Ein Produkt der mobus 200px

Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken – www.vinzenz-apotheke.ch

Homöopathie: Krankheiten homöopathisch behandeln
Obwohl Kritiker über die «Zuckerkügelchen» spotten, die theoretisch gar keinen Wirkstoff mehr enthalten, ist die Nachfrage nach homöopathischen Heilmitteln sehr gross. Eine homöopathische Arznei ist nicht einfach verdünnt, sondern wird durch intensives Verreiben oder Verschütteln «potenziert». Schüttelt man zum Beispiel 1 Teil Arnikatinktur mit 99 Teilen verdünntem Alkohol, so entsteht Arnica C1. Davon wird wieder 1 Teil mit 99 Teilen Alkohol intensiv geschüttelt, das ergibt Arnica C2. Nun dürfen Sie sich selber vorstellen, wie lange dies geht bis man Arnica C12 oder Arnica C30 hergestellt hat. Die Wirkung dieser potenzierten Arnika-Verdünnung ist nicht zu vergleichen mit der bekannten Wirkung einer Arnika-­Tinktur der Pflanzenheilkunde. Durch diese Art der Herstellung ist eine neue Energie in dem jeweiligen Heilmittel entstanden. Trifft diese Energie in einem Kranken auf ein ihr entsprechendes Beschwerdebild, dann wird sie die Selbstheilungskräfte gezielt aktivieren.
Ein homöopathisches Heilmittel unterdrückt nie Krankheitssymptome, es wird daher nicht primär das Fieber gesenkt oder der Schmerz unterdrückt (damit sich der Patient kurzfristig besser fühlt), sondern die Selbstheilung wird gefördert. Damit sinkt das Fieber, wenn das Immunsystem seine Arbeit gemacht hat und die Erregerzahl soweit vermindert ist, dass die erhöhte Temperatur zur Bekämpfung nicht mehr nötig ist. Der Schmerz als Warnsignal verschwindet ebenfalls dann, wenn der Grund dafür nicht mehr da ist.

Wie wählt man das richtige homöopathische Mittel aus?
Anfänger greifen gerne zu sogenannten Komplexmitteln. Darunter versteht man Mischungen aus mehreren homöopathischen Einzelmitteln, die fixfertig für verschiedene Erkrankungen angeboten werden. Diese Mittel wirken nur dann, wenn das richtige Einzelmittel für diesen Patienten darin enthalten ist, sein Beschwerdebild also genau auf die enthaltene Mittelkombination passt. Arnica oder Arnica-Kombinationen sind dafür ein gutes Beispiel. Klassische Homöopathen verschreiben in der Regel nur ein Einzelmittel aufs Mal. Die genaue Beobachtung der individuellen Symptome des Patienten und die Art und Weise wie der Patient seine Krankheit wahrnimmt, ist für den Homöopathen sehr wichtig. So werden zwei Patienten mit der gleichen Krankheit unterschiedliche Mittel erhalten, weil der erste zur Linderung seiner Beschwerden gerne an der frischen Luft spazieren geht, während der andere sich wohler fühlt unter einer warmer Bettdecke im abgedunkelten Zimmer. Ein Homöopath merkt sich auch, ob der Patient unruhiger, aggressiver, anhänglicher oder ängstlicher wirkt als sonst, d.h. wie wurde er von der Krankheit verändert. Auch die Gesichtsfarbe oder eine hastige Sprache können zur Wahl der richtigen Arznei entscheidend sein. Sind die Beschwerden erstmals nach einem speziellen Ereignis, z.B. einem Todesfall oder einer Kündigung aufgetreten, könnte das ein Hinweis auf eine Ursache geben. Durch die sogenannten Modalitäten wird das Beschwerdebild abgerundet: was verschlimmert die Beschwerden und was tut dem Patienten besonders gut.
Je «blumiger» ein Kranker seine Beschwerden erzählen kann, desto einfacher findet man eine Arznei, die dem Beschwerdebild möglichst ähnlich ist, denn ausgefallene Symptome, wie «beim Husten bekomme er immer Angst, die er im Bauch spüre» oder «bei Halsweh esse er am liebsten heisse Suppe», können wertvolle Hinweise sein.
Im nächsten Ratgeber sprechen wir über Dosierung und die Wahl der geeigneten Potenz, aber auch zu Grenzen der homöopathischen Selbstbehandlung. Für Fragen beraten wir Sie gerne
z.B. in der
vinzenz apotheke – quelle der gesundheit