe bedeutet Gefühle und in der Liebe will und soll man doch sich selber sein, sich fallen lassen können und ehrlich, offen und ungeschminkt sagen können, was man denkt und fühlt. Oder etwa nicht?
Gerade in der Liebesbeziehung gilt es allerdings auch, Rücksicht zu nehmen, die eigenen Interessen auch einmal hintenanzustellen, dem/der Anderen zuliebe einmal etwas zu tun, was ich alleine nicht machen würde, und nicht immer alles zu sagen, was man denkt, um das Gegenüber nicht unnötig zu verletzen; das bedeutet häufig, seine Emotionen im Griff zu behalten.
Dieses Dilemma zwischen Gefühlen, Offenheit und Zurückhaltung, Disziplin zeigt sich besonders bei Konflikten. Konflikte treten in jeder Beziehung auf, weil es zum Beispiel verschiedene Bedürfnisse gibt (der Eine will dies, die Andere will das), wenn unterschiedliche Ansichten bestehen (ich finde dies toll, du findest es langweilig) oder bei erlebten Verletzungen.
Natürlich ist es wichtig, dass in einer Beziehung offen über die eigenen Sichtweisen und Gefühle gesprochen werden kann, doch manchmal ist es vielleicht auch im Interesse der Beziehung sinnvoller zu schweigen. Es muss nicht immer alles gesagt werden, was gedacht wird und in jedem Fall gilt:« c’est le ton, qui fait la musique». Das heisst, dass man seine Gefühle und Verletzungen zwar ausdrücken und ausdiskutieren soll/kann, dass man dabei aber seine Emotionen soweit im Griff haben sollte, dass die Diskussion doch fair und respektvoll bleibt. Die meisten Verletzungen geschehen ohnehin unbewusst und ohne Absicht und sicherlich muss Jede/r in einer Beziehung auch vieles einstecken und verzeihen können. Wichtig ist, dass ich ausdrücken kann, was mich bewegt und dass der Partner/ die Partnerin meine Sichtweise akzeptiert. Dabei sollte es nicht um richtig oder falsch gehen, sondern darum, anzuerkennen, dass es verschiedene Meinungen und Betrachtungsweisen gibt und dass das Gegenüber mich nicht weniger liebt, nur weil ich eine andere Meinung oder andere Bedürfnisse habe. Wichtig ist auch zu akzeptieren, dass es Phasen gibt, wo man sich einander näher fühlt, und Zeiten, wo dies weniger der Fall ist.
Liebe ist ein partnerschaftliches Geben und Nehmen, eine Balance zwischen Hingabe und Autonomie, zwischen Nähe und Distanz. Liebe ist nicht nur ein starkes Gefühl, es ist auch eine Entscheidung. In einer Liebesbeziehung sollen deshalb sowohl Gefühle als auch der Verstand zum Tragen kommen. Doch diese Balance immer wieder für sich und miteinander zu suchen und zu finden, bedeutet Arbeit, bedeutet Disziplin. Denn diese Ausgewogenheit ist keine Konstante, die sich einmal eingestellt hat und sich nicht mehr verändert, sondern es ist ein fragiles Kontinuum, das sich immer wieder neu einpendeln muss.
Jede/r kann mit Verstand und Willen daran arbeiten, die Gefühle der Liebe zu erhalten, immer wieder zu finden und zu nähren. Die Liebe ihrerseits hilft dabei, dass ich mich bemühe, der Liebe mit meinem Verstand Sorge zu tragen..

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Cora Burgdorfer
dipl. Psychologin FH
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
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Das Gute sehen
Kennen Sie auch unerschütterliche Optimisten in Ihrem Bekanntenkreis? Und kennen Sie ebenso Schwarzmaler, hoffnungslose Pessimisten, kritische und zynische Menschen? Und wie schätzen Sie sich selber ein? Wären Sie gerne etwas zuversichtlicher und positiver? Gerade in unsicheren Zeiten ist eine optimistische Grundeinstellung von grossem Vorteil: Sie macht uns psychisch und physisch resilienter. Kann man eine solche Haltung erlernen? Neurologische Untersuchungen haben gezeigt, dass dies in jedem Alter möglich ist.
Unsere Vorfahren mussten in erster Linie um ihr Überleben kämpfen und deshalb sehr achtsam sein, ob irgendwo eine Gefahr lauerte. Daraus hat unser Gehirn leider eine Vorliebe für das Negative entwickelt. Wir lernen sehr schnell aus unangenehmen, schmerzhaften Erfahrungen, die wir logischerweise nicht wiederholen wollen. Auf der anderen Seite lernen wir nur sehr langsam aus positiven Erfahrungen. Von den 60 000 Gedanken, die wir täglich haben, sind zirka 70 Prozent Nebensächlichkeiten, die wir sofort wieder vergessen. 27 Prozent sind negativ und nur 3 Prozent sind positiv.
Wenn Sie an Ihrer Negativitätstendenz etwas verändern möchten, geht es darum, zuerst einmal die Gedanken zu beobachten, ohne dabei schon etwas anders machen zu wollen. Nehmen Sie nur wahr, was Ihnen so durch den Kopf geht. Da zeigen sich sehr oft Ärger, Groll, Entwertungen anderen Menschen gegenüber, aber auch gegen sich selbst gerichtete Gedanken. Der «innere Kritiker» spricht zu uns: Mach schneller, mach es besser, mach mehr, mach es allen recht, sei perfekt! Wenn wir dies realisieren, braucht es nur einen kleinen Schritt zur Überlegung: Wollen wir diese Gedanken wirklich oder möchten wir nicht liebevoller, sanfter, vergebender auf uns und die Welt schauen?
Jeder Tag schenkt uns die Möglichkeit neue Erfahrungen zu machen. Sie können mehr auf Positives achten und sei es noch so klein. Wenn Sie etwas Schönes feststellen, bleiben Sie einen Moment dabei und vertiefen Sie diesen Eindruck ein klein wenig. Wenn Sie mit nicht wertenden Augen durch die Welt gehen, fällt Ihnen überall etwas auf: die Wolken, der Grashalm am Wegrand, aber auch ein Wasserfleck kann durchaus hübsch sein, Staub kann als kosmische Materie gedeutet werden, ein langsamer Autofahrer kann zum Nachdenken über das eigene Tempo anregen. Vieles kann, aus einer anderen Perspektive gesehen, einen neuen Sinn ergeben.
Sie können auch selber aktiv werden und eine positive Erfahrung erschaffen: Sich selber oder jemandem ein Kompliment machen, ein liebes SMS schreiben, ein Musikstück hören, welches Ihnen ein gutes Gefühl gibt. Die Katze streicheln, spazieren gehen oder das Bett frisch beziehen. Dabei geht es weniger darum, was ich tue, als wie ich etwas tue. Erinnern Sie sich jeden Abend an die schönen Erlebnisse des Tages. So lernt ihr Gehirn diesen Erfahrungen mehr Gewicht beizumessen und das Leben wird insgesamt viel angenehmer.

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