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Ratgeber

Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Preissignale
Preise und deren Entwicklungen geben Signale. Signale, ob ein Produkt oder ein Wertpapier gesucht oder gemieden wird, ob die weltweiten Geldflüsse von einem Markt weg oder zu ihm hinfliessen, ob der Gesamtmarkt bzw. deren Anleger eher einen Aufschwung oder eher Probleme erwarten. Natürlich stellt sich in Zeiten von explodierenden Zentralbankbilanzen die Frage, wie stark gewisse Märkte bzw. deren Preise durch die gigantischen Wertpapierkäufe verzerrt werden und noch als Signale taugen oder evtl. Signale senden, welche nicht der Realität entsprechen. Die Interpretation der Signale braucht also eine gewisse Vorsicht. Gerade die Zinsmärkte scheinen derzeit recht stark verzerrt.

Welche Signale sehen wir in diesem Jahr?
Die US Börse strebt auch dieses Jahr von Rekordhoch zu Rekordhoch. Auch die in meinem letzten Ratgeber behandelten «Gigantenrekorde» passen dazu, nach Apple hat in der Zwischenzeit auch Amazon als zweite kotierte Firma die USD 1000 Milliarden Marktkapitalisierung kurzzeitig übertroffen. Der amerikanische Aktienmarkt signalisiert somit «blauen, wolkenlosen Himmel». Ins gleiche Horn stösst Gold, dessen Preis dieses Jahr etwas an Wert verloren hat. Gold wird gemeinhin als Krisenindikator angesehen, ein sinkender Goldpreis deutet deshalb oft darauf hin, dass keine Wolken in Sicht sind.
Damit hat es sich dann aber an positiven Signalen. In Franken gerechnet stehen nur 12 von 68 Aktienländerindices des Datenanbieters Thomson Reuters im Plus. Das Gros der Aktienländerindices hat also dieses Jahr Verluste eingefahren. In Europa haben die Märkte sich seit-/abwärts entwickelt, der sinkende EUR hat sein Weiteres zu Kursverlusten für Franken-Anleger beigetragen.
Noch schlimmer, teilweise tiefrot, sieht es in den Schwellenländern aus. Sowohl Aktien- wie Obligationenmärkte wie v.a. auch die Währungen haben teilweise deutlich verloren. Dieses Jahr hat der Argentinische Peso gegenüber dem Franken mehr als 50%, die Türkische Lira deutlich mehr als 40% verloren. Aber auch Brasilianischer Real und Südafrika-Rand mit über 20% Verlust, oder Russicher Rubel, Indische und auch Indonesische Rupie oder Chilenischer Peso haben deutlich verloren.
Die relativ starken Verschiebungen im Devisenmarkt waren zudem nicht nur auf die Schwellenländer begrenzt. Auch andere Währungen wie Schwedische Kronen oder der Australien Dollar haben fast «zweistellig» verloren. Die Devisenmärkte zeigen somit an, dass Spannungen vorhanden sind und es «knarrt im Gebälk».

Wie passen die Signale zusammen?
In der Summe haben die Anleger offenbar ihre Mittel aus Schwellenländern und teilweise Europa abgezogen und verstärkt in den USA investiert. Angesichts der verstärkten Spannungen u.a. im Thema Handel und Zoll scheint dies nicht unvernünftig. Unter dieser Interpretation gehen die Märkte offenbar davon aus, dass ein Handelskrieg nicht unmöglich ist und strafen Länder, welche stark exportabhängig sind stärker ab.

Was ist unsere Position?
Es bleibt die Frage, ob die USA wirklich so unbeschadet aus einem allfälligen Handelskrieg hervorgehen. Wir denken nicht und würden den sehr teuren amerikanischen Aktienmarkt meiden. Auch weitere Baustellen (Sanktionen gegen den Iran oder Russland, nicht richtig vorankommmende Brexit-Verhandlungen, weiterhin steigende Staatsverschuldungen, ungenügend finanzierte Sozialsysteme, …) sehen wir als nicht genügend eingepreist im Markt. Wir bleiben vorsichtig.

Haben Sie Fragen? Dann schicken Sie mir ein Mail an oder rufen an unter Tel. 062 871 93 57.

Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Marktgiganten
Vor zwei Monaten habe ich im Newsletter eines professionellen und seriösen Fondsmanagers (quantex.ch) gelesen, dass unter den nach Marktkapitalisierung grössten Firmen die ersten sieben Plätze der TopTen-Plätze von amerikanischen und chinesischen Technologie und E-Commerce-Titeln besetzt sind. Erst auf Platz 8-10 folgen die ersten «alten» Nicht-Tech-Vertreter.
aus den USA und China... Zwei Dinge daran erscheinen mir bemerkenswert. Erstens die Beschränkung auf zwei Länder: offenbar schafft es derzeit keine europäische, australische, nicht-US-amerikanische oder nicht-China-asiatische Firma unter die Giganten.
...Technologie und E-Commerce: Zweitens: Technologie scheint einen ziemlich eingreifenden Umbruch zu schaffen. Google und Facebook vermögen immer mehr an Werbegeldern einzusammeln, Tencent, Alibaba und Amazon einen immer grösseren Kuchen des wachsenden E-Commerce-Geschäfts. Apple und Microsoft, welche es geschafft haben, im Retail-PC- und Smartphone-Geschäft quasi ein Duopol mit jeweils eigenen «Universen» aufzubauen, vervollständigen die sieben Tech-Giganten.
Apple an Börse über USD 1000 Milliarden bewertet: Die vergangene Woche nun hat Apple als erste kotierte Firma die symbolkräftige Marke von USD 1000 Mia Marktkapitalisierung überschritten. Zum Vergleich: Gemäss tradingseconomics.com übertreffen derzeit nur 17 grössere Länder mit ihrem Bruttosozialprodukt diesen Wert. Die Schweiz z.B. hat 2017 ein geschätztes BSP von USD 679 Milliarden. Oder als vielleicht direkterer Vergleich: Die Marktkapitalisierung des gesamten SMI betrug per Ende 2017 gut USD 1100 Milliarden, also nur wenig mehr als Apple heute an der Börse bewertet ist.
Fluch oder Segen? Eine Platzierung unter den TopTen war in der Vergangenheit allerdings oft mehr Fluch als Segen und kann auch einfach eine Überbewertung und/oder Modetrend anzeigen. Während der Rohstoffblase beispielsweise besetzten diverse Rohstoffwerte die Spitzenplätze. PetroChina, BHP und Petrobras fielen alle deutlich aus den TopTen, einzig die früher grösste Firma der Welt Exxon befindet sich noch darin, allerdings nur noch auf Platz 10. Vor der Finanzkrise waren mit Citigroup, Bank of America und ICBC gleich drei Banken unter den TopTen, alles Schnee von gestern. Oder auch der langjährige Spitzenreiter GE ist mittlerweile nur noch ein Schatten seiner Glanzzeiten, hat gut drei Viertel seit seinem Allzeithöchst verloren und bringt mit noch USD 118 Milliarden etwas mehr als einen Zehntel von Apple auf die Waage.
Wie weiter? Wir sind den meisten dieser Titel vorsichtig gegenüber eingestellt. Bei den einen zweifeln wir an der Dauerhaftigkeit der übertriebenen Margen (bspw. Apple), bei den anderen an zweifelhaften Bewertungsmassstäben (bspw. Amazon). Es ist immer wieder erstaunlich, wie lange bspw. Apple dank geschicktem Marketing ihre Margen erhöhen konnte. Dennoch fragen wir uns, wie lange so viele Leute so viel bezahlen wollen für ein Produkt, das zwar gut, gewohnt und stabil funktioniert, jedoch nicht mehr kann als ein ebenfalls stabiles No-Name-Produkt, das nur einen Viertel oder gar Fünftel kostet. Immerhin sieht für Apple die Bewertung in Relation dank dieser hohen Margen relativ günstig aus. Anders bei Amazon: hier scheinen die erzielten Gewinne gar keine Rolle zu spielen. Geld verdienen scheint unwichtig. Anders lässt sich das gigantische Kursgewinnverhältnis von 170x nicht erklären. Das hatten wir schon mal in Zeiten der Internet-Blase um den Jahrtausendwechsel.

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Ute Brodmann Autorin, Beraterin für energetische Ernährung
Brodmann & Brodmann, entwicklungsimpulse, Zeihen

Haltbar machen
Dieses Jahr haben wir nicht nur einen Rekordsommer sondern auch eine Rekord-Fruchternte. So viele Kirschen und Beeren hatten wir schon lange nicht mehr und jetzt kommen noch Pflaumen, Mirabellen, Birnen und Äpfel dazu bevor dann die Trauben reif sind. Von denen gibt es dieses Jahr trotz wenig Regen immer noch viele.
Früchte haben leider den Nachteil, dass sie schnell schlecht werden und bei gros-sen Erntemengen stellt sich dann schnell mal die Frage, wie man die Früchte haltbar machen kann. Denn es wäre doch schade, die am Baum verfaulen zu lassen. Die meisten denken jetzt vermutlich zuerst an Einfrieren, denn ein Gefrierschrank gehört wohl zu fast jedem Haushalt. Früchte Einfrieren ist jedoch nicht ganz einfach, denn sie enthalten viel Wasser und werden beim Auftauen schnell matschig. Zum einfrieren eignen sich daher nur Früchte mit geringerem Wasseranteil wie zum Beispiel Äpfel oder Pflaumen. Wenn man die Früchte dann auftaut, sind sie leider nicht mehr so wie frisch und man kann sie eigentlich nur zu Kompott oder Kuchen verarbeiten. Wichtig zu wissen ist, dass die Früchte durch das Einfrieren kühlender auf den Organismus wirken, da sie die Kälteinformation aufnehmen und weitergeben. Wenn Sie eingefrorene Früchte verarbeiten, sollten Sie zum Ausgleich wärmende Gewürze wie Zimt, Anis oder Curry verwenden. Eine weitere Möglichkeit ist Trocknen. Hier wird den Früchten das Wasser entzogen, was sie energetisch wärmender und gleichzeitig haltbarer macht. Getrocknete Früchte kann man vor der Verwendung in Wasser einweichen und so zu neuem Leben erwecken. Sie schmecken aber auch getrocknet sehr gut. Trocknet man Apfelschnitze lange genug, werden sie knackig wie Kartoffelchips und sind erst noch gesünder. Das geht auch mit Birnen und Tomaten. Pflaumen, Mirabellen und Kirschen sollte man so trocknen, dass sie noch etwas Feuchtigkeit enthalten. Aber Achtung, dann sind sie weniger lang haltbar. Wenn man sehr viele Äpfel oder Trauben hat, bietet es sich an, daraus Most zu machen. Grosse Mengen lässt man am besten professionell in der Mosterei pressen, kleine Mengen kann man auch mit einer Handpresse verarbeiten. Damit der Most haltbar wird, muss man ihn aufkochen. Frisch hält er sich nur wenige Tage. Mein Favorit zum Haltbarmachen ist das gute alte Einkochen. Meine treuen Leserinnen und Leser wissen vermutlich schon, dass ich kein Freund von Einfrieren bin, denn ich möchte im Winter die kühlende Eigenschaft nicht noch verstärken. Trocknen gefällt mir besser, aber grosse Mengen Trockenfrüchte brauche ich auch nicht. Bleibt das Einkochen. Der Vorteil ist, dass die Früchte gekocht werden, was sie energetisch wärmender macht. Hinzu kommt, dass man beliebig Kräuter oder Gewürze dazugeben kann und so viele verschiedene Geschmacksrichtungen erhält. So kann man zum Beispiel Apfelstücke mit Zimt, Zucker und Rosinen einmachen und später für Kuchen oder Strudel verwenden. Wer es herzhaft mag, kocht die Apfelstücke mit ein paar Zwiebeln und Curry. Das schmeckt gut zu Fleisch aber auch als Füllung für Pastete. Das kann man natürlich auch mit Pflaumen oder Mirabellen machen. Wenn Sie jetzt den grossen Einkochtopf Ihrer Mutter oder Grossmutter vor Augen haben, kann ich Sie beruhigen, es geht auch einfacher. Füllen Sie einfach die heissen Früchte in saubere Schraubdeckelgläser ein und drehen Sie diese zum Abkühlen um. Danach sollten Sie die Gläser an einem kühlen Ort lagern. Äpfel ohne Beschädigungen kann man auch mehrere Monate im Keller lagern. Da sie jedoch Feuchtigkeit verlieren, werden sie mit der Zeit schrumpelig. Das ist ein natürlicher Prozess, der den Nährstoffgehalt des Apfels erhöht. Gerade im Winter sind so gelagerte Äpfel sehr empfehlenswert und viel besser als die frischen, glatten Früchte von der Südhalbkugel.

Ich freue mich über Fragen und Anregungen. Schreiben Sie bitte an
oder Bahnhofstrasse 8, 5079 Zeihen
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Ute Brodmann Autorin, Beraterin für energetische Ernährung
Brodmann & Brodmann, entwicklungsimpulse, Zeihen

Heiss, heiss, heiss
Der Sommer beglückt uns dieses Jahr mit schönem Wetter und Temperaturen um die 30 Grad, und das jetzt schon seit mehreren Wochen. Die einen freuen sich, die anderen klagen über die Hitze. Am liebsten würde man den ganzen Tag eisgekühlte Getränke und Glace zu sich nehmen, denn wer mag bei diesen Temperaturen schon am Herd oder gar am Grill stehen? Dann schon lieber ein abkühlendes Bad im See oder im Freibad.
Doch Achtung, zu viel äussere Kälte ist bei heissen Temperaturen oft kontraproduktiv. Sie kennen das vielleicht aus eigener Erfahrung. Es ist heiss, sie schwitzen und steigen dann in den klimatisierten Bus ein. Dort hat es gefühlte 15 Grad. Im ersten Moment frieren Sie, doch dann kommt ein Schweissausbruch. Das liegt daran, dass der Körper versucht, die innere Hitze der äusseren Kälte anzugleichen. Der nächste Schock kommt dann, wenn Sie austeigen und das Gefühl haben, in einem Backofen zu landen. So ähnlich ist es auch mit kalten Getränken und Glace. Der Körper versucht zunächst, die zugeführte Kälte durch Wärmeproduktion auszugleichen. Dabei verbraucht er allerdings Energie, die eigentlich für die Extraktion von Nährstoffen benötigt würde. Nimmt man viel kalte Getränke oder Nahrungsmittel zu sich, wird auf die Dauer der Körper geschwächt, da die Nährstoffe fehlen. Bei grosser Hitze sollte man daher nicht sehr kalt sondern eher gemässigt essen und trinken. Aus gutem Grund enthalten Sommergemüse wie Tomaten, Gurken, Zucchini, Peperoni, Melonen, Beeren, etc. mehr Wasser als zum Beispiel Zwiebeln, Karotten, Kohl oder Lauch, die eher Wintergemüse sind. Sommergemüse und -früchte wirken der äusseren Hitze durch mehr oder weniger kühlende Eigenschaften entgegen und geben dem Körper die notwendige Flüssigkeit, ohne dass man den ganzen Tag trinken muss. Ausserdem kann der Körper diese Flüssigkeit besser verwerten, als wenn Sie eiskalte Getränke zu sich nehmen. Das ist, wie wenn Sie kaltes Wasser auf einen heissen Stein giessen. Es verdunstet sofort, es entsteht Dampf (Feuchtigkeit) und der Stein bleibt trotzdem heiss. Die Feuchtigkeit kann sich so sehr schnell im Gewebe einlagern. Dies gilt besonders bei zuckerhaltigen Getränken bzw. bei Glace, da der Zucker die Feuchtigkeit noch verstärkt. Über die Wirkung zuckerhaltiger Limonaden und Säfte habe ich schon öfter geschrieben, in den letzten Jahren sind allerdings eine Reihe von wein- oder bierhaltigen Mischgetränken in den Läden erschienen, die auch auf diese Liste gehören. Sie sind vor allem im Sommer beliebt, weil sie wenig Alkohol enthalten und frisch schmecken. Leider enthalten die meisten aber sehr viel Zucker, der nicht nur die Wirkung des Alkohols verstärkt, sondern auch die Produktion von Feuchtigkeit im Organismus. Anstelle von zuckerhaltigen Getränken empfehle ich selbstgemachten Eistee zum Beispiel aus Zitronenmelisse, Pfefferminze und Ringelblumen. Pfefferminze gibt Getränken einen kühlenden Eindruck, auch wenn sie gar nicht so kalt sind. Wenn Sie Kaffeetrinker sind, versuchen Sie doch mal meine Variante von Eiskaffee. Dazu wird ein kleiner Kaffee über ein paar Eiswürfel gegossen. (Damit das Glas nicht springt, hilft ein Teelöffel aus Metall.) Die Eiswürfel schmelzen sofort und die Temperatur des Getränks ist dann angenehm aber nicht eiskalt. Umgekehrt (Eis in heissen Kaffee geben) funktioniert interessanterweise nicht so gut. Eine Scheibe Wassermelone kühlt besser und nachhaltiger als ein Eisbecher und versorgt den Körper erst noch mit Vitaminen. Das heisst aber nicht, dass Sie auf Glace und kalte Getränke völlig verzichten müssen. Unser Körper ist sehr anpassungsfähig und kann auch mit Extremen umgehen. Wie so oft macht es die Menge.

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Kirschenschwemme
Nachdem es letztes Jahr nur sehr wenig Kirschen gegeben hat, gibt es in diesem Sommer so viele, dass die Grossverteiler schon keine mehr kaufen. Dafür werden sie überall im Fricktal und darüber hinaus direkt vom Erzeuger angeboten. Die Kirsche ist eine der wenigen Früchte, die energetisch nicht kühlend wirken. Ganz im Gegenteil, Kirschen wirken wärmend auf den Organismus. Ausserdem regen sie den Stoffwechsel und die Blutbildung an.
Kirschen sind kalorienarm und nährstoffreich, ausserdem schmecken sie gut. Sie sind genau zu der Zeit reif, wenn der Sommer beginnt, die äussere Hitze aber noch nicht so stark ist, dass uns eine wärmende Frucht zu sehr erhitzen könnte. Vorsichtig sein sollten nur solche Menschen, die ohnehin schon unter zu viel innerer Hitze leiden.
Die Saison ist kurz und obwohl man Kirschen gut einmachen oder einfrieren kann, ist das doch kein Vergleich zu den frischen Früchten. Am besten isst man sie frisch vom Baum, denn einmal abgenommen, verderben sie schnell. Wenn Sie das Glück haben, selber einen Kirschbaum zu besitzen, stellt sich schnell die Frage, wohin mit den Kirschen, die alle gleichzeitig reif werden und die man gar nicht so schnell essen kann. Man könnte sie ja an die Nachbarn verschenken, aber die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass die auch genug haben. Einmachen oder einfrieren ist eine Option, damit es auch später im Jahr noch Kirschkuchen geben kann. Sie lassen sich auch sehr gut zu Marmelade verarbeiten. Um einen besonderen Geschmack zu erzielen, können Sie ein Stück dunkle Schokolade und ein paar rosa Pfefferkörner mitkochen. Saft oder Sirup sind eine weitere Möglichkeit, die Früchte haltbar zu machen. Oder man kann sie trocknen, das schmeckt fast noch besser als eingemacht und kann anstelle von Rosinen zum Beispiel im Müesli verwendet werden. Getrocknete Kirschen sind auch im Winter eine geeignete Knabberei, da die Kirschen ja wärmen.
Aus eingefrorenen Kirschen kann man auch selber ein feines Glace machen. Dazu die Kirschen entsteinen und einfrieren. Dann die Kirschen zusammen mit ein wenig Flüssigkeit in einer Küchenmaschine glatt rühren und gleich servieren oder in Förmchen wieder einfrieren. Als Flüssigkeit eignen sich z.B. Kokosmilch oder Naturejoghurt oder einfach Wasser oder Milch.
Natürlich kann man sie auch frisch zu Kuchen verarbeiten. Ein traditionelles Rezept, das man überall da findet, wo Kirschen wachsen, ist der Kirschenmichel (der hier vermutlich ganz anders heisst). Dazu erstellt man einen Biskuitteig, in den man vor dem Backen die Kirschen mischt. Dann wird der Kuchen in einer Springform gebacken. Traditionell werden die Kirschen dazu nicht entsteint, damit man beim Kuchenessen gleich noch einen Kirschkern-Weitspuckwettbewerb durchführen kann. Das ist übrigens auch überall verbreitet, wo es Kirschen gibt. Den Kuchen kann man warm oder kalt essen. Wer viel Zeit und Geduld hat, versucht sich an einer Schwarzwälder Kirschtorte. Für die werden zwar meist eingemachte Kirschen verwendet, mit frischen ist sie aber genauso gut. In diesem Fall sollten Sie die Kirschen entsteinen, denn in dieser Torte rechnet niemand mit Kernen und das kann für die Zähne gefährlich werden.
Übrigens, auch für die Kerne gibt es eine sinnvolle Verwendung. Gut gewaschen und getrocknet kann man sie in Kissen füllen. Diese kann man als Wärme oder Kältekissen benutzen, da die Kerne beide Temperaturen gut halten. Die Stängel kann man zu Tee verarbeiten. Sie wirken leicht schleimlösend und können zusammen mit Thymian und Lungenkraut gut gegen Husten eingesetzt werden.

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Pesto und Pasten
Pesto kommt ursprünglich aus Italien und ist eine Paste aus rohen Zutaten. Das klassische, wohl am besten bekannte Pesto besteht aus Basilikum, Pinienkernen, Olivenöl und Parmesan oder Peccorino. Gewürzt ist es nur mit etwas Salz. Die Herstellung erfolgt von Hand und nur in den Mengen, die gerade gebraucht wird, da der Käse trotz Einlegen in Öl die Haltbarkeit der Paste stark begrenzt. Wenn Sie grössere Mengen herstellen und aufbewahren möchten, empfehle ich, den Käse wegzulassen und erst kurz vor dem Verzehr unterzumischen. Für grössere Mengen oder wenn es schnell gehen soll, kann man natürlich auch eine Küchenmaschine oder einen Mixer verwenden. Bei rohen Zutaten sollten Sie aber darauf achten, dass nicht zu viel Wärme entsteht bei der Verarbeitung. Pesto wird zu Teigwaren gegessen, aber auch zu Risotto. Man kann es aber auch gut als Gewürz für Salat oder Gemüse verwenden. Neben dem klassischen Pesto ist in Italien auch das Pesto rosso verbreitet, das weniger Basilikum dafür zusätzlich getrocknete Tomaten enthält. Das kann auch schon mal als Ersatz für Ketchup zum Einsatz kommen. Inzwischen wird praktisch jede Paste aus rohen Zutaten als Pesto bezeichnet und Namenszusätze erklären, was darin ist (oder auch nicht). Bärlauchpesto enthält Bärlauch, Kürbispesto eben keinen Kürbis sondern Kürbiskernöl und/oder Kürbiskerne. Pesto kann man ganz einfach selber herstellen, dann ist es immer frisch, braucht keine Konservierungsstoffe und Sie wissen genau, was drin ist. Im Moment wächst überall Zitronenmelisse, die man nicht nur zu Tee verarbeiten kann, sondern auch zu einem feinen Pesto. Zusammen mit etwas Pfefferminze, Mandeln, Kreuzkümmel, etwas Salz und Olivenöl erhält dieses Pesto einen orientalischen Geschmack und schmeckt speziell zu Hülsenfrüchten oder den Teigwaren, die aus Linsen oder Kichererbsen gemacht werden. Oder man verwendet es zum Marinieren von Lammfleisch, als Sosse zu Falafel oder einfach als Brotaufstrich.
Während Pesto aus rohen Zutaten hergestellt wird, kann man Pasten aus fast allem machen. Auch hier gilt, je frischer desto besser und hausgemacht wenn möglich. Bei bereits gekochten Zutaten ist die Wärmeentwicklung der Küchenmaschine kein Problem und so ist eine leckere Paste schnell gemacht. Zum Beispiel Humus, das im Wesentlichen aus Kichererbsen besteht. Hinzu kommt Olivenöl, Kreuzkümmel und Salz. Sie können auch fertige Gewürzmischungen wie Harissa oder Ras El Hanout verwenden, das gibt der Paste einen intensiveren Geschmack nach Orient. Eine andere orientalische Paste besteht aus Auberginen, die gekocht oder gebacken und dann mit Knoblauch, Zitronensaft Kreuzkümmel und Salz zerdrückt werden. Wie auch Humus schmeckt sie gut zu Fleischgerichten aber auch zu Kartoffeln oder Fladenbrot. Fast jedes Gemüse lässt sich zu Paste verarbeiten und man kann mit beliebigen Kräuter- und Gewürzkombinationen experimentieren. Besonders in der Grillsaison sind sie feine Begleiter zum Fleisch. Hier sind ein paar Anregungen: gebackener Kürbis mit Curry, Salz, Kürbiskernen und Kürbiskernöl, Guacamole aus Avocado, Tomaten, Zitronensaft, Pfeffer und Salz, Erdnusspaste (Erdnüsse mit Knoblauch mahlen, in etwas Öl mit Tomatenmark andünsten, etwas Wasser zugeben, so dass eine Paste entsteht, würzen nach Geschmack mit Salz, Chili, Paprika oder fertiger süss-scharfer Sosse). Artischockenpaste aus gekochten Artischocken mit Zitronensaft, Petersilie, Salz, Pfeffer und Olivenöl oder Olivenpaste aus eigelegten Oliven mit Thymian und Rosmarin. Selbstverständlich gibt es viele dieser Pasten und Pesto auch fertig zu kaufen, dann enthalten sie aber in den meisten Fällen Zusatzstoffe, die die Haltbarkeit gewährleisten.

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Anders essen ist gar nicht so einfach
Die Feiertage sind vorbei, das neue Jahr hat schon stürmisch angefangen und so manch einer hat sich vorgenommen, in diesem Jahr etwas anders zu machen. Häufig haben die guten Vorsätze für das neue Jahr mit der Ernährung zu tun. Gesünder essen, weniger essen, mehr Früchte und Gemüse, weniger Fett, mehr Wasser trinken etc., etc. Sie wissen, was ich meine. Vielleicht haben auch Sie beschlossen, in diesem Jahr etwas an Ihrer Ernährung zu verändern. Möglicherweise haben Sie sich auch für eine ganz neue Ernährungsform entschieden. Vegetarisch, vegan, fleischlos oder ohne Kohlehydrate? Ernährung nach den fünf Elementen oder die Paleo-Diät? Was immer es ist, es wird eine Herausforderung. Es geht mir hier nicht darum, die verschiedenen Ernährungsformen zu beschreiben oder gar zu beurteilen, ich möchte Ihnen aufzeigen, auf was Sie sich einlassen, wenn Ihre Diät nicht «ich esse alles in beliebigen Mengen und zu beliebigen Zeiten» heisst.
Wenn Sie als Vegetarier oder Veganer bei Fleischessern eingeladen sind, stellen Sie diese vor die schwierige Aufgabe, etwas auf den Tisch zu bringen, das Sie auch essen mögen. «Was soll ich denn bloss kochen, du isst ja kein Fleisch», habe ich mehr als einmal gehört. Im Restaurant ist es auch nicht einfacher. Obwohl sich hier schon einiges getan hat in den letzten Jahren, gibt es leider immer noch Köche, die nicht wissen, dass Fisch nicht vegetarisch und Eier nicht vegan sind. Und selbst in der Familie ist es nicht leicht, wenn Sie als Einzige(r) anders essen als alle anderen. Wenn Sie die Mahlzeiten zubereiten, entscheiden Sie selber, was Sie kochen. Wenn Sie jedoch bekocht werden, brauchen Sie entsprechendes Verständnis von der kochenden Person. Einfach das Weglassen, was man nicht essen will, ist keine Lösung, denn jede Ernährungsform muss ausgewogen und auf den Bedarf abgestimmt sein.
Aber ganz abgesehen von der Reaktion Ihrer Umgebung wird sich auch für Sie etwas ändern. Wenn Sie sich ausschliesslich pflanzlich ernähren, wird der Geruch von Fleisch, Fisch oder geschmolzenem Käse mit der Zeit immer unangenehmer, was zu Problemen führen kann, wenn Ihre Familie weiterhin Fleisch, Fisch und Milchprodukte isst. Das ist ähnlich, als wenn Sie Nichtraucher sind und ein Raucher sitzt neben Ihnen im Bus. Wenn Sie sich für eine energetisch hochwertige Ernährung entscheiden, zum Beispiel nach den 5 Elementen, dann wird Ihnen alles andere Essen energielos und geschmacksarm vorkommen. Ausserdem werden Sie vermutlich eine Abneigung gegen alle künstlichen Geschmacksstoffe und -verstärker entwickeln. Nach einer Getreidekur (nur gekochtes Getreide ohne Salz) wird Ihnen das Brot völlig versalzen und der Kuchen viel zu süss vorkommen. Allerdings vergeht das bald wieder, denn man gewöhnt sich schnell an den Geschmack von Salz und Zucker.
Ich will Sie keinesfalls davon abhalten, Ihre Ernährung zu überdenken oder auch zu ändern, ganz im Gegenteil. Ich möchte Ihnen nur den Stress ersparen, der damit verbunden sein kann. Dazu noch ein paar Tipps. Diskutieren Sie nicht über das, was Sie tun. Es ist Ihre Entscheidung und die soll bitte respektiert werden. Erwarten Sie aber nicht, dass alle anderen die gleiche Entscheidung treffen. Versuchen Sie auch nicht, Ihre Umwelt zu missionieren. Was für Sie gut ist, muss für die anderen noch lange nicht stimmen. Legen Sie sich Strategien zurecht, wie Sie mit Einladungen oder Restaurantbesuchen umgehen wollen, das erspart den Stress in der jeweiligen Situation. Wenn Sie Unterstützung brauchen für eine Ernährungsumstellung oder unsicher sind, welche Ernährungsform zu Ihnen passt, berate ich Sie gern.

 

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Wie schätzen wir derzeit die Ausgangslage für die Aktienmärkte ein?
Gewinne steigen: ++ Unter anderem dank der Steuerreform unter Trump steigen die Gewinne der US-Firmen derzeit deutlich an. Dies ist ein starker Rückenwind.
Rückkäufe auf Rekordniveau: + Ebenfalls positiv wirkt sich aus, wenn Firmen eigene Aktien zurückkaufen. Diese Rückkäufe sind derzeit auf Rekordniveau. Zwar wird der allergrösste Teil davon durch wenige ganz grosse Firmen vorgenommen (wie z.B. Apple), dennoch positiv.
Bewertung sinkt, dennoch weiterhin sehr teuer: - - Wie erwähnt wachsen derzeit die Gewinne der US-Firmen stark. Die von uns schon lange festgestellte extrem teure Bewertung der US-Aktien verbessert sich also endlich etwas. Dennoch: die während Jahren aufgegangene Schere von viel stärkeren Aktienkurs- als Gewinn­anstiegen ist noch längst nicht zu. Die Bewertungen sind immer noch sehr teuer.
Rückenwind der Geldpolitik fällt weg: 0 Die US-Notenbank FED hat im Herbst 2017 begonnen, ihre Bilanz ganz langsam zu kürzen. Sie hat zudem die Zinsen in mehreren Etappen erhöht. Die EZB drückt nach wie vor Geld in den Markt, hat aber angekündigt, dass sie voraussichtlich im Herbst die Wertpapierkäufe einstellen wird. Insgesamt bleibt die EZB expansiv, geht aber von der ultraexpansiven Politik weg. Die einzige Notenbank, welche nach wie vor stark auf dem Gaspedal steht, ist die Bank of Japan. Global gesehen wird die Geldpolitik somit weniger expansiv. Von Gegenwind können wir noch nicht sprechen.
Inflation zieht etwas an: - Der geldpolitische Gegenwind könnte aber noch kommen. Zum einen sind die Ölpreise gestiegen, was sich natürlich auch in der Infla­tion zeigt. Zum Zweiten ist die Arbeitslosigkeit auf recht tiefes Niveau gesunken, so dass eher mit steigenden Lohnkosten gerechnet werden muss. Ein neuerer Preistreiber sind zudem die angedrohten Handels- und Strafzölle. Steigende Kosten für importierte Güter treiben selbstverständlich die Preise nach oben. In der Tendenz müssen die Zentralbanken je mehr vom Gas (bzw. gar auf die Bremse) je stärker die Preisanstiege sind.
Potenzieller Handelskrieg: - - Auch wenn es verfrüht ist zu sagen, ob sich dieser Handelsstreit in einen veritablen Handelskrieg entwickelt, das Risiko besteht. Ein Handelskrieg würde nicht nur die Preise ansteigen lassen, sondern würde vermutlich auch negativ auf die Wirtschaftsleistung wirken. Firmen könnten bspw. Probleme bekommen mit Zulieferern und aus Vorsicht weniger stark investieren.
Politische Turbulenzen nehmen zu: - Präsident Trump reisst mit seinem aggressiven Gebaren sehr viele Baustellen auf (Strafzölle, Neuverhandlung NAFTA, Russland-Sanktionen, Aufkündigung Atom­abkommen Iran, Korea-Konflikt) und auch weitere Turbulenzen ohne Trump’sche Beteiligung (neue Regierung in Italien, Einwanderungskrise in Europa bzw. Asyslkrise Deutschland) zeigen, dass derzeit mehr Grossbaustellen offen sind als üblich. Das Risiko, dass eine davon (z.B. Iran) sich nicht optimal auflöst, wächst damit.
Konjunkturzyklus fortgeschritten: 0 Der aktuelle US-Wirtschaftsaufschwung dauert bereits neun Jahre. Das für sich muss natürlich nicht bedeuten, dass unmittelbar eine Rezession bevorsteht. Dass dieser neunjährige Aufschwung der zweitlängste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1850 ist, zeigt aber, dass wir nicht von ewig dauernden Boomphasen ausgehen sollten. Das noch vor ein paar Monaten fast synchrone Wachstum weltweit ist jedenfalls weniger im Gleichschritt.
Fazit – das Eis bleibt sehr dünn: Unter dem Strich bleiben wir vorsichtig und strecken erst die Zehenspitzen wieder etwas mehr ins Wasser. Einzelne Aufstockungen bei guten Firmen, deren Aktienkurse recht stark Federn lassen mussten, wie z.B. LafargeHolcim, Roche oder Basilea, können wir uns vorstellen. Vor einer deutlichen Aufstockung der Aktien würden wir
aber noch abraten.

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Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Globale Krisenherde...
Die Vielzahl der politischen Krisenherde weltweit ist das eine. Das andere ist, dass diese Konflikte häufig globaler geworden sind, seit US-Präsident Trump (wie schon Ex-Präsident Obama zuvor) ökonomische US-Interessen aggressiv und neu auch militärische US-Ziele noch wesentlich aggressiver verfolgt. Die so genannten Stellvertreterkriege sind wieder häufiger geworden. Es liegt in der Natur der Sache, dass andere sich als Grossmächte fühlende Staaten, insbesondere bei in geografischer Nähe liegenden Konflikten, ein so aggressives Vorgehen des selbsternannten «Weltsheriffs» nicht goutieren. Im Koreakonflikt sind die Interessen der USA und China zumindest nicht deckungsgleich. In Syrien ist es nicht nur ein Bürgerkrieg, sondern auch eine nur schlecht kaschierte direkte Konfrontation der USA gegen Russland. Im Falle des gekündigten Atomabkommens mit Iran kämpft die USA gegen praktisch alle anderen. In einem solchen Umfeld stützen auch unilateral erhobene Strafzölle auf Aluminium, Stahl und neuerdings Technologie-Produkte oder US-Sanktionen gegen russische Vertreter und Firmen, welche «gefälligst» global umgesetzt werden sollen, nicht unbedingt das Vertrauen. Aber auch die EU fährt nicht nur willfährig bei US-Sanktionen mit, sie spielt im «Sanktions-Rennen» auch selber eine aktive Rolle. Sie hat z.B. Sanktionen gegen Venezuela verhängt.

... und auch Europa in politischen Turbulenzen
Italien hat sich zum Glück immer wieder gut darin gezeigt, mit Turbulenzen umzugehen. Diese Fähigkeiten sind auch derzeit wieder vonnöten. Weniger als drei Monate nach den Parlamentswahlen schien wieder vor den Wahlen zu sein. Präsident Mattarella legte anfänglich sein Veto gegen den geplanten Finanzminister ein, der als sehr eurokritisch galt. Nach einer Rotation der zugeteilten Departemente genehmigte nun Präsident Matarella die Koalitionsregierung der Wahlsieger von 5Stelle und Lega doch noch. Das Risiko von Neuwahlen war ihm wohl doch zu gross. Die neue Regierung plant Steuer­senkungen und will die Ausgaben steigern. Mal schauen, wie lange dies bei einem so hoch verschuldeten Staat wie Italien gut geht.
Aber auch in Spanien geht es politisch hoch zu und her. Für einmal geht es nicht um den Katalonienkonflikt. Der Hardliner Rajoy wurde sein Amt als Ministerpräsident nach einem Misstrauensvotum los, er wurde wegen einem Korruptionsskandal abgesetzt. Sozialistenchef Sanchez übernimmt.
Die Finanzmärkte haben schon recht stark reagiert. Vor allem die Zinsen der italienischen Staatsanleihen sind stark angestiegen und auch der italienische Aktienmarkt hat z.B. im vergangenen Monat ca. 9 Prozent verloren. Das Problem ist aber nicht auf Italien (oder Spanien) eingegrenzt – im Gegenteil. Hintergrund der nervösen Finanzmärkte ist das explosive Gemisch aus eurokritischer Einstellung der aktuellen italienischen Wahlsieger in Kombination mit der riesigen Staatsverschuldung Italiens. Im Falle von Griechenland konnte die EZB mit einer enormen Willensleistung und Massnahmen jenseits des vorgegebenen Auftrags die Eurokrise gerade noch mal so dämpfen. Italien aber ist als drittgrösste Volkswirtschaft der Eurozone mit seinem gewaltigen Staatsschuldenberg ein anderes Kaliber. Wenn dann noch eurokritische Parteien die Regierung übernehmen und einen Schuldenschnitt oder Euroausstieg anstreben, sind unschöne Machtkämpfe vorprogrammiert. Der EUR/CHF-Kurs ist in gut zwei Wochen von knapp 1.20 auf aktuell etwas über 1.15 gefallen.

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Vorsicht mit Konsumkrediten
Die Werbung suggeriert, fast jede Anschaffung ist sofort möglich, Leasing, Ratenzahlung oder ein Konsumkredit machen es möglich. Wenn man aber aktuell das Geld für seine Wunschanschaffung nicht hat, sollte man ganz genau überlegen, ob man diese Anschaffung wirklich braucht und ob man sich diese auch wirklich leisten kann. Kauf auf Kredit oder Abzahlung ist vorgezogener Konsum. Man gibt also Geld aus, von welchem man hofft, es in der Zukunft zu haben. Das zukünftige Budget wird also meist massiv belastet und der Freiheitsgrad nimmt massiv ab. Dazu kommen dann oft noch recht hohe Schuldzinsen, welche den vorgezogen Konsum weiter verteuern. Ganz übel wird es, wenn man die Rückzahlungsraten nicht mehr bezahlen kann. Dann kommen Verzugszinsen und oft massivste Mahnaufwendungen noch dazu. Hier lauern finanzielle Teufelskreise, aus welchen man oft nur mit massivsten Einschränkungen wieder rauskommt. Finanzielle Disziplin ist das A und O. Wenn plötzlich unvorhergesehene, nicht aufschiebbare Aufwendungen wie eine
grössere Zahnarztrechnung kommt, sollten die Finanzen nicht zusammenbrechen. Lieber mal auf etwas im Moment verzichten. Längerfristig erspart man sich oft viele Mühen und behält die finanzielle Freiheit.

Weiterhin kaum Rendite mit sicheren Anlagen
Obwohl die Zinsen in den letzten 12 Monaten leicht gestiegen sind, gibt es nach Kosten kaum oder keine Rendite mit sicheren Anlagen. Die Chance, dass dies in den nächsten Jahren wieder ändert, ist intakt. Bis das aber soweit ist, braucht es aber weiterhin viel Disziplin und die Risiken sollten nicht massiv erhöht werden. Im grossen Stil ausweichen auf Aktien, wegen der Dividendenrendite, Immobilien wegen den Mietzinseinnahmen oder auf Obligationen mit tieferer Schuldnerbonität ist mit grösseren Risiken verbunden, welche man in Phasen wie jetzt oft unterschätzt. Diese sehe ich als Beimischung weiterhin, würde aber nicht einfach die früher in erstklassigen Obligationen investierten Gelder in risikoreichere Anlageklassen investieren. Auch strukturierte Produkte und Fonds sind nicht einfach die immer wirksame Lösung für das schon länger anhaltende Anlageproblem. Auch hier kann niemand zaubern und müssen die darin enthaltenen Kosten auch zuerst wieder erwirtschaftet werden. Setzen Sie sich nicht überhöhte Renditeziele!

Haben Sie Fragen? Dann schicken Sie mir ein Mail an oder rufen an unter Tel. 062 871 93 57.

Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick, www.ruetschi-ag.ch

Korrektur an Aktienmärkten geht weiter
Nach der Korrektur der Aktienmärkte Anfang Februar haben sich vor allem die US-Märkte recht stark erholt. Derzeit ist die zweite Korrekturwelle zu beobachten: Die europäischen Aktienmärkte haben teilweise schon neue Jahrestiefst erreicht, die US-Aktienmärkte stehen noch etwas über den Tiefständen von Februar. Der Ratschlag in den letzten zwei Ratgeber-Kolumen, Gewinne zu realisieren und Cash zu schaffen, war bisher richtig. Ich bleibe bei der vorsichtigen Einschätzung. Warum?
1. Selbst jetzt, nach den Kursverlusten, steht der SP500 noch immer höher, als er je vor Dezember 2017 war. Mit anderen Worten hat die Korrektur der letzten Wochen einfach die deutlichen Anstiege vom Januar rückgängig gemacht, mehr aber noch nicht.
2. Der enorme Rückenwind der Geldpolitik für die Aktien nimmt langsam ab. Die FED hat die Zinsen in mehreren Etappen angehoben und reduziert in kleineren Dosen die Geldmenge. Selbst die EZB spricht davon, dass ein Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik in den nächsten Monaten anstehen sollte. Einzig die BOJ scheint unbeirrt auf ihrem extrem expansiven Weg weiterfahren zu wollen. Die Zinsen scheinen somit doch langsam den Weg von ihren Tiefs weg nach oben zu finden. Dieser Rückenwind also, der zu sehr teuren Bewertungen vor allem der US-Aktien geführt hat, nimmt nun ab und verkehrt sich gegen Ende dieses Jahres oder 2019 möglicherweise ins Gegenteil.
3. Gleichzeitig hat US-Präsident Trump Strafzölle für Stahl und Aluminium unter anderem gegen China verhängt. Kein Wunder, dass China da nicht untätig zusieht und Gegenmassnahmen angekündigt hat. Es ist noch zu früh, um abzuschätzen, ob daraus ein veritabler Handelskrieg wird. Die Finanzmärkte schätzen die Unsicherheit aber gar nicht. Wird die Rechnung für die USA aufgehen, wer wird die Zeche zahlen? Natürlich ist es möglich, dass einige Arbeitsplätze in der US Stahlindustrie gerettet werden. Gleichzeitig werden Stahlverarbeiter in den USA teueren Stahl kaufen müssen, dort stehen also potenziell andere US-Arbeitsplätze auf dem Spiel. Definitiv zahlen werden die US-Konsumenten mit höheren Produktepreisen. Die unkoordinierte Einführung von Strafzöllen dürfte also für die USA eher Rohrkrepierer denn Siegeszug sein.

Basilea
Gibt es also keine Kaufkandidaten, bei denen wir die aktuellen Kurse als interessant anschauen?
Doch die gibt es, zum Beispiel Basilea. Das ursprünglich aus früheren Roche-Managern hervorgegangene Unternehmen ist im Bereich Infektionskrankheiten mit Antimykotika und Antibiotika tätig und versucht auch im Bereich der Onkologie Fuss zu fassen. Basilea konnte von 2016 auf 2017 den Verlust deutlich reduzieren und den Umsatz um über 50 Prozent steigern.
Auch dieses Jahr dürfte die Firma noch rote Zahlen schreiben, die Verluste aber weiter eindämmen. Basilea hat 2017 eine Lizenzvereinbarung mit dem Pharmagiganten Pfizer abschliessen können und dabei eine 70-Mio.-Upfront-Zahlung erhalten. Weitere Zahlungen sind abhängig vom Umsatz der auslizenzierten Produkte und auch Meilensteinzahlungen im Umfang von bis zu 650 Mio. USD sind möglich. Die aktuellen Kurse unter 65 sind für uns Kaufkurse, aufgrund des erhöhten Risikos als Beimischung zum Depot.

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