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Lukas Rüetschi  eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick, www.ruetschi-ag.ch

Liquiditätsflut – Der Rückweg kann gefährlich werden
Seit der Finanzkrise wurden alle aufkommenden Probleme mit Notenbankgeld überflutet. Schon längere Zeit sieht man, dass immer mehr Geld keinen zusätz­lichen Nutzen bringt. Immerhin, die amerikanische Wirtschaft zeigt sich recht robust, auch wenn das Wirtschaftswachstum eher mager ist, wenn man diese riesigen Stimulationen berücksichtigt. Das ist auch der Grund, weshalb die amerika­nische Notenbank FED die Zinsen in minimalsten Dosen leicht anhebt. Beim Abschöpfen der riesigen Geldflut müssen die Notenbanken extrem vorsichtig vorgehen, damit es an den Aktien- und auch Obligationenmärkten nicht zu einer Panik kommt, welche dann wiederum eine negative Wirkung auf die Realwirtschaft haben könnte Das ist aber einfacher gesagt als gemacht. Die Anleger haben 10 Jahre Zinssenkung um Zinssenkung im Hinterkopf und Liquidität ist fast unbeschränkt verfügbar. Normale Gefahren sind vergessen gegangen oder liegen ausserhalb des Denkbaren. Genau dies ist der Nährboden für grössere Verwerfungen. Wenn plötzlich alle durch die gleiche Tür rausrennen wollen, wird das kaum ohne Probleme gehen. Deshalb werden die Zentralbanken alles daran setzen, die Sache so behutsam wie möglich zu steuern. Ob das gelingt, werden wir in ein paar Jahren sehen. Einfach wird das nicht und es wäre das erste Mal, dass eine Art Planwirtschaft ohne grössere Reibungen funktionieren würde. Heftigere Gewitter dürfen uns nicht überraschen.

Kommen magere Jahre?
Vieles deutet darauf hin, dass den Anlegern eher magere Jahre bevorstehen. Obligationen können nur noch über weitere Kursgewinne (durch noch tiefere Zinsen) Gewinne abwerfen, was immer unwahrscheinlicher wird resp. hier auch nicht mehr viel «Luft» vorhanden ist, ausser man investiert in extrem lange Obligationen, welche dann aber auch ein sehr grosses Zinsänderungsrisiko bei Zinsanstiegen haben. Die Immobilienrenditen sind auch auf einem Langzeittief und die Vermietung wird auch nicht einfacher. Rendite kann man fast nur noch mit Aktien erzielen. Die tiefen Früchte sind aber schon längst geerntet und die Aktienmärkte sicher nicht mehr günstig bewertet. Somit müssen wir uns mittelfristig auf eher magere Jahre einstellen. Immerhin haben wir kaum Teuerung und unsere Währung ist sehr stark. Die Kaufkraft für Konsumgüter kann somit gut gehalten werden. Was nützt uns 6 % Rendite, wenn die Teuerung 7 % «wegfrisst».Ich wünsche Ihnen eine schöne Sommerzeit!

Haben Sie Fragen? Dann schicken Sie mir ein Mail an oder rufen unter 062 871 66 96 an.

Lukas Rüetschi  eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick · www.ruetschi-ag.ch

Viel mehr freie Mietwohnungen
Nun ist es wirklich spürbar, auf was ich schon bald zwei Jahre hinweise. Das Angebot an freien Mietwohnungen steigt von Monat zu Monat leicht an. Der Hauptgrund ist nicht die leicht nachlassende Einwanderung sondern die massive Ausweitung des Angebots. Hunderte von Mietwohnungen sind in den letzten 3 Jahren zusätzlich auf den Markt gekommen oder stehen kurz vor Vollendung. Die Leerstände nehmen zu und die Vermietung braucht im Schnitt grössere Anstrengungen und der Zeitaufwand ist wesentlich länger. Wohnungen, welche vor wenigen Jahren ohne Probleme weiter vermietet werden konnten, benötigen Preisanpassungen oder grössere Renovationen, um wieder einen Mieter zu finden. Diese Tendenz wird sich kurzfristig eher noch weiter verstärken. Angst und Panik ist aber keine angesagt. Nach sehr guten Jahren muss man sich zuerst wieder an normalere Marktbedingungen gewöhnen.

Teure Regulierung im Finanzbereich – der Kunde zahlt sie
Im Nachgang an die Finanzkrise wurde, und wird immer noch, heftig an der Regulierungsschraube gedreht. Man will die Anleger schützen, das ist grundsätzlich positiv. Dass mehr Kontrolle aber kostet, ist den meisten nicht klar und geht schlussendlich auch zulasten der Anleger, welche dies über teurere Dienstleistungen oder Produkte indirekt bezahlen. Das auch noch in einer Phase, in welcher die Erträge wegen der extremen Tiefzins­phase kaum mehr sprudeln. Hier bräuchte es wieder etwas mehr Mut: 100 % Sicherheit gibt es nie! Selbst wenn alles kontrolliert und protokolliert wird, gibt es immer wieder Betrugsversuche. Eine gewisse Selbstverantwortung kann und sollte man nicht delegieren.

Ist dieses Mal alles ganz anders?
Wenn man nahe der Höchst- oder Tiefststände an den Aktienmärkten ist, hört man immer wieder den Satz: Dieses Mal ist es anders, die Zukunft sieht anders aus. Bei solchen Aussagen werde ich immer sehr hellhörig. Natürlich haben wir eine solche Tiefzinsphase noch nie erlebt und kennen deren Folgen kaum oder nicht. Nun habe ich in einem Interview gelesen, dass Schweizer Aktien nochmals ein Potenzial von 85 % nach oben haben. Natürlich ist immer fast alles möglich. Trotzdem empfehle ich immer, vorsichtig zu werden, wenn Euphorie aufkommt. Nach einer langen Hitze- oder Schönwetterperiode kommen immer wieder Gewitter, manchmal ganz plötzlich und unerwartet. Viele Grundregeln werden auch dieses Mal (früher oder später) wieder gelten. Also Vorsicht vor zuviel Mut!

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Lukas Rüetschi  eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Sell in may and go away
Ein altes Börsensprichwort sagt, dass man im Mai verkaufen soll und dann bis Oktober nichts mehr machen soll. Natürlich total übertrieben und einseitig. Jetzt aber die Aktienquote etwas zu reduzieren, kann kaum falsch sein. Die Bewertungen liegen weit über dem längerfristigen Durchschnitt. Auch schlechte Meldungen können der Stimmung kaum etwas anhaben. Die Hausse dauert nun bereits auch 8 Jahre und immer mehr Anleger sehen weiterhin keine Alternative zu Aktien. Das ist ein Gemisch, welches früher oder später zu einer Korrektur führen kann.

Stromkonzerne können wieder planen
Mit der Annahme der Energiewende können nun die Stromkonzerne wieder klarer planen, was die bestehende Unsicherheit der Anleger über die Zukunft verkleinert. Energie wird es auch in der Zukunft brauchen. Durch den Atomausstieg wird Strom mittelfristig kaum so günstig bleiben und die Produzenten werden dann wieder Geld verdienen. Ob die beschlossene Strategie aufgeht, werden wir in Zukunft sehen. Persönlich rechne ich auf 10 und mehr Jahre mit einer Stromknappheit in Spitzenzeiten. Die Preisausschläge könnten dann viele Marktteilnehmer überraschen.

Struki im jetzigen Umfeld
Zinsniveau bei null und die Volatilität (= die Schwankungsbreite der zugrundeliegenden Werte – umso grösser diese ist desto grösser die Entschädigung, welche man erhält) auch auf Rekordtief: Denkbar schlechte Voraussetzungen, finanziell interessante strukturierte Produkte (vor allem für die in der Schweiz sehr beliebten reverse barrier’s) in den Markt zu bringen. Ich bin auch sonst wählerisch und zurückhaltend, da diese Produkte meist versteckte Kosten in sich bergen und oft ungewollte Risiken beinhalten. Im jetzigen Umfeld sollte man noch viel vorsichtiger mit Neuengagements werden.

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Lukas Rüetschi  eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Rekordstände an Aktienmärkten
Viele Aktienmärkte sind wieder auf oder in der Nähe der Rekordstände. Trotzdem ist die mittelfristige Performance bei den meisten Anlegern nicht überschwänglich, weshalb? Der Schweizer und viele der Europäischen Aktienmärkte haben sich zwar stark erholt, sind aber noch ein paar Prozente unter den alten Hochs. Viel wichtiger ist aber die Aufwertung des Schweizer Frankens. Der Euro hat seit 2010 rund 30 % verloren. Auch viele andere Fremdwährungen haben Verluste verzeichnet. Als in Schweizer Franken denkende Anleger bewegen wir uns weiterhin in einem schwierigen Umfeld. Vernünftige Zinserträge gibt es auch keine mehr. Die Performance muss also vor allem mit Aktienanlagen und Immobilien erwirtschaftet werden. Beide Kategorien sind aber hoch bis sehr hoch bewertet, was zur Vorsicht mahnt. Auch wenn die Hausse noch nicht am Ende scheint, jetzt einen Gang (aber nicht alle!) rausnehmen, kann kaum schaden. Die Bäume wachsen nie in den Himmel.

CS Kapitalerhöhung
Die Credit Suisse hat bekanntlich ihre Pläne geändert und bringt nun nicht den Schweizer Bankteil an die Börse, sondern macht eine Kapitalerhöhung. Damit soll das Eigenkapital gestärkt werden. Soll man da mitmachen oder nicht? Wie viele andere internationale Grossbanken hat die CS in der Vergangenheit ex­trem viel falsch gemacht. Kaum ein Fettnäpfchen wurde ausgelassen. Trotzdem wurden Boni in Millionenhöhe ausbezahlt. Geht das so weiter oder ist Besserung in Sicht? Das Umfeld scheint sich ganz langsam zu ändern. Viele Aktionäre nehmen nicht mehr einfach alles hin und werden kritischer, was den Spielraum für Selbstbedienung einschränkt. Ich gehe davon aus, dass die Bankenwelt wieder auf ruhigere Zeiten zugeht und die Risiken besser unter Kontrolle bekommt, was sich wiederum positiv auf die Resultate auswirken sollte. Aus meiner Sicht kann man die Kapitalerhöhung mitmachen. Ein Klumpenrisiko in Bankaktien würde ich aber definitiv nicht aufbauen. Dafür wiegen die nicht aufhören wollenden Enttäuschungen der Vergangenheit zu schwer.

Leichte Euroerholung
Der Euro hat sich im Vorfeld der Macron-Wahl in Frankreich um rund 2 % gegenüber dem Schweizer Franken erholt. Die Entspannung kann möglicherweise noch weiter andauern. Mittelfristig sehe ich die ganz grosse Erholung des Euros aber nicht. Ein grosser Teil Europa hat viel zu viele politische und finanzielle Probleme, welche nicht so schnell lösbar sind und immer wieder für heftigen Gegenwind sorgen werden.

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