Ein Produkt der mobus 200px

Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Lockvogelangebote kritisch beurteilen
Auch in der Finanzbranche gewinnt das Marketing langsam Überhand. Mit Lockvogelangeboten versucht man neue Kunden zu finden oder bestehende Kunden zu binden. Taugen diese Produkte aber längerfristig wirklich etwas oder sind sie nur Marketing?
Der «durchschnittliche» Schweizer ist eher träge beziehungsweise loyal. Wegen ein paar Rappen wechselt er kaum seinen Anbieter. Ein Wechsel kommt fast nur in Frage, wenn man sehr schlechte Erfahrungen gemacht hat. Was man unter diesen schlechten Erfahrungen versteht, ist dann wieder sehr unterschiedlich und auch oft sehr subjektiv. Zudem haben viele Konsumenten eine gewisse Angst vor Veränderungen. Man hat sich an etwas gewöhnt, wieso also ändern, wenn es nicht ganz schlecht ist? Ein solches Verhalten macht sich teilweise auch die Finanzindustrie zu nutze. Man ködert Kunden am Anfang mit temporären Spezialaktionen. Dies in der Hoffnung, dass sie nachher auch mit dem «normalen», teuren Tarif treu bleiben. Versucht man genau dieses Verhalten in einen Kostenvergleich einzurechnen, dann zeigt sich meist, dass diese Angebote über eine längere Dauer gar nicht so attraktiv sind. Der «Einmaleffekt» verliert rasch seine Wirkung. Auch sind die Einschränkungen und das «Kleingedruckte» genau zu lesen. Oft gibt es Ausnahmen oder Betragsbeschränkungen, welche das Angebot dann schnell relativieren. Fazit: Genau prüfen und abwägen lohnt sich immer und nur etwas machen, wenn man wirklich überzeugt ist und die Sache wesentlich mehr Vorteile als Nachteile hat.
Gemischte Fonds weiterhin kritisch anschauen
Gut gemanagte und kostengünstige Fonds sind eigentlich eine gute Sache. Die Diversifikation (Streuung) der Anlagen ist einer der wichtigsten Grundsätze für Anleger. Das kann man mit Fonds schnell recht gut erreichen. Kurzfristig muss man dies derzeit aber etwas kritischer anschauen, vor allem wenn der Fonds konservativ investiert ist. Obligationen bringen nach Kosten kaum etwas, die fixen Kosten aber bleiben. Renditen sind fast nur noch über Anlagen mit höherem Risiko zu erreichen, welche oft auch nicht mehr wirklich preiswert sind. Auch wenn die Aktienmärkte in den letzten 2 Monaten etwas korrigiert haben, bleibt das Dilemma ziemlich ähnlich.

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Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick, www.ruetschi-ag.ch

Korrektur an Aktienmärkten geht weiter
Nach der Korrektur der Aktienmärkte Anfang Februar haben sich vor allem die US-Märkte recht stark erholt. Derzeit ist die zweite Korrekturwelle zu beobachten: Die europäischen Aktienmärkte haben teilweise schon neue Jahrestiefst erreicht, die US-Aktienmärkte stehen noch etwas über den Tiefständen von Februar. Der Ratschlag in den letzten zwei Ratgeber-Kolumen, Gewinne zu realisieren und Cash zu schaffen, war bisher richtig. Ich bleibe bei der vorsichtigen Einschätzung. Warum?
1. Selbst jetzt, nach den Kursverlusten, steht der SP500 noch immer höher, als er je vor Dezember 2017 war. Mit anderen Worten hat die Korrektur der letzten Wochen einfach die deutlichen Anstiege vom Januar rückgängig gemacht, mehr aber noch nicht.
2. Der enorme Rückenwind der Geldpolitik für die Aktien nimmt langsam ab. Die FED hat die Zinsen in mehreren Etappen angehoben und reduziert in kleineren Dosen die Geldmenge. Selbst die EZB spricht davon, dass ein Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik in den nächsten Monaten anstehen sollte. Einzig die BOJ scheint unbeirrt auf ihrem extrem expansiven Weg weiterfahren zu wollen. Die Zinsen scheinen somit doch langsam den Weg von ihren Tiefs weg nach oben zu finden. Dieser Rückenwind also, der zu sehr teuren Bewertungen vor allem der US-Aktien geführt hat, nimmt nun ab und verkehrt sich gegen Ende dieses Jahres oder 2019 möglicherweise ins Gegenteil.
3. Gleichzeitig hat US-Präsident Trump Strafzölle für Stahl und Aluminium unter anderem gegen China verhängt. Kein Wunder, dass China da nicht untätig zusieht und Gegenmassnahmen angekündigt hat. Es ist noch zu früh, um abzuschätzen, ob daraus ein veritabler Handelskrieg wird. Die Finanzmärkte schätzen die Unsicherheit aber gar nicht. Wird die Rechnung für die USA aufgehen, wer wird die Zeche zahlen? Natürlich ist es möglich, dass einige Arbeitsplätze in der US Stahlindustrie gerettet werden. Gleichzeitig werden Stahlverarbeiter in den USA teueren Stahl kaufen müssen, dort stehen also potenziell andere US-Arbeitsplätze auf dem Spiel. Definitiv zahlen werden die US-Konsumenten mit höheren Produktepreisen. Die unkoordinierte Einführung von Strafzöllen dürfte also für die USA eher Rohrkrepierer denn Siegeszug sein.

Basilea
Gibt es also keine Kaufkandidaten, bei denen wir die aktuellen Kurse als interessant anschauen?
Doch die gibt es, zum Beispiel Basilea. Das ursprünglich aus früheren Roche-Managern hervorgegangene Unternehmen ist im Bereich Infektionskrankheiten mit Antimykotika und Antibiotika tätig und versucht auch im Bereich der Onkologie Fuss zu fassen. Basilea konnte von 2016 auf 2017 den Verlust deutlich reduzieren und den Umsatz um über 50 Prozent steigern.
Auch dieses Jahr dürfte die Firma noch rote Zahlen schreiben, die Verluste aber weiter eindämmen. Basilea hat 2017 eine Lizenzvereinbarung mit dem Pharmagiganten Pfizer abschliessen können und dabei eine 70-Mio.-Upfront-Zahlung erhalten. Weitere Zahlungen sind abhängig vom Umsatz der auslizenzierten Produkte und auch Meilensteinzahlungen im Umfang von bis zu 650 Mio. USD sind möglich. Die aktuellen Kurse unter 65 sind für uns Kaufkurse, aufgrund des erhöhten Risikos als Beimischung zum Depot.

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Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Aktienmarkt: The trend is your friend?
Die US-Aktienmärkte legen fast jeden Tag zu, alleine in den zwei kurzen Wochen in diesem Jahr schon 4,5%. Etwas weniger linear, im Trend aber fast so positiv, sieht es in Europa aus. Der Bullenmarkt dauert nun schon über acht Jahre an, wo 2009 mitten in der Finanzkrise ein Tief erreicht wurde.
Es gibt kaum mehr Bankstrategen, die zur Vorsicht mahnen. Es gehört unisono zum guten Ton, optimistisch (wenn nicht gar euphorisch) zu sein. Die Wirtschaft läuft recht gut, die Wachstumszahlen sind fast ohne Ausnahmen positiv. Die Experten sprechen von synchron guten Wirtschaftsdaten. Auch die Anleger selber sind gemäss so genannten Sentiment-Indikatoren so optimistisch wie noch nie. Und auch das Niveau der Lombardkredite, welches anzeigt, wie viel Kapital auf Kredit in den Anlagemärkten investiert ist, ist so hoch wie noch nie.
Ist die Erwartung auf weitere starke Aktienkursgewinne gerechtfertigt? Das aktuelle Wirtschaftswachstum ist mit 2 bis 3% in stabil positivem Bereich, entlockt aber verglichen mit früheren Boom-Phasen keinen Freudensprung. Die Gewinne der US-Firmen haben im 3. Quartal 2017 die alte Rekordmarke von 2014 übertroffen. Drei Jahre hat es also gedauert, um wieder Rekordniveau zu erreichen. Die US-Börse ist aber mittlerweile ca. 35% teurer. Der Trend ist zwar noch nicht gebrochen, die Luft für weitere Aktienkursgewinne ist aber extrem dünn geworden. Nach so starken Anstiegen etwas Gewinne zu realisieren, scheint uns sinnvoller als neu gross einzusteigen.

Bin ich Arbeitnehmer oder selbstständig erwerbstätig?
Die AHV Ausgleichskassen sind zuständig für die Einschätzung, ob jemand selbstständig erwerbend oder als Angestellter erwerbstätig ist. Je nach Status haben Sie selber oder eben Ihr «Arbeitgeber» unterschiedliche Pflichten (Unfallversicherung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, wer rechnet AHV ab...). Für die Mehrheit aller Erwerbstätigen ist die Situation klar geregelt. Wenn Sie aber unsicher sind (bspw. wenn Sie neu selbstständig werden möchten), melden Sie sich frühzeitig bei der AHV-Kasse und klären Ihren Status ab.
In der Praxis hat man oft das Gefühl, dass die AHV-Kassen die Hürden für eine Einschätzung als selbstständig erwerbend recht hoch legen und im Zweifelsfall quasi aus Prinzip zuerst einen ablehnenden Entscheid fällen. Dies mag teilweise gerechtfertigt und sinnvoll sein. Wenn Sie aber damit nicht einverstanden sind und dennoch als selbstständig erwerbstätig eingestuft werden möchten, lassen Sie sich davon nicht aus dem Konzept bringen und erheben Sie Einprache.
Um als selbstständig erwerbstätig anerkannt zu werden, müssen Sie der AHV-Kasse belegen, dass Sie unter eigenem Namen, mit eigenem Aussenauftritt, auf eigene Rechnung und eigenes Risiko tätig sind. Was heisst das? Belegen können Sie das bspw. mit eigenen Visitenkarten, eigenem Briefpapier oder auch Internetauftritt. Wichtig ist, dass Sie Rechnungen an mehrere Auftraggeber vorweisen können (was gerade in den Anfängen einer Selbstständigkeit schwierig sein kann). Sie müssen dabei jeweils im Auftragsverhältnis tätig sein, d.h. Sie entscheiden im Rahmen des Auftrags (in Absprache mit dem Auftraggeber aber ohne Weisungsverhältnis) selber frei, wann und was Sie für erforderlich und sinnvoll halten. Zeigen Sie auch auf, dass Sie die Verluste tragen müssen, wenn Aufträge ausbleiben oder offene Forderungen (bspw. bei Insolvenz von Auftraggebern) nicht eingetrieben werden können.

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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Steuererklärung – wie vorgehen
Die halbe Miete zur Erstellung der Steuererklärung ist das Zusammentragen der nötigen Belege. Lohnausweis, Abschlussbelege der Konti mit Zinsen und Spesen, Steuerverzeichnis der Bank bei grösseren Wertschriftenbeständen, Hypothekarschuld, Zinsen, Bestätigung Eigenmietwert und Unterhaltsbelege bei Eigenheimbesitzern, evtl. Einzahlungsbestätigung in 3. Säule oder Pensionskasse usw. Wer die Belege zusammen hat, wird seine Steuererklärung speditiv ausfüllen können. Aus meiner Sicht lohnt sich auch die Erfassung ins Easy-Tax-Programm. Einmal erfasst, kann man sich in den Folgejahren unnötige Arbeit ersparen und es passieren auch weniger Fehler, da man schneller merkt, wenn man etwas vergessen sollte. Ich empfehle wie folgt vorzugehen:

Schritt 1: Sammeln und Vorbereiten der nötigen Unterlagen

Schritt 2: Erfassen der Belege, Erstellung der Steuererklärung

Schritt 3: Überprüfen mit Vorjahr, gibt es Veränderungen, welche Sie nicht nachvollziehen können?

Schritt 4 (erst nach Erhalt der def. Steuerveranlagung, meist ein paar Monate später): Vergleich der vom Steueramt veranlagten Zahlen mit der Selbstdeklaration. Gibt es grössere Abweichungen, dann muss man die Sache genauer überprüfen. Findet man einen Fehler oder ist man mit der Veranlagung nicht einverstanden, dann hat man genau 30 Tage Zeit für eine schriftliche Einsprache. Ist diese Zeit abgelaufen, ist die Chance vertan.

Soll/kann ich die Steuererklärung selber machen oder brauche ich professionelle Hilfe? Das müssen Sie selber beurteilen. Haben Sie keine oder wenig Erfahrung, dann ist es oft sinnvoll, Hilfe anzunehmen. Haben Sie kompliziertere Sachverhalte, dann lohnt sich professionelle Unterstützung meist.

Fragen aus der Praxis:

Was passiert, wenn ich mehr als den maximalen Betrag bei der 3. Säule einzahle?
Der zuviel bezahlte Betrag muss zurück bezahlt werden. Das passiert zwar selten, habe ich aber schon einige Male mit verschiedenen Versicherungslösungen gesehen oder bei Selbstständigen, welche 20 Prozent des Nettoeinkommens in die 3. Säule einzahlen können, wenn sie keine PK haben. Zu viel einzahlen lohnt sich absolut nicht! Der Abzug wird nicht gewährt und bei der Auszahlung muss der Betrag trotzdem besteuert werden. Man straft sich also nur selber!

Kann ich Krankheitskosten abziehen?
Ja, aber nur selber bezahlte Kosten, welche 5 Prozent des steuerbaren Einkommens übersteigen (gilt für Kanton Aargau). Man kann also recht schnell grob überschlagen, ob es sich lohnt, Belege zu suchen und zusammen zu tragen. Beispiel: Man hat ein steuerbares Einkommen von Fr. 80' 000.-. Es braucht also Belege von mindestens Fr. 4000.-. Dazu gehören natürlich auch die Krankenkassenfranchise und der Selbstbehalt, nicht aber die Krankenkassenprämien.

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oder rufen unter 062 871 66 96 an.

 

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