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Cora Burgdorfer
dipl. Psychologin
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
www.oekberatung.ch

Wie geht es Ihnen?
Wie geht es Ihnen wirklich? Ein bisschen tiefer: wie geht es Ihnen tief in Ihrem Herzen? In dieser dichten, in dieser bewegten Zeit, in dieser verrückten Welt?
Vielleicht fühlen Sie eine kleine Traurigkeit, fühlen sich alleine oder unverstanden. Oder es gibt einen Teil, den Sie selbst nicht lieben. Vielleicht möchten Sie etwas lieber nicht spüren oder einem bestimmten Thema gerne aus dem Weg gehen. Oder Sie fühlen sich unverstanden und ungeliebt, haben das Gefühl sich ständig anstrengen zu müssen.
Wenn Sie sich fragen: «Wie geht es mir eigentlich?» ist die Frage nahe: «Was fehlt mir gerade?» Sind es materielle Dinge, die Ihnen fehlen? Fehlt es Ihnen an Zeit? An Musse und Entspannung? Oder fehlt es an Verbindung und Liebe? Es lohnt sich ehrlich zu sein und nicht wegzuschauen. Den Schmerz und die Sorgen anzuerkennen, zu fühlen. Oft sind wir verhärtet, verstockt und lieblos uns selber gegenüber oder wir schauen mit einem sehr kritischen Blick auf uns.
Das Thema anschauen heisst: etwas genauer hinzusehen, hinzufühlen, sich damit zu beschäftigen. Dies braucht ein wenig Zeit, einen Moment der Ruhe, um zuzulassen, was da ist. Und zu anerkennen, dass es sich gerade nicht so gut anfühlt. «Es» spüren, ohne Schuldzuweisung, ohne Anklage. Zu merken: Hier komme ich nicht weiter… Wie oft flüchten wir, lenken uns ab, schieben die «Schuld» auf andere und dissoziieren den Schmerz? Freund Alkohol oder das Handy sind dabei nur im ersten Moment vermeintliche Helfer. Denn leider ist das Problem nicht weg, sondern kommt in einer anderen Form zurück. Die unbewussten Schatten tauchen immer wieder auf, so lange, bis sie geheilt sind. Die Lösung kommt daher nicht von aussen, sondern von innen. Es braucht allerdings Mut und Ehrlichkeit da hinzugucken. Wie können Sie liebevoll im Austausch mit den «schwierigen» Gefühlen wie Angst, Wut, Schuld und Scham sein? Und den Unterschied spüren, dass Sie nicht wütend sind, sondern Wut fühlen? Es ist ein Teil von Ihnen, aber nicht das Ganze. Dann können Sie sich fragen: «Was kann ich für dich tun, liebe Wut?» Vielleicht will sie gelebt werden? In Form einer Aktivität? Sie könnten joggen gehen oder auch mal mit dem Kopfkissen auf das Bett hauen, Sie können laut singen oder auch ganz prima die Fenster putzen. Wut ist eine wunderbare Energie, wenn Sie sie nicht gegen sich oder andere Menschen richten. Was können Sie tun, wenn Sie Angst fühlen? Können Sie sich liebevoll Mut zusprechen und die Angst bejahen? Sie hat ja einen guten Grund, dass sie hier ist. Wichtig ist, dass Sie alle Gefühle bejahen, nicht nur die schönen und freudigen. Emotionen brauchen Akzeptanz und Selbstmitgefühl. Wie können Sie auf Ihren inneren Konflikt schauen und sich selbst vergeben? «Auch wenn ich mir dieses Verhalten vorwerfe, achte und schätze ich mich so, wie ich bin» oder «Ich verzeihe mir, dass ich aus guten Gründen nicht anders wollte und dazu stehe ich». Eine solche Haltung gibt ein anderes Lebensgefühl und etwas in Ihnen wird sich aufrichten. Sie dürfen Fehler machen, Sie sind ein Mensch! Und Sie dürfen liebevoll und sanft sein zu sich und Geduld haben.
Ja zu sich selber zu sagen, heisst manchmal auch, Nein zu anderen zu sagen. Sie dürfen Ihre Wahrheit vertreten, ehrlich und echt sein, und sich den anderen zumuten. Zeigen Sie sich verletzlich, zeigen Sie offen, wie es Ihnen geht und auch, was Ihre Bedürfnisse sind. Dies kann freundlich und respektvoll ausgesprochen werden, ohne Drama. Stehen Sie zu sich! Im ersten Moment kann dies auf Widerstand oder Kritik stossen, aber es lohnt sich. Längerfristig können nur so andere Muster und Verhaltensweisen in einer Beziehung verändert werden. Und manchmal merkt man auch, dass eine Partnerschaft oder eine Freundschaft nicht mehr den eigenen Bedürfnissen entspricht oder nicht mehr guttut.
Nicht alle Probleme und Konflikte sind so einfach lösbar. Wie können Sie dennoch im Frieden sein, auch wenn die Wolke schwer und dunkel über Ihnen hängt? Wie können Sie die Sonne trotzdem sehen und spüren?
Bewegen Sie sich, gehen sie so oft wie möglich raus in die Natur, gerade im Winter! Lassen Sie das Handy ruhig zu Hause, gehen Sie auch alleine in den Wald und atmen Sie tief durch. Suchen Sie einen Sinn im Leben: ob in der Religion, in der Spiritualität, in der Ethik, in der Pflege von Angehörigen oder von Haustieren. Es gibt Halt und Sicherheit etwas Sinnvolles zu tun. Berufen Sie sich auf Ihre Stärken und Talente und versuchen Sie jeden Tag echt und ehrlich zu sich selbst zu sein.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gesegnete Weihnachten und eine wunderbare Zeit mit sich selbst und Ihren Liebsten.

Fragen richten Sie gerne an:
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.oekberatung.ch

Margrit Schmidlin
lic. phil. Fachpsychologin für Psychotherapie FSP
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
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Der erste Eindruck: Fakt oder Fake?
Eine Volksweisheit besagt, dass der erste Eindruck, den wir von einem Menschen gewinnen, oft zutreffend und richtig sei. Doch aus Sicht der psychologischen Wissenschaft und der Lebensrealitäten kann diese Sichtweise kritisch hinterfragt werden.
Denn in der Wahrnehmung unseres Umfeldes spielen verschiedene Faktoren eine wichtige Rolle, die den ersten Eindruck bestimmen: Da ist zunächst unser durch Gene angelegtes «Amphibiengehirn», das unbewusst innert kürzester Zeit entscheidet, ob ein bestimmtes Objekt oder Subjekt, eine Situation eher eine Bedrohung darstellt oder harmlos ist, um entweder reflexartig eine Fluchtreaktion oder einen Angriff oder eine neugierige Annäherung hervorzurufen. Im Weiteren spielen ebenfalls unbewusst das Aussehen, der Geruch, die Stimme, die Mimik und Körpersprache, die Kleidung und das Aussehen eine wesentliche Rolle dabei, ob wir einen Menschen als eher sympathisch oder unsympathisch einschätzen. Erscheint uns der Unbekannte / die Unbekannte irgendwie «fremd» oder erinnert er/sie uns bewusst oder unbewusst in irgendeiner Weise an jemanden, mit dem wir schlechte Erfahrungen gemacht haben, so werden wir auch den Neuling eher unsympathisch und abwertend beurteilen.
Ist dieser erste Eindruck einmal gegeben, kommt dann hinzu, dass der Mensch tendenziell weitere neue Informationen so aufnimmt und verarbeitet, dass sie in sein/ihr bestehendes vorgefasstes Bild passen. Wenn mir also jemand unsympathisch erscheint, werde ich später eher nur jene neuen Informationen über ihn/sie aufnehmen, die in meine Überzeugung passen und die positiven Eigenschaften eher ausser Acht lassen. Umgekehrt sehe ich vor allem die positiven Eigenschaften, wenn mir jemand zu Beginn schon sympathisch war und schaue über negative Eigenschaften oder Erfahrungen hinweg. Die vorgefasste Meinung ist dann nur allmählich und schwer zu verändern. Doch wie oft haben Sie sich schon in einem Menschen getäuscht?
Studien haben gezeigt, dass Menschen, die jung, attraktiv, verbal geschickt, intelligent und erfolgreich sind, insgesamt positiver eingeschätzt werden, unabhängig von ihrem Charakter oder ihrem Verhalten! Auch Narzissten und Soziopathen können sehr wohl charmant und gewinnend wirken, obwohl sie kaum zu wahrer Empathie fähig sind. Diese Fehleinschätzung zeigt sich auch in der Verwunderung, dass ein Mensch, der von seinen Arbeitgebern oder Nachbarn als nett, unauffällig und harmlos eingestuft wurde, doch zum Straftäter geworden ist. Kürzlich war in der Presse zu lesen, dass rund die Hälfte der Kinder in der Schweiz von häuslicher Gewalt betroffen seien; mit grosser Wahrscheinlichkeit kennen Sie demnach jemanden, der davon betroffen ist, sei es als Opfer oder als Täter/in.
Auf der anderen Seite gibt es durchaus auch positive Überraschungen bei Menschen, die uns anfänglich eher unsympathisch erschienen sind: Wenn wir die Gelegenheit haben und ihnen die Chance geben, sie besser kennenzulernen, entdecken wir doch «plötzlich» positive Eigenschaften, die wir nicht vermutet hätten. Daraus können wertvolle Beziehungen und tiefe, verlässliche Freundschaften oder auch Liebesbeziehungen entstehen zu Menschen, die zuvor nicht in unser «Beuteschema» gepasst haben.
Das Unbewusste spielt insgesamt in unserer Wahrnehmung und Beurteilung von einer Person oder Situation eine oft grössere Rolle, als wir meinen. Die vermeintlich vernünftigen Argumente und Überzeugungen, die wir in der Beurteilung anführen, sind meist die Folge von unbewussten Prozessen und Gefühlen. Unsere Einschätzung ist nicht so objektiv, wie wir glauben, sondern sie folgt der Richtung, die unsere Gefühle vorgegeben haben.
Es lohnt sich somit, auch unserer eigenen Wahrnehmung und unserem Urteil gegenüber skeptisch zu sein, denn es gibt immer auch eine andere Sichtweise, eine andere Wahrheit als die unsere!

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Cora Burgdorfer
dipl. Psychologin
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Die Todesanzeige
Der Brief liegt auf meinem Praxistisch und das Couvert lässt mich schon erahnen, dass es eine Todesanzeige sein könnte. Ich öffne ihn bange und sehe das Foto einer Klientin. Völlig unerwartet trifft mich diese Nachricht. Was? Das darf doch nicht wahr sein! Zwar liegt das letzte Gespräch schon etwas zurück, aber die Klientin ist mir so lebendig in Erinnerung. Verzweifelt zwar in der letzten Sitzung, aber nein, das kann doch kein Suizid sein? Die Abschiedsworte lassen die Todesursache offen. Ich denke mir alle möglichen Todesarten aus. Ich kann es nicht glauben, ich will es nicht glauben. Sie hatte den gleichen Jahrgang wie ich. Noch nicht ganz 60 Jahre alt. Das ist doch kein Alter zum Sterben! So viel gelebtes Leben, so viele Erfahrungen, so viele Krisen, so viele Ressourcen. Und jetzt: fertig? Sie wird nie mehr meine Praxis betreten, wir werden nie mehr gemeinsam lachen, sie wird nie mehr sagen: «Das ist eine gute Frage, darüber muss ich nachdenken.» Sie wird mir fehlen. Ich nehme das Patienten-Dossier hervor und lese die Akten durch. Habe ich etwas übersehen, habe ich etwas verpasst? Hätte ich etwas tun können, etwas verhindern können, ihr mehr Mut machen sollen? Muss ich mir Vorwürfe machen, ein schlechtes Gewissen haben? Nein, sagt die professionelle Stimme in mir. Du kannst nichts aufhalten, nichts verhindern. Du bist nicht allmächtig. Und doch? Waren da nicht Anzeichen? Ich gehe nochmals die letzten Jahre durch und bleibe immer wieder hängen. Da gab es Abstürze, Krisen, dunkle Phasen. Aber auch Fortschritte und Zuversicht, eine neue Beziehung und berufliche Perspektiven.
Ich spüre, wie die Trauer langsam hochkriecht. Ich will das nicht. Ich will diese Trauer nicht, ich will diesen Abschied nicht. Ich will nicht auf diese Klientin verzichten. Das darf doch alles nicht wahr sein. Aber da steht es schwarz auf weiss. Ich lege das Dossier zur Seite, zum Ablegen. Die Todesanzeige stelle ich auf den Tisch. Soll ich nun eine Kerze dazustellen? Nein, das ist übertrieben. Es ist ja schliesslich nur eine Klientin, keine Freundin. Nur eine Klientin? Sie war ein Mensch, der mir über Jahre hinweg ihre innersten Gedanken mitgeteilt hat. Ich suche eine kleine Kerze und zünde sie an. Adieu und ruhe in Frieden!
Bei dieser Gelegenheit wird mir wieder einmal bewusst, wie speziell eine «therapeutische Beziehung» ist. Einseitig, denn ich weiss sehr viel über das Leben meiner Klienten und sie wissen fast gar nichts über meines. Manchmal werde ich gefragt, wo ich in den Ferien war, und manchmal rutscht mir ein: «Ja, das kenne ich!» über die Lippen, wenn Klienten von schlaflosen Nächten mit ihren kleinen Kindern erzählen. Wenn man die Wirkfaktoren von Therapien untersucht, steht an erster Stelle die therapeutische Beziehung. Die Qualität dieser Beziehung trägt ganz wesentlich zum Erfolg einer Therapie bei. Der Klient muss sich verstanden, akzeptiert und wertgeschätzt fühlen, die «Chemie» muss stimmen, denn nur so kann sich jemand öffnen und Vertrauen fassen. Die Haltung der Therapeutin soll immer unterstützend, positiv und zuversichtlich sein, wertfrei und nicht verurteilend. Viele Klienten sagen: «Es tut gut, mit jemandem zu sprechen, der sonst in meinem Leben nichts mit mir zu tun hat und neutral auf die Situation blickt.»
Die meisten Menschen kommen in eine Therapie, weil sie zwischenmenschliche Probleme haben, sei dies mit dem Partner, der Partnerin oder mit der Mutter, dem Kind oder der Schwiegermutter. Diese Beziehungskonflikte können in einem geschützten Rahmen erlebt, besprochen und bearbeitet werden und die Klientin kann so eine neue Beziehungserfahrung machen. Die Möglichkeit alles aussprechen zu dürfen, manchmal jahrelang Unterdrücktes, schafft eine sehr spezielle, vertrauliche Atmosphäre und auch ein Machtgefälle zwischen der Therapeutin und der Klientin. Darin liegt eine grosse Verantwortung. Diese Vertrautheit schafft keinen Raum für die Anbahnung einer persönlichen Beziehung, dafür ist jederzeit die Therapeutin verantwortlich. Die Beziehung bleibt strikt innerhalb des therapeutischen Kontextes. Die Therapie soll helfen, den eigenen Weg zu finden und nicht eine neue Abhängigkeit zu schaffen, der Therapeut ist auch kein «Retter».
Meine Gedanken kommen zurück und ich fühle Demut: Ich durfte die verstorbene Klientin kennenlernen und sie begleiten. Ich habe versucht, sie in ihrem Wesen zu erkennen und sie auf ihrem Weg zu unterstützen. Wie immer am Ende einer Therapie bedanke ich mich für das Vertrauen und für die gemeinsam verbrachte Zeit. Und ich bin traurig.

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Margrit Schmidlin
lic. phil. Fachpsychologin für Psychotherapie FSP
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Neue Finanzierung für Psychotherapie
Psychische Störungen zählen weltweit zu den häufigsten und am meisten einschränkenden Krankheiten. Dazu zählen zum Beispiel Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen, Folgestörungen von Traumatisierungen, somatoforme Störungen und Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen. Für diese stellt insbesondere die Psychotherapie eine anerkannte und wissenschaftlich unbestrittene Therapieform dar.
Bisherige Regelung
Bisher wurden Psychotherapien nur dann von der Grundversicherung übernommen, wenn sie von einem Psychiater oder einer Psychiaterin durchgeführt wurden. Psychotherapien von Psychologen und Psychologinnen konnten lediglich zuhanden der obligatorischen Krankenpflegeversicherung OKP – der Grundversicherung – abgerechnet werden, wenn sie delegiert und unter Aufsicht von dazu berechtigten Ärzten und Ärztinnen in ihren Räumlichkeiten erbracht wurden.
Psychologische Psychotherapeuten und -therapeutinnen erbringen allerdings auch auf Beratungsstellen und in eigenen Praxen dieselben Leistungen wie in der ärztlichen oder delegierten Psychotherapie, jedoch mussten sie von Patienten und Patientinnen selbst bezahlt werden oder wurden via Zusatzversicherungen nur teilweise vergütet.
Neu: das Anordnungsmodell
Seit dem 1. Juli 2022 ist eine Neuregelung der psychologischen Psychotherapie im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung schweizweit in Kraft getreten: das sogenannte Anordnungsmodell. Dadurch können anerkannte psychologische Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen die Behandlung von psychischen Erkrankungen neu via die Krankenkassen-Grundversicherung verrechnen. Voraussetzung dafür ist, dass die psychologischen Therapeutinnen und Therapeuten über eine kantonale Bewilligung zur Berufsausübung gemäss Psychologiegesetz verfügen. Die psychologische Psychotherapie muss vorgängig von einem Hausarzt, einer Hausärztin oder einem Psychiater, einer Psychiaterin verordnet werden, analog einer Verordnung zu einer Physiotherapie.
Diese Verordnung ermöglicht dann vorerst 15 psychotherapeutische Sitzungen. Nach Rücksprache zwischen Zuweiser/in und Psychotherapeut/in sind weitere 15 Sitzungen möglich. Sollte die Psychotherapie nach diesen 30 Sitzungen erneut verlängert werden müssen, benötigt es einen ausführlichen schriftlichen Bericht zur Situation des Patienten oder der Patientin. Dieser Bericht wird von einem unabhängigen Psychiater, einer unabhängigen Psychiaterin beurteilt und die Krankenkassen erteilen dann aufgrund deren Einschätzung eine Kostengutsprache für die Fortführung der Psychotherapie.
Selbstzahlend bleiben
Eine Psychotherapie kann auch als selbstzahlende Person weitergeführt oder begonnen werden. Dies kann je nach Franchise und unter Berücksichtigung des Selbstbehaltes sinnvoll sein oder wenn Sie nicht wünschen, dass der Arzt oder die Krankenkasse von Ihrer Therapie erfahren. Allenfalls ist auch zu berücksichtigen, dass eine Lebensversicherung, die Sie zu einem späteren Zeitpunkt abschliessen möchten, Vorbehalte machen könnte, wenn sie von einer absolvierten Psychotherapie erfährt.
Von der Grundversicherung nicht vergütet werden so oder so psychologische Behandlungen und Beratungen, welche zum Zwecke der Selbsterfahrung, Selbstverwirklichung oder der Persönlichkeitsreifung dienen.
Bedauerlicherweise werden auch Paartherapien und Eheberatungen nicht bezahlt, wenn sie nicht im direkten Zusammenhang mit einer Krankheit durchgeführt werden, obwohl psychische Probleme in der Beziehung zu schweren psychischen Belastungen und Krisen führen können.
Selbstverständlich können und müssen deshalb diese Angebote und Beratungen weitergeführt werden, da sie letztlich der Gesundheit der Bevölkerung dienen. Umso wichtiger sind und bleiben da Beratungsstellen, welche staatlich und/oder kirchlich unterstützt werden, damit Familien und Paaren in psychischer Not fachlich kompetent und für alle erschwinglich geholfen werden kann..

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