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Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
www.vinzenz-apotheke.ch

Ratgeberreihe Kinder – Grundsätzliches
Wir bekommen in den letzten Jahren vermehrt Fragen zum Thema Kinder. Es werden auch viele spezifische Fragen zu diesem Thema gestellt, wie Kinder-Krankheiten mit den dazugehörenden Behandlungen. Oder wie sieht es mit Impfungen oder allgemeinen Behandlungen kleinerer Befindlichkeits-Störungen aus? Das geht bis zu den wirklich wichtigen Fragen: Woran erkenne ich, wie schwer mein Kind erkrankt ist? Wie kann ich ihm helfen? Wie lindere ich seine Schmerzen? Ab wann muss ich mit meinem Kind zum Arzt? Das Wissen um die Pflege des gesunden und kranken Kindes wird meist nicht mehr wie früher von einer Generation an die nächste weitergegeben. Auch die schnellen Fortschritte in der modernen Medizin verunsichern die Eltern. Damit Sie nicht ratlos – und meist mitten in der Nacht – am Bett Ihres kranken Kindes stehen, werden wir in den nächsten Folgen unserer Ratgeber diese Themen aufgreifen. Falls Sie besondere Fragen haben, wenden Sie sich vertrauensvoll an ihren Arzt oder ihre Apotheke.
Jedes Kind wird mit einem gewissen «Nestschutz» gegen Infektionskrankheiten geboren. Während der Schwangerschaft und Stillzeit gibt die Mutter ihrem Kind einen Teil ihrer Gesundheit in Form von Abwehrkräften weiter (Antikörper gegen selber durchgemachte Krankheiten). Nach einigen Monaten, die Angaben reichen von drei bis sechs, schwindet dieser Schutz und das Kind muss anfangen, sein eigenes Abwehrsystem aufzubauen. Normalerweise beginnen die Babys nach rund einem halben Jahr ihre Umwelt intensiv zu erforschen, alles wandert zügig in den Mund. Damit kommen sie und ihr Immunsystem in Kontakt mit vielen Krankheitserregern und sie lernen, darauf zu reagieren. Dieses Lernen äussert sich in Form von einer «Krankheit». Jedes Kind muss Krankheiten durchmachen, um eine stabile Gesundheit zu erlangen.
Zum Teil kann dieser Schutz ein Leben lang anhalten, zum Teil nur eine gewisse Zeit, da die meisten Erreger ihr Erscheinungsbild so verändern können, dass sie dem Körper als nicht bekannt erscheinen.
Statistisch gesehen macht ein normales Kind in den ersten sechs Lebensjahren Bekanntschaft mit 200 bis 300 verschiedenen Viren (sie lösen Infekte der oberen Luftwege wie Schnupfen, Husten oder Halsentzündungen aus).
Im Kindergartenalter sind zwölf krankmachende Virusinfektionen im Jahr völlig normal. Schulkinder erkranken in der Regel sechs bis achtmal pro Jahr. Jugendliche werden durchschnittlich noch fünfmal im Jahr krank. Im Moment befinden wir uns gerade in der Hochsaison der Infektionen (die kalte Jahreszeit von Herbst bis Frühjahr).
Die Viren lauern überall. Angst vor einer Ansteckung ist bei einem normal gesunden Kind nicht sinnvoll. Schützen können Sie es nur durch Stillen, «Abhärten» und Impfen. Wir kommen in einem späteren Ratgeber darauf zurück.
Kranke Kinder empfinden ihr Kranksein als eine bedrohliche Zeit. Um so wichtiger ist es, dass die Eltern mit der nötigen Gelassenheit und Sicherheit darauf reagieren. Viele Kinder fallen in dieser Zeit eine «Entwicklungsstufe zurück»: entwöhnte Babys schreien nach der Flasche, bereits saubere Kinder machen wieder in die Hose oder sie schlafen nachts wieder schlechter. Das reguliert sich normalerweise völlig nach der Gesundung. Im Gegenteil, oft sieht man nach einer durchgemachten Erkrankung einen richtigen Fortschritt in der Entwicklung: Kinder machen einen Riesenschritt vorwärts, sei es im Längenwachstum oder auch geistig-seelisch. Sie brauchen eben in dieser Zeit besonders viel Zuwendung! Es gilt immer noch: Liebe ist die beste Medizin. Für Eltern heisst das: viel Mitgefühl, kein Mitleiden. Die Kinder dürfen ruhig verwöhnt werden, der Rahmen sollte jedoch so gesteckt sein, dass das Kind auch wieder gesund werden will und nicht durch die uneingeschränkte Aufmerksamkeit (der Mittelpunkt der Familie) verzogen wird.
Die Betreuung der kranken Kinder ist folgendermassen gesetzlich geregelt:
• Gegen Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses muss Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber Ihnen bis zu drei Tage zur Betreuung Ihres kranken Kindes zur Verfügung stellen. Dies gilt pro Krankheitsfall.
• Die Eltern sind jedoch verpflichtet, nach geeigneten Ersatzlösungen (zum Beispiel Pflege des Kindes durch Verwandte oder Bekannte) zu suchen. Diese Pflicht entfällt, wenn die Anwesenheit der Eltern notwendig ist, so zum Beispiel bei einer schweren Erkrankung eines Säuglings. Je nach Erkrankung können Arbeitnehmende auch länger von der Arbeit befreit werden. Der Lohn ist für eine beschränkte Zeit geschuldet.
• Kann nicht auf Bekannte und Verwandte zur Betreuung von kranken Kindern zurückgegriffen werden, bietet das Schweizerische Rote Kreuz einen Dienst zur Kinderbetreuung an. Dabei werden Kinder bis zwölf Jahre zu Hause von einer Betreuerin beaufsichtigt.
Lassen Sie sich von uns beraten.
Vinzenz Apotheke. Eine Quelle der Gesundheit

 

Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
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Mikronährstoffräuber: Säureblocker
Wir gehen in diesem Ratgeber auf das Thema Säureblocker ein. Sie gehören zu den meist verordneten Medikamenten. In diesem Zusammenhang interessiert uns die Gruppe der Protonenpumpen-Hemmer (PPI) wie:
- Omeprazol: Antramups® und Generika
- Pantoprazol: Zurcal®, Pantozol® und
Generika
- Lansoprazol: Agopton® und Generika
- Dexlansoprazol: Dexilant®
- Esomeprazol: Esomep®, Nexium® und Generika
- Rabeprazol: Pariet® und Generika.
Sie werden verordnet, um eine langfristige Blockade (ca. 24 Stunden) der Protonenpumpe in den Belegzellen zu erreichen. In diesen Zellen wird die Magensäure (das Proton) gebildet und die Pumpe befördert sie in den Magen. Die Säure im Magen hat mehrere Aufgaben: sie «desinfiziert» den Speisebrei; bereitet Eiweisse für die Verdauung vor; löst diverse Verbindungen von Protein-Mineralstoff-Komplexen, so dass sie besser aufgenommen werden können. Das ist bei den Mineralstoffen wie Calcium, Magnesium, Zink, Eisen u.a.m. der Fall. Auch die Aufnahme von Vitamin C und Vitamin D wird über den pH-Wert gesteuert.
Gleichzeitig mit der Säureabgabe gelangt auch der sogenannte Intrinsic-Faktor in den Magen. Er ist notwendig für die Aufnahme des Vitamin B12, das seinerseits wichtig für die Eisenaufnahme und Verwertung ist!
Warum verordnet ein Arzt diese Medikamente: (eine Auswahl)
- wenn die Magenschleimhaut nicht mehr genügend Schutzstoffe (einen speziellen Schleimstoff) bilden kann um den Magen vor einer «Selbstverdauung» zu schützen, z.B. bei einem Magen- oder 12-Fingerdarm-Geschwür oder
- bei einem Reflux, dabei schwappt die Säure in die Speiseröhre hoch, weil der Schliessmuskel nicht genügend abdichtet. Dann muss die Säuremenge so stark vermindert werden, dass eine Abheilung möglich ist. Oder es muss die Verätzung als möglicher Schaden in der Speiseröhre vermieden werden; (man weiss, dass ein Reflux mit einer erhöhten Gefahr, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, verbunden ist)
- bei der Ausmerzung der Bakteriums Helicobakter pylori (zusammen mit 2 bis 3 verschiedenen Antibiotika)
- bei einem Reizdarmsyndrom
- als Begleittherapie bei einer Schmerzmitteltherapie

Setzen Sie nicht von sich aus eine Therapie mit PPI ab, fragen Sie Ihren Arzt, wie lange die Einnahme wichtig und sinnvoll ist!
Säureblocker und Vitamin B12
In der Nahrung ist Vitamin B12 an Eiweisse (Proteine) gebunden und wird durch die Magensäure freigesetzt. In dieser Form kann es sich an den Intrinsic-Faktor (ein Transport-Protein) binden und wird mit Hilfe von Calcium im Dünndarm ins Blut aufgenommen. Da wir ein grosses Depot in der Leber haben und der tägliche Bedarf sehr gering ist (1mcg/Tag) kann es bis zu 5 Jahren dauern, bis ein Mangel auftritt. Ein Mangel an Vitamin B12 ist vor allem bei älteren Menschen bekannt. Bei ihnen kommen diverse Medikamente-Kombinationen mit einer schlechteren Nährstoff-Aufnahme und –Verwertung (oft noch verschlechtert durch einseitige Ernährung) zusammen, was zu einem Mangel führt. Der Arzt wird einen diagnostizierten Mangel in diesem Alter durch eine i.m. (in den Muskel gespritzte) Gabe z.B. eine Dosis alle 3 Monate ausgleichen.
Vorbeugen kann jeder Einzelne durch eine ausgewogene abwechslungsreiche Ernährung. Und in besonderen Situationen, wie z.B. während einer Säureblocker-Therapie ist eine zusätzliche Einnahme eines Multimineral- und Multivitamin-Präparates hilfreich.
Das ganze Team der Vinzenz Apotheke wünscht allen Lesern eine gute Zeit