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Sonja Wunderlin, Naturärztin
Praxis am Laufenplatz 148, 5080 Laufenburg, Tel. 062 874 00 16

Die Landschaft verspeisen
Sie fragen sich jetzt vielleicht: Wie kann man eine Landschaft verspeisen?
Es ist wieder Wander-Zeit. Auch ich packe den Rucksack und bewandere in meinen Ferien die Schweiz. Wandern ist Seelenbalsam. Und ich fühle mich nach einem ausgiebigen Marsch über Berge und durch Felder und Wälder gut genährt. Das Auge isst ja bekanntlich mit. Aber nicht nur.
Unterwegs wird nämlich immer auch botanisiert und gesammelt fürs Essen unterwegs. Es wird also die gesundende Landschaft nicht nur durchs Auge aufgenommen, sondern auch über die Verdauung buchstäblich verinnerlicht.

 Das Schönste ist, wenn die Delikatessen mir geradewegs in den Mund wachsen. Ich nasche gerne von den knackigen weis­sen Robinienblüten im Frühling. Versenke einen Blütenstand der Traubenkirsche oder des Mädesüss in der Trinkflasche –die aromatisiert alles mit einem feinen Bittermandelaroma. Und wenn die Blätter des Bärlauchs schon lange nicht mehr essbar sind, lege ich mir unterwegs die Bärlauch-Blüten aufs Sandwich.
Wildpflanzen haben etwas Eigenwilliges, sind zäh, widerstandsfähig und kräftig im Geschmack. Deswegen haben sie es auch in sich: Beispielsweise im Knopfkraut, einem Unkraut im Gemüsegarten, ist dreimal so viel Eisen drin wie im Spinat. Das zusätzlich enthaltene Vitamin C erleichtert die Aufnahme des Eisens. Das ist sehr interessant bei immer wiederkehrendem Eisenmangel.
Isst man Giersch als Salat, hat man das 20-fache an Vitamin C eingenommen im Vergleich zum Kopfsalat. Abgesehen von einem hohen Gehalt an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen finden sich in den Wildpflanzen ausserdem verschiedene Bitterstoffe, die einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit leisten. In gängigen Gemüsen und Salaten sind Bitterstoffe grösstenteils herausgezüchtet worden, fehlen deshalb in der Ernährung. Isst man etwas Bitteres, werden alle Verdauungsdrüsen angeregt; es werden vermehrt Speichel, Magensäure, Galle und Verdauungsenzyme ausgeschieden, welche auf verschiedenen Ebenen im Verdauungskanal die optimale Verdauung einleiten. Der pH-Wert ist im Mund leicht basisch, im Magen sehr sauer, im Darm gleicht er sich langsam wieder aus durch die basische Galle und die Enzyme der Bauchspeicheldrüse.

Bitterstoffe
Die regelmässige Einnahme von bitteren Kräutern wirkt sich positiv aus auf den Stoffwechsel, Allergien, Unverträglichkeiten, chronische Ekzeme und ein geschwächtes Immunsytem, verbessert die Verdauung und unterstützt die Darmflora.
Der einfachste Weg, zu Bitterstoffen zu kommen, ist das Essen von Wildpflanzen wie Löwenzahn, Gänseblümchen, Bärenklau, Giersch, Schafgarbe, Dost. Oder man bedient sich der klassischen Gartenkräuter wie Wermut, Minze, Beifuss, Thymian, Bohnenkraut, Salbei oder Rosmarin.

Sammel-Regeln in der Landschaft
1. Nur sammeln, was man sicher kennt.
2. Sammeln nur an Orten, an denen weder gedüngt noch gespritzt wird. Bahngeleise werden regelmässig mit dem Pflanzengift Glyphosat gespritzt. Wegränder sind ebenfalls Tabu wegen der promenierenden Hunde, viele Kulturfelder sowie Wegränder sind ebenfalls gespritzt.
3. Grundsätzlich bei trockenem Wetter nach Sonnenhöchststand sammeln.
4. Gesunde trockene Pflanzen sammeln.
5. Nur so viel ernten, wie man in einem Jahr verbraucht.
6. Nur so viel sammeln, dass keine Veränderung des Terrains wahrgenommen werden kann. Seltene Pflanzen lieber in der Drogerie/Apotheke besorgen. Geschützte Pflanzen stehen lassen.

In den kommenden Ferien freue ich mich auf wilden Thymian am Weg, auf die ährige Rapunzel, die roh gegessen eine Delikatesse ist, oder auf die Beeren des in etwas höheren Lagen wachsenden roten Holunders, aus denen sich ein knallroter erfrischender Drink zaubern lässt. Ein Fach des Rucksacks ist reserviert für die essbare Landschaft.
Und nun wünsche ich auch meinen Lesern viel Freude beim Verspeisen der Landschaft und erholsame Zeit in der Natur.

Fragen richten Sie gerne an:
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.sonjawunderlin.ch

Sonja Wunderlin, Naturärztin
Praxis am Laufenplatz 148, 5080 Laufenburg, Tel. 062 874 00 16

Natürliche Verhütung und Familienplanung
Frauen können durchaus 40 Jahre ihres Lebens in der fruchtbaren Phase sein. Das bedeutet eine enorm lange Phase, in der die Verhütung ein Thema ist. Jede Verhütungsmethode hat ihre Vor- und Nachteile. Es geht darum, die passende für die jeweilige Lebenssitua­tion zu finden. Die ganz persönlichen Wünsche, die körperliche Verfassung der Frau und gesundheitlichen Risikofaktoren spielen dabei eine Rolle.
Öfters habe ich Paare bei mir, die seit Beginn ihrer Beziehung hormonell (Pille, Minipille, Hormonspirale, Hormonstäbchen, Hormonring, Dreimonatsspritze) oder mit Kupfer (Kuperspirale, Kupferkette, Kupfer­per-lenball) verhüten. Dazumal war es für sie die einfachste Lösung. Mit den Jahren hat sich ihre Situation jedoch verändert, ihre Beziehung ist stabil, allenfalls möchten sie später mal eine Familie gründen. Für diese Paare sowie auch für Paare, welche die Familienplanung bereits abgeschlossen haben, macht es Sinn, über die natürliche Empfängnisverhütung nachzudenken.

Vorteile der natürlichen Verhütungsmethode:
• Es wird in keinster Weise auf den Körper der Frau eingewirkt, weder hormonell noch durch Kupfer-Ionen. Der Zyklus geschieht ganz natürlich, die monatliche Blutung findet statt. Es sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.
• Die Frau lernt den weiblichen Körper auf ganz neue Art kennen und die Zusammenhänge Zyklus - Lust - Fruchtbarkeit - Befindlichkeit besser verstehen. Der Partner wird von Anfang an miteinbezogen, anders als bei hormonellen Verhütungsmitteln, wo er sich darauf verlassen muss, dass frau sicher verhütet.
• Es gibt viele Tage, an denen gar nicht verhütet werden muss, was viele Paare sehr schätzen.
• Wenn ein (erneuter) Kinderwunsch aufkommt, muss nichts umgestellt oder abgesetzt werden.
• Der Pearl-Index liegt nach aktuellem Stand bei 0,4 bei optimaler Aufklärung und Anwendung, schneidet sogar besser ab, als die Kupferspirale.
• Die Methode ist zudem im Vergleich sehr kostengünstig (sie brauchen dazu nur ein Thermometer) und schont die Gewässer (Östrogenbelastung).

Wie funktioniert das nun?
Bei der symptothermalen Methode geht es darum, den Körper zu beobachten und so die fruchtbaren Tage zu ermitteln. Es werden zwei Parameter täglich beobachtet und in vorgedruckte Tabellen eingefügt: Basaltemperatur und Vaginalschleim. Durch Veränderungen der Temperatur und des Schleims kann der Tag des Eisprungs und somit die Mitte der fruchtbaren Zeit ermittelt werden. Die Eizelle kann jedoch 24 Stunden lang befruchtbar bleiben, aber auch die Spermien können bis zu 6 Tage (!) überleben. Daraus ergibt sich eine fruchtbare Phase, die je nach Frau und Zyklus 7 bis 9 Tage dauern kann. An diesen Tagen wird mit Kondom, Femidom oder Diaphragma fachgerecht verhütet. An den unfruchtbaren Tagen, welche den Grossteil des Zyklus ausmachen, muss nicht verhütet werden.
Die Methode zu erlernen und anzuwenden ist sehr einfach, braucht am Anfang aber etwas Übung. Klassische Fehler entstehen durch mangelnde Information und falsche Vorstellungen, die sich hartnäckig halten. Hier die drei häufigsten Annahmen, durch welche schon manches Kind entstanden ist: Der Eisprung sei grundsätzlich in der Zyklusmitte zu finden. Die fruchtbaren Tage beschränkten sich auf die drei Tage rund um den Eisprung. Während der Menstruation sei frau nicht fruchtbar.
Lassen Sie sich fundiert und individuell beraten.
Und nun wünsche ich viel Freude, ist sie doch das Wichtigste an der Sache...

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Sonja Wunderlin, Naturärztin
Praxis am Laufenplatz 148, 5080 Laufenburg, Tel. 062 874 00 16

Gartenflora und Hautflora
Sie fragen sich nun vielleicht: Was hat denn die Gartenflora mit der Hautflora zu tun?
Lassen Sie mich im Garten beginnen: Die Erde ist nur sehr ungern unbedeckt. Nach dem Umspaten im Garten wachsen auf den offenen Stellen sehr schnell schon Ackerbeikräuter, deren Samen in der Erde geschlummert haben. Sie bedecken die Erde und schützen den Boden so vor Verwitterung. Zu Gärtners Leidwesen wächst meist nicht das Gemüse am schnellsten.
Die effektivste Methode, das Ackerbeikraut (das dann eben zum «Unkraut» geworden ist) in Schach zu halten, ist ein Abdecken der kahlen Erde. Das geht am besten mittels einer Gründüngung, beispielsweise mit Phacelia, Inkarnatklee oder Senfsaat, durch Mulchen (eine dichte Decke aus Blättern, feinem Häcksel, Grünschnitt, Stroh) oder man deckt die Erde mit Folien oder Matten. Jäten ist selbstverständlich auch eine altbewährte Methode, nur wird man dabei nie fertig, denn wo die Erde wieder kahl liegt, ist das Beikraut immer schneller.
Bezeichnenderweise nennen wir den Erdenbewuchs genauso wie unseren Hautbewuchs «Flora». Und hier wechsle ich das Terrain, denn auf unserer Haut verhält es sich sehr ähnlich wie im Garten: Die Haut ist bedeckt mit allerlei Mikroorganismen wie Bakterien und Pilzen, die friedlich zusammen leben. Die Flora auf einer gesunden Haut ist geschlossen. Die Mikroorganismen erzeugen Stoffwechselprodukte, welche für die Eigenschaften der Haut günstig sind und den pH-Wert stabilisieren. Dieses sogenannte «Mikrobiom» trägt wesentlich dazu bei, die Haut und den gesamten Organismus vor eindringenden Krankheitserregern zu schützen.
Wenn nun die Besiedelung durch zu häufiges Waschen mit Seifen, Anwendung von Desinfektionsmitteln oder nach gewissen Antibiotika gestört ist, also die Flora von Haut und Schleimhäuten offene Stellen aufweist, geschieht etwas Ähnliches wie im Garten: Die Aggressiveren nehmen die freien Plätze ein. Beispielsweise Pilze, die natürlich auf der Haut vorkommen, vermehren sich schnell, vergrössern ihr Revier und verursachen eine sogenannte «Pilzinfektion», es juckt stark und das Hautbild ist verändert. Symptome können auftreten beispielsweise im Magen-Darm-
Trakt (empfindliche Schleimhäute, Durchfälle, Blähungen), Vulva und Vagina (jucken, Vaginalschleim ist vermehrt und riecht nach Hefe), Blase (Blasenentzündung) oder auf der Haut (Ekzeme).
Nach diesen Ausführungen versteht es sich, dass die Massnahme der Wahl nicht ein erneutes Bekämpfen der Flora sein kann. Bekämpfen wir mit anti-mykotischen, also pilzwidrigen Mitteln, so hat dies sehr oft Rezidive zur Folge, die Beschwerden kehren nach kurzer Zeit wieder.
Der Symptome auslösende Keim ist also nicht primär böse, sondern angelt sich einfach schneller den freien Platz. Also muss man ihm den Platz streitig machen. Bei einer «Pilzinfektion» wird also die Flora mittels Bakterien aufgebaut und der pH-Wert so verändert, dass sich die Pilze nicht weiter entfalten können. Zusätzlich ist es je nach Beschwerdebild sinnvoll, die Ernährung umzustellen und die Haut mit Ölen zu pflegen. Ähnlich geht man vor bei bakteriellen Infektionen.
Die am einfachsten zu beschaffenden hautfreundlichen Bakterien zur Besiedelung der Schleimhäute sind die Milchsäurebakterien. Sie sind enthalten in Sauerkraut, milchsauer eingemachtem Gemüse und Joghurt. Die Milchsäurebakterien schliessen vorübergehend die nicht besiedelten Stellen und setzen den pH-Wert der Haut herunter, damit sich diese Keime auch wohl fühlen.
Nun wünsche ich gute Besiedelung für Haut und Garten.

Fragen richten Sie gerne an:
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.sonjawunderlin.ch

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