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Ratgeber

lic. iur. Serap Hänggi, CAS Forensics
Rechtsberaterin
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Fax +41 (0)61 511 09 96

Gerechtfertigte oder ungerechtfertigte Betreibung - was ist zu beachten, was ist zu tun?
Jemand hat eine Betreibung gegen Sie angehoben. Gerechtfertigt oder ungerechtfertigt ist eine entscheidende Frage für den weitern Verfahrensgang, da in der Schweiz jeder jeden betreiben kann, ohne dass geprüft wird, ob die Forderung effektiv besteht. Wenn Sie die Forderung nun aber anerkennen, haben Sie als Schuldner ab Eingang des Zahlungsbefehls 20 Tage Zeit, um den geforderten Betrag zu bezahlen. Hinzu kommen jedoch auch die Betreibungskosten, die der Gläubiger vorgeschossen hat. Daher sollten Sie möglichst früh bzw. vor einer Betreibung versuchen, das Gespräch mit dem Gläubiger zu suchen, um einen Zahlungsaufschub oder Ratenzahlung zu vereinbaren, denn es wird nur teurer. Wenn Sie nun aber die Forderung nicht anerkennen, weil diese nicht besteht oder verjährt ist, dann erheben Sie Rechtsvorschlag innert 10 Tagen. Sie bestreiten dadurch die Forderung und bewirken die vorläufige Einstellung der Betreibung. Ein verspäteter Rechtsvorschlag ist nur ausnahmsweise möglich (wegen unverschuldetem Hinderungsgrund, z.B. bei Krankheit etc.). Wenn Sie Rechtsvorschlag erhoben haben, liegt der Ball wieder beim Gläubiger. Dieser muss nun beweisen, dass die Schuld tatsächlich existiert. Entscheidend ist nun, was für Beweise dem Gläubiger vorliegen. Dabei hat er verschiedene Möglichkeiten. Er kann je nachdem, was ihm als Beweis (nur Dokumente) vorliegt, die provisorische oder definitive Rechtsöffnung verlangen. Neben oder parallel zur definitiven Rechtsöffnung kann der Gläubiger auch die Beseitigung des Rechtsvorschlages mittels Feststellungsklage begehren, das ist die sog. Anerkennungsklage. Im Unterschied zum Rechtsöffnungsverfahren, das vom Gericht im summarischen Verfahren (beschleunigt) durchgeführt wird, ist die Anerkennungsklage im ordentlichen Verfahren durchzuführen. Das bedeutet wiederum, dass hier vorab ein Schlichtungsverfahren vor dem zuständigen Friedensrichter durchgeführt werden muss. Im Gegensatz zum beschleunigten Verfahren, welches bei der Rechtsöffnung zur Anwendung gelangt und wo der Beweis grundsätzlich durch Urkunden zu erbringen ist, können beim ordentlichen Verfahren sämtliche Beweismittel angerufen werden, so z.B. auch Zeugen, wenn keine Urkunden vorhanden sind, welche die Forderung schriftlich belegen. Des Weiteren käme es dabei zu einer Verhandlung, an welcher die Parteien und etwaige Zeugen befragt werden könnten. Die rechtskräftige Abweisung einer solchen Klage hätte zur Folge, dass die geltend gemachte Forderung auf Bezahlung auf andere Weise nicht mehr geltend gemacht werden könnte (sog. Wirkung der res iudicata). Im Falle einer Rechtsöffnung kann gegen diesen Entscheid Beschwerde geführt werden. In diesem Beschwerdeverfahren müsste dargelegt werden, inwiefern entgegen dem Entscheid des Gerichts die Bewilligung der Rechtsöffnung nicht zu gewähren ist.
Neben dem Einschlagen des Rechtsmittelweges existiert im Falle der Bewilligung der provisorischen Rechtsöffnung auch die Möglichkeit, innert 20 Tagen nach der Rechtsöffnung auf dem ordentlichen Klageweg auf Aberkennung der Forderung, die sog. Aberkennungsklage, durch den Betriebenen zu klagen. Folglich besteht im Falle der Bewilligung der Rechtsöffnung einerseits die Möglichkeit, den Entscheid bei den Rechtsmittelinstanzen als zweite und das Bundesgericht als dritte Instanz anzufechten, anderseits könnte der Rechtsöffnungsentscheid akzeptiert werden und direkt auf Aberkennung der Forderung geklagt werden. Auch bei der Aberkennungsklage käme das ordentliche Verfahren zur Anwendung. Zudem könnte auch in diesem Fall der Rechtsmittelweg beschritten werden und es wäre mittels Berufung gegen einen ablehnenden Entscheid vorzugehen.
Wenn Sie nun aber die Forderung bezahlt haben, obwohl sie nicht berechtigt war, können Sie eine Rückforderungsklage erheben. Dieser kleine Umriss soll Ihnen verdeutlichen, was für Rechtsbehelfe Sie ergreifen können. Angesichts der Komplexität empfehle ich Ihnen, sich rechtlich beraten zu lassen, sofern Sie sich zu Unrecht mit einer Forderung konfrontiert sehen.
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Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Korrektur an den Aktienbörsen...
Die Aktienmärkte haben sich dieses Jahr bislang von der sehr starken Seite gezeigt. Ein erster kleiner Rücksetzer aufgrund sich verstärkender Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China wurde im Juni schnell ausgebügelt und neue Rekordwerte wurden erreicht.
Die jetzige Korrektur von mittlerweile etwas mehr als 5 % scheint wieder mit dem Handelskrieg zusammenzuhängen. US Präsident Trump hat sich entschieden, den vereinbarten Waffenstillstand mit China aufzuheben und ab September weitere, neue Zölle auf einen Warenwert von über 300 Mia USD pro Jahr zu erheben. Die Aktienmärkte haben sofort reagiert und relativ deutlich nachgegeben.
…schon wieder zu Ende?
Gestern Mittwoch (7. August) nun hat die US Börse intraday von den Tiefstständen bis ins Closing über 2 % zulegen können, heute Donnerstag starten wir mit weiteren +0.7 %. Ist die Korrektur also bereits wieder vorbei? Ich habe die technische Seite kurz analysiert. Ein Intraday-Reversal, wo der Tagesschlusspreis mehr als 2% über dem Tagestiefst lag, ergab in der Vergangenheit leider keine klare Aussage zur Performance über den nächsten
Tag/Woche/Monat.
Fundamentaldaten sprechen gegen ein Ende der Korrektur
Die Bewertungen der US Börse war bereits sehr hoch, obwohl letztes Jahr wegen der US Steuerreform die Gewinne der US Firmen relativ stark angestiegen sind. Dieses Jahr nun tun sich die US Firmen schwerer mit weiteren Gewinnsteigerungen. Im Gegenteil sind die letzten
gemeldeten Gewinne gar tiefer als im Vorjahr, auch im dritten Quartal dürften die Gewinne sinken. Die Erwartungen der Analysten sind aber für die danach folgenden Quartale sehr positiv, was den Aktienmärkten Rückenwind gibt. Wir sind da skeptischer. Zum einen dauert der Handelskrieg – und das ist es mittlerweile geworden zwischen den USA und China – schon wesentlich länger als anfänglich angenommen. Auswirkungen sind bereits sichtbar. Verschiedene Konjunkturindikatoren sind gesunken und weiter vorlaufende Indikatoren wie Umfragewerte ISM, PMI, … zeigen bislang keine Erholung an.
Wir müssen aber gar nicht so weit gehen. Auch wir in Europa tun uns schwer. Der Brexit-Prozess dauert ebenfalls schon länger als geplant und das Risiko eines harten Brexits hat zugenommen, die Gesprächsbereitschaft scheint schon besser gewesen zu sein.
Aus gänzlich anderen (historischen) Gründen gibt es neu nun auch zwischen Japan und Südkorea Zwistigkeiten, welche im Halbleiter/Elektronikbereich Probleme in den Lieferketten verursachen können. All dies spricht unserer Meinung nach eher gegen starke Gewinnanstiege Ende 2019 bzw. im 2020.
Immerhin hat die FED noch etwas ‚Pulver’. Sie hat die Zinsen um 0.25% gesenkt, weitere Senkungen sind wahrscheinlich. Selbstverursacht schwieriger ist da die Lage der EZB. Sie hat unter dem ultraexpansiven Draghi die Zinsen gar nie angehoben, weitere Senkungen in noch negativere Regionen sind mittlerweile schwierig dank der Möglichkeit, auf Bargeld auszuweichen.

Haben Sie Fragen? Dann schicken Sie mir ein Mail an oder rufen an unter Tel. 062 871 93 57.

Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
www.vinzenz-apotheke.ch

Ratgeberreihe Kinder: Impfungen 1
Wir haben in diese Reihe viel über Kinder und die klassischen Kinderkrankheiten geschrieben und auch jeweils darauf hingewiesen, dass es Impfungen gibt. In diesem Ratgeber möchten wir allgemein über Impfungen informieren.
Es gibt erstaunlicherweise kaum moderate Meinungen dazu, entweder sind Impfungen nur segensreich oder nur ganz schlecht. Diese Art das Ganze zu verherrlichen oder zu verteufeln scheint mir im Kontext: «was mache Ich mit meinem Kind» nicht hilfreich. Darum hier der Versuch das Thema auch aus Sicht von mehreren Müttern zu beleuchten. Weitere Informationen finden sich zuhauf im Internet:
• der schweizerische Impfplan mit den jährlich überarbeiteten neuen Empfehlungen und Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Impfungen
• BAG: Argumentarium Kinder Impfen? Ja? Wieso?
• Wikipedia: Impfungen
• Impfgegner: Es ist schwierig seriöse Artikel zu finden, Naturheilmagazin oder Erlebnisberichte von Einzelnen wie orange.handelsblatt.com/artikel/58047

Was ist eine Impfung (lateinisch Vakzination oder Vakzinierung) und wie funktioniert sie?
Ursprünglich wurde mit den Kuhpockenmaterial Menschen vor der Erkrankung der Pocken geschützt. (Der Name kommt daher lateinisch Vacca = Kuh). Man unterscheidet eine Aktiv- und Passiv-Impfung. Bei letzterer werden bereits fertige Antikörper gegeben, die sofort gegen die Erreger aktiv werden. Bei der ersten wird das Immunsystem befähigt, sich auf eine allfällige Erkrankung vorzubereiten und bildet die ganze Palette an Antworten auf die Infektion, u.a. Antikörper. Damit resultiert keine oder eine abgeschwächte Infektionskrankheit. Bei der Aktiv-Impfung werden noch Lebendimpfstoffe von Totimpfstoffen unterschieden. Zu den letzteren zählen auch die Toxoid-Impfstoffe.
Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte, noch vermehrungsfähige Erreger, die die Krankheit bei einem Gesunden nicht auslösen. Totimpfstoffe enthalten abgetötete Erreger oder Bruchstücke davon. Der Körper bildet gegen die Eindringlinge (es handelt sich dabei um Proteine und/oder Zucker-Moleküle) eine Reihe von Massnahmen, die sehr komplex sind. Für den zukünftigen Schutz bildet er langlebige «Gedächtniszellen», die ebenfalls komplexe Reaktionen auslösen. Es werden spezifische Antikörper produziert und diverse Zellen, die Erreger abtöten.
Die passive Impfung ist im eigentlichen Sinne keine Impfung, sondern ein schnell einsetzender Schutz. Er hält nur wenige Wochen an. Danach sind die Antikörper abgebaut. Eine natürliche Art davon ist die Mutter-Kind-Immunisierung. Auch sie erlischt spätestens nach dem Aufhören des Stillens.

Anwendungsart:
Normalerweise werden die Impfungen gespritzt. In der Regel in den Oberarm oder Oberschenkel. Es gibt auch andere Möglichkeiten: Bekannt ist die Schluckimpfung.
Noch im Versuchsstadium befinden sich die Varianten: über die Haut als Pflaster oder über die Nasenschleimhaut als Spray.

Wirksamkeit:
Keine Impfung kann 100% vor der jeweiligen Erkrankung schützen. Sie senken aber nachweislich die Erkrankungswahrscheinlichkeit. Dafür gibt es umfangreiche Studien, die von den jeweiligen staatlichen Stellen bestätigt werden. Auch nach der erfolgreichen Grundimmunisierung müssen für die langfristige Erhaltung der Immunität regelmässige Auffrisch-Impfungen erfolgen. Diese erfolgen je nach Anwendungsbeobachtungen einzelner Impfstoffe und der Beobachtung der Antikörpertiter nach Impfung bzw. nach einer durchgemachten Erkrankung. So konnte bei gegen Pocken geimpften Personen noch nach bis zu 88 Jahren nach der Impfung die Immunität nachgewiesen werden. Sie war vergleichbar mit einer überstandenen Erkrankung. Manche Impfungen mildern nur den Krankheitsverlauf, andere müssen jährlich verabreicht werden (Grippe-Impfungen). Erschwerend (für die Immunisierung) kommt dabei noch der Variantenreichtum der Erreger dazu. Ihr Hausarzt oder Ihre Apotheke kann nach Durchsicht Ihrer Impfunterlagen kompetente Angaben zu Ihrem Impfstatus machen!

Abschwächung der Wirksamkeit durch Wechselwirkung mit Schmerzmitteln:
Man vermutet, dass gleichzeitig eingesetzte Schmerzmittel die Wirksamkeit der Impfung vermindern können. Der Grund dafür liegt in der fiebersenkenden und entzündungshemmenden Wirkung. Man weiss, dass der Körper diese Mechanismen als Waffe gegen die Erreger braucht! Es sollte also, wenn möglich, auf die gleichzeitige Anwendung verzichtet werden.
Weitere Informationen erfolgen im nächsten Ratgeber.

Lassen Sie sich von uns beraten: vinzenz apotheke – eine quelle der gesundheit

Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick, www.ruetschi-ag.ch

Gibt es einen wirksamen Schutz vor den Negativzinsen?
Seit mehreren Jahren haben wir nun Negativzinsen. Nicht nur die kurzen Zinsen sind negativ: nein, auch 10-jährige Obligationen der Schweizer Eidgenossenschaft sind klar negativ. Aktuell kann man festverzinslich also nur anlegen, wenn man bereit ist, Risiken einzugehen. Dabei muss aber genau geprüft werden, ob das nach allen Kosten (Kauf-/Verkaufskosten, Depotgebühren) auch wirklich Sinn macht. Risiko ohne jegliche Entschädigung macht kaum Sinn. Normale Kontolösungen bringen (inkl. zu zahlender Spesen) gar nichts mehr. Trotzdem macht es keinen Sinn, um jeden Preis Anlagen zu suchen. Da die Teuerung sehr, sehr tief war und ist, behält das Geld grösstenteils seine Kaufkraft. Falls in Zukunft die Negativzinsen noch schärfer umgesetzt würden, gäbe es noch die Variante, auf Bargeld umzusteigen. Natürlich birgt auch das Risiken, welche gut abgewogen werden müssen. Man könnte aber wenigstens die schizophrene Situation vermeiden, dass man Geld ausleiht und weniger zurückbekommt. Würden Sie einem Nachbarn ihren Rasenmäher ausleihen, wenn Sie sicher wüssten, dass er defekt zurückkommt? Ich habe auch kein Patentrezept. Aber um jeden Preis Anlagen machen, welche nach allen Kosten auch nichts bringen, das ist definitiv keine vernünftige Lösung.

Widersprüchliche Signale
Die Signale der Finanzmärkte sind teilweise widersprüchlich. Die aktuelle Zinssitua­tion deutet eher auf eine Abschwächung der Wirtschaft oder sogar eine Rezession hin. Gleichzeitig boomen aber die Aktienmärkte und die Bewertungen sind auf einem Mehrjahreshoch. Die Jagd nach potenziellen Renditequellen ist weiterhin im vollen Gange. Wie lange das so weiter geht, kann niemand genau sagen. Trends dauern oft lange und enden immer wieder in einer Übertreibung.

Beteiligungsgesellschaft Newventuretec wird liquidiert
Die Aktionäre haben an einer ausserordentlichen Generalversammlung die Liquidation und die Ausschüttung der Mittel der Gesellschaft beschlossen. Nach dem heutigen Wissensstand sollte ein Erlös von zirka 11 Franken möglich sein, was nochmals rund 10 Prozent höher ist als der gegenwärtige Aktienkurs. Diese volatile Aktie war vor einem Jahr noch bei rund 4 Franken und wird nun in den nächsten Monaten definitiv von der Börse verschwinden.

Haben Sie Fragen? Dann schicken Sie mir ein Mail an
oder rufen unter 062 871 66 96 an.

Sonja Wunderlin, Naturärztin
Praxis am Laufenplatz 148, 5080 Laufenburg, Tel. 062 874 00 16

Die Landschaft verspeisen
Sie fragen sich jetzt vielleicht: Wie kann man eine Landschaft verspeisen?
Es ist wieder Wander-Zeit. Auch ich packe den Rucksack und bewandere in meinen Ferien die Schweiz. Wandern ist Seelenbalsam. Und ich fühle mich nach einem ausgiebigen Marsch über Berge und durch Felder und Wälder gut genährt. Das Auge isst ja bekanntlich mit. Aber nicht nur.
Unterwegs wird nämlich immer auch botanisiert und gesammelt fürs Essen unterwegs. Es wird also die gesundende Landschaft nicht nur durchs Auge aufgenommen, sondern auch über die Verdauung buchstäblich verinnerlicht.

 Das Schönste ist, wenn die Delikatessen mir geradewegs in den Mund wachsen. Ich nasche gerne von den knackigen weis­sen Robinienblüten im Frühling. Versenke einen Blütenstand der Traubenkirsche oder des Mädesüss in der Trinkflasche –die aromatisiert alles mit einem feinen Bittermandelaroma. Und wenn die Blätter des Bärlauchs schon lange nicht mehr essbar sind, lege ich mir unterwegs die Bärlauch-Blüten aufs Sandwich.
Wildpflanzen haben etwas Eigenwilliges, sind zäh, widerstandsfähig und kräftig im Geschmack. Deswegen haben sie es auch in sich: Beispielsweise im Knopfkraut, einem Unkraut im Gemüsegarten, ist dreimal so viel Eisen drin wie im Spinat. Das zusätzlich enthaltene Vitamin C erleichtert die Aufnahme des Eisens. Das ist sehr interessant bei immer wiederkehrendem Eisenmangel.
Isst man Giersch als Salat, hat man das 20-fache an Vitamin C eingenommen im Vergleich zum Kopfsalat. Abgesehen von einem hohen Gehalt an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen finden sich in den Wildpflanzen ausserdem verschiedene Bitterstoffe, die einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit leisten. In gängigen Gemüsen und Salaten sind Bitterstoffe grösstenteils herausgezüchtet worden, fehlen deshalb in der Ernährung. Isst man etwas Bitteres, werden alle Verdauungsdrüsen angeregt; es werden vermehrt Speichel, Magensäure, Galle und Verdauungsenzyme ausgeschieden, welche auf verschiedenen Ebenen im Verdauungskanal die optimale Verdauung einleiten. Der pH-Wert ist im Mund leicht basisch, im Magen sehr sauer, im Darm gleicht er sich langsam wieder aus durch die basische Galle und die Enzyme der Bauchspeicheldrüse.

Bitterstoffe
Die regelmässige Einnahme von bitteren Kräutern wirkt sich positiv aus auf den Stoffwechsel, Allergien, Unverträglichkeiten, chronische Ekzeme und ein geschwächtes Immunsytem, verbessert die Verdauung und unterstützt die Darmflora.
Der einfachste Weg, zu Bitterstoffen zu kommen, ist das Essen von Wildpflanzen wie Löwenzahn, Gänseblümchen, Bärenklau, Giersch, Schafgarbe, Dost. Oder man bedient sich der klassischen Gartenkräuter wie Wermut, Minze, Beifuss, Thymian, Bohnenkraut, Salbei oder Rosmarin.

Sammel-Regeln in der Landschaft
1. Nur sammeln, was man sicher kennt.
2. Sammeln nur an Orten, an denen weder gedüngt noch gespritzt wird. Bahngeleise werden regelmässig mit dem Pflanzengift Glyphosat gespritzt. Wegränder sind ebenfalls Tabu wegen der promenierenden Hunde, viele Kulturfelder sowie Wegränder sind ebenfalls gespritzt.
3. Grundsätzlich bei trockenem Wetter nach Sonnenhöchststand sammeln.
4. Gesunde trockene Pflanzen sammeln.
5. Nur so viel ernten, wie man in einem Jahr verbraucht.
6. Nur so viel sammeln, dass keine Veränderung des Terrains wahrgenommen werden kann. Seltene Pflanzen lieber in der Drogerie/Apotheke besorgen. Geschützte Pflanzen stehen lassen.

In den kommenden Ferien freue ich mich auf wilden Thymian am Weg, auf die ährige Rapunzel, die roh gegessen eine Delikatesse ist, oder auf die Beeren des in etwas höheren Lagen wachsenden roten Holunders, aus denen sich ein knallroter erfrischender Drink zaubern lässt. Ein Fach des Rucksacks ist reserviert für die essbare Landschaft.
Und nun wünsche ich auch meinen Lesern viel Freude beim Verspeisen der Landschaft und erholsame Zeit in der Natur.

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Weiterführende Informationen finden Sie unter www.sonjawunderlin.ch

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Kindesunterhalt bei Unverheirateten – wie und was für einen Unterhalt bekomme ich für das gemeinsame Kind
Seit 2017 gelten neue Bestimmungen zum Kindesunterhalt. Ziel der neuen Regelung ist, Kinder verheirateter und nicht miteinander verheirateter Eltern gleichzustellen und den Unterhaltsanspruch des Kindes generell zu stärken.
Grundsätzlich haben Eltern gemeinsam für den Unterhalt ihrer Kinder zu sorgen und jeder Elternteil muss nach seinen Möglichkeiten dazu beitragen. Leben die Eltern getrennt, leistet jeder Elternteil seinen Unterhaltsbeitrag entweder in natura oder mit einer Geldzahlung. Seit 2017 besteht nun auch der Anspruch auf Betreuungsunterhalt des Kindes. Was bedeutet dies aber konkret?
Naturalunterhalt wird vom betreuenden Elternteil erbracht, indem er sich im Alltag um das Kind kümmert, es betreut und erzieht. Der nicht betreuende Elternteil schuldet demgegenüber grundsätzlich den sogenannten Barunterhalt. Dieser umfasst die Kosten für Ernährung, Bekleidung, Unterkunft, Krankenkasse, Ausbildung etc. sowie Fremdbetreuung des Kindes. Der Betreuungsunterhalt kommt neu dazu, wenn ein Elternteil wegen der Kinderbetreuung (auch Teilzeit) nicht oder nicht so viel arbeiten kann, dass er genügend verdient, um seine Lebenshaltungskosten finanzieren zu können. Er umfasst also grundsätzlich das Manko des betreuenden Elternteils.
Solange sich die unverheirateten Kindseltern einigen und dies im Einvernehmen regeln, bestehen keine Beanstandungen. Im Konfliktfall ist der finanzielle Unterhalt jedoch ohne entsprechende Regelung nicht lückenlos gewährleistet. Nicht verheirateten Eltern wird die Regelung mittels Unterhaltsvertrag daher vor allem bei getrenntem Wohnsitz empfohlen. Die kommunalen Sozialdienste und Beratungsstellen können Sie in Bezug auf Kindesunterhalt beraten. Sie arbeiten im Einvernehmen mit den Eltern Unterhaltsverträge aus und unterbreiten diese den Familiengerichten als Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) zur Genehmigung. Der Unterhaltsvertrag wird erst nach der Genehmigung durch das Familiengericht verbindlich. Sofern die Unterhaltsbeiträge für Ihr Kind vor dem 1. Januar 2017 in einem genehmigten Unterhaltsvertrag festgelegt worden sind, können diese auf Gesuch hin neu festgelegt werden.
Bei Uneinigkeit der Kindseltern kann der Kindesunterhalt auch gerichtlich eingeklagt werden. Haben die Eltern vorher unter Einbezug der KESB erfolglos verhandelt, kann die Klage direkt beim zuständigen Zivilgericht eingereicht werden. Wird der Unterhaltsbeitrag beim Gericht eingeklagt, entscheidet dieses soweit nötig auch über andere offene Fragen wie die Betreuung des Kindes und den persönlichen Verkehr.
Wenn Sie nun einen genehmigten Unterhaltsvertrag haben, aber die Unterhaltszahlung ausbleibt, d.h. der Unterhaltspflichtige seiner Verpflichtung nicht nachkommt, stehen dem anderen Elternteil verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen sind die Kantone verpflichtet, für die Kinderalimente eine unentgeltliche Inkassohilfe anzubieten und zum anderen bevorschussen alle Kantone die Kinderalimente unter bestimmten Vor­aussetzungen. Sie haben sogar die Möglichkeit, eine sogenannte Schuldneranweisung beim zuständigen Zivilgericht zu beantragen. Bei der Schuldneranweisung wird eine Schuldnerin oder ein Schuldner (meistens die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber) der unterhaltsverpflichteten Person verpflichtet, vom Lohn der unterhaltsverpflichteten Person (Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin) direkt einen Teilbetrag der unterhaltsberechtigten Person zu überweisen. Die Anweisung erfolgt auf entsprechendes Begehren der unterhaltsberechtigten Person beim zuständigen Gericht, wobei die Voraussetzungen hierfür gegeben sein müssen.
Auch haben Sie die Möglichkeit für bereits geschuldete Unterhaltszahlung eine Betreibung beim Betreibungsamt am Wohnsitz des Unterhaltsverpflichteten einzuleiten. Ausserdem besteht die Möglichkeit, gegen den Unterhaltsverpflichteten ein Strafverfahren einzuleiten. Die Vernachlässigung von Unterhaltspflichten ist ein Delikt. Wenn es der Unterhaltsverpflichtete also durch eigenes Verschulden und ohne Unterbruch während einer gewissen Zeit unterlässt, die geschuldeten Beiträge zu bezahlen, obwohl er finanziell in der Lage wäre, können Sie bei der zuständigen Strafverfolgungsbehörde seine Bestrafung beantragen. Sollten Sie weitere Fragen zu diesem Rechtsgebiet haben, können Sie uns gerne kontaktieren.

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Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Aberkennung Börsenäquivalenz
Die EU Kommission hat die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Schweizer Börse ab Anfang Juli verweigert, obwohl die Schweizer Börse die technischen Kriterien für die Gleichwertigkeitsanerkennung erfüllt. Auch die EU hat das nicht bestritten.
Was hat die EU Kommission zu diesem unfreundlichen Akt getrieben? Die Begründung der EU ist zwar ehrlich, aber inhaltlich schwach: Die EU begründet den Entscheid völlig sachfremd und ohne Bezug zur Börse mit mangelnden Fortschritten bei den Verhandlungen über das Rahmenabkommen.
Was hat das mit dem Rahmenabkommen zu tun? Eigentlich nichts…

Die EU möchte die bilateralen Abkommen, welche zwischen der Schweiz und der EU
bestehen, unter ein Dach stellen und diese sektoriellen Abkommen nur unter diesem Rahmenabkommen weiterführen. Die Schweiz andererseits ist mit der aktuellen Situation der bilateralen Abkommen zufrieden und weniger positiv gegenüber dem bisherigen Verhandlungsergebnis des Rahmenabkommens. Sie macht deshalb nicht wahnsinnig schnell vorwärts und möchte weiterverhandeln.

EU Kommission am «täubele»
Die EU Kommission hat nun die Geduld und Nerven verloren und reagiert wie ein trötzelndes Kind: «Wenn du nicht endlich vorwärts machst und unsere Regeln akzeptierst (Rahmenabkommen), dann haue ich dir eins (Aberkennung Börsenäquivalenz) und spiele nicht mehr mit dir (Guillotineklausel).»

Wie du mir, so ich dir
Wie reagiert ein Kind, das Haue angedroht bekommt? «Wenn du mich haust, dann hau ich zurück.» Der Bundesrat hat präventiv im Vorfeld eine Verordnung angekündigt und nun in Kraft gesetzt, wonach CH Aktien (Novartis, Nestle, etc) neu nicht mehr an EU Börsenplätzen gehandelt werden dürfen.

Gleichwertige, souveräne Gegenpartei oder Bittsteller?
Wer mit wem was spielen will, ist unter souveränen Parteien jeweils beiden Seiten überlassen. Wenn die EU und die Schweiz beide übereinstimmen, dass die bilateralen Abkommen für sich positiv sind, so sollten sie daran festhalten. Wenn die EU oder die Schweiz die bilateralen Abkommen als negativ erachten, so sollten sie sie kündigen. Auch das ist beidseitig gutes Recht, beide Seiten müssen allerdings auch mit den Konsequenzen leben. Wenn nun die EU die bilateralen Abkommen nur unter dem Dach eines Rahmenvertrags weiterführen möchte, so ist das auch hier ihr gutes Recht. Und wenn schliesslich die Schweiz der Ansicht ist, dass der aktuelle Vorschlag des Rahmenabkommens nicht im eigenen Sinn ist, dann ist das erneut und diesmal ihr gutes Recht. Wieso da irgendwelche «Schüsse vor den Bug» (Zitat EU Kommissar Hahn) nötig geschweige denn sinnvoll wären, erschliesst sich mir nicht. Das hat wohl eher damit zu tun, dass Herr Hahn mutmasslich die Schweiz weniger als gleichwertigen, souveränen Verhandlungspartner, sondern vielmehr als kleinen und lästigen Bittsteller ansieht.
Wenn irgendein autokratischer Diktator solche Täubelientscheide treffen würde, wären die Urteile klar: nicht nachvollziehbar, unlogisch, willkürlich, frech, typisch, idiotisch, … Dass sich gewisse EU-Kommissare auf solch ein Niveau herunterlassen, ist bedenklich und kurzsichtig.

Eskalation droht
Die Chancen einer Zustimmung der Schweiz zum Rahmenabkommen dürften damit nicht besser geworden sein und das Rahmenabkommen war ja doch eigentlich das Ziel der EU. Es bleibt zu hoffen, dass ruhigere Kräfte das Heft in die Hand nehmen und eine weitere Eskalation vermieden werden kann.

 

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Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
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Ratgeberreihe Kinder: Kinderkrankheiten 9 – Mumps
Mumps wird lateinisch als Parotitis epidemica bezeichnet = eine anfallsweise häufig auftretende Ohrspeicheldrüsen-Entzündung. Umgangssprachlich heisst sie Ziegenpeter, wahrscheinlich, weil der Gesichtsausdruck mit den geschwollenen Drüsen etwas «dümmlich» wirkt und scheinbar können Ziegen eine ähnlich «aussehende» Erkrankung haben. Durch die lebenslange Immunität nach der überstandenen Erkrankung zählt sie zu den klassischen Kinderkrankheiten. In der Schweiz ist sie im Gegensatz zu Deutschland nicht meldepflichtig. Die Erkrankung ist in der Regel unproblematisch. Einige Komplikationen sind so unerfreulich, dass eine Vorbeugung sinnvoll ist. Und je älter die Erkrankten sind, desto schwerer kann der Verlauf werden.

Ursache:
Der Auslöser ist ein nur den Menschen befallendes Virus der Gattung Rubula, das zu den Paramyxoviriden gehört. Unterschiedliche Genotypen kommen geographisch gehäuft vor. Der Genotyp G nimmt weltweit zu.

Symptome:
Nach einer Inkubationszeit von ca. 12 bis 25 Tagen treten klassischerweise Fieber und eine ein- oder doppelseitige entzündliche Schwellung der Ohrspeicheldrüse auf.
Der Patient zeigt die typischen «Hamsterbacken» mit abstehendem Ohrläppchen. Die Ohren schmerzen und Kauen wird zur Qual (weiche und säurearme Nahrung bevorzugen). Auch andere Drüsen können mit einer Entzündung reagieren wie z.B. die Bauchspeicheldrüse mit Oberbauchbeschwerden bis zu Erbrechen und fetthaltigen Stühlen. Durch die grosse Variabilität der Beschwerden (auch nur grippeartige oder respiratorische Symptome) verläuft die Erkrankung meist unbemerkt.

Komplikationen:
– Hirnhautentzündung ist bei Kindern die häufigste Komplikation. Sie ist u.a. erkennbar an der schmerzhaften Nackensteifigkeit, Lichtscheue, Kopf- und Nackenschmerzen. Sie tritt bereits eine Woche vor oder bis zu drei Wochen nach Beginn der Erkrankung auf.
– Ertaubung: Bei 1:10 000 Infektionen kann eine meist vorübergehende Innenohrschwerhörigkeit auftreten, entweder ein- oder auch beidseitig.
– Hodenentzündung: bei 30 % der Fälle bei Jungen und Männern sind auch die Hoden betroffen. Die Entzündung beginnt am Ende der ersten Krankheitswoche mit erneutem Fieberanstieg und einer schmerzhaften Schwellung. Im schlimmsten Fall bleibt eine Unfruchtbarkeit als Spätschaden. Andere Drüsen, wie oben erwähnt (Bauchspeicheldrüse, Eierstöcke, Schilddrüse), können ebenfalls betroffen werden.

Therapie:
Es gibt keine spezifische antivirale Behandlung. Während des üblichen Verlaufs werden die Symptome gelindert: (kühlende) Wickel, nötigenfalls Fiebersenkung und Schmerzbehandlung. Der Arzt kann allenfalls eine Therapie mit Cortison durchführen.

Dauer der Ansteckfähigkeit, Isolierung:
Die Erkrankten können bereits drei bis fünf, max. sieben Tage vor Ausbruch andere anstecken. Dies hält bis in die frühe Rekonvaleszenz an. Längstens neun Tage nach dem Ausbruch können die Erkrankten wieder in die Schule/den Kindergarten etc. Bei recht vielen Patienten verläuft die Erkrankung unbemerkt (30 bis 40%). Sie sind aber ebenfalls in der Lage, über Tröpfchen-Infektion andere anzustecken. Daher ist eine Vorbeugung = Impfung wirklich ein Schutz. Nicht zuletzt auch für jene, die selbst eine Impfung aufgrund ihrer Immunsituation nicht vertragen. Ist die Impfquote in ihrem Umfeld nämlich hoch, sinkt das Risiko, dass sie sich anstecken können.

Vorbeugung:
Es gibt nur eine Kombinations-Impfung, die gleichzeitig auch vor Masern und Röteln schützt (und eine weitere, die zusätzlich noch vor Windpocken schützt). Geimpft werden neu seit 2019 alle Säuglinge: das erste Mal mit neun Monaten und zwingend für einen guten Schutz das zweite Mal mit zwölf Monaten. Der Mindestabstand muss ein Monat sein.
Es gab zwei grössere Mumps-Epidemien in der Schweiz: 1994/1995 sowie 1999/2000 durch die damalige Verwendung des zu schwachen Impfstoffes.

Korrektur zum letzten Ratgeber:
Im letzten Ratgeber habe ich geschrieben, dass zur Behandlung der Symptome der Windpocken auch Präparate mit dem Wirkstoff Ibuprofen eingesetzt werden können. Das wird nach heutigem Wissensstand nicht mehr empfohlen! Die auslösenden Viren können ausnahmsweise Verursacher schwerwiegender Komplikationen von Haut- und Weichteilinfektionen sein. Eine Mitwirkung von z.B. Ibuprofen an der Verschlechterung dieser Infektionen kann nicht ausgeschlossen werden. Während einer Windpockeninfektion sollte daher die Anwendung von Ibuprofen-haltigen Präparaten wie zum Beispiel Algifor Dolo Junior Suspension, Beutel Tabletten etc. vermieden werden.

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Dipl. iur. Kristina Borisow, juristische Mitarbeiterin
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Salinenstrasse 25, 4133 Pratteln, Tel. 061 823 03 03
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Getrübte Ferienstimmung
Sommerzeit ist Ferienzeit. Umso ärgerlicher ist es, wenn die sehnsüchtig erwartete Pauschalreise, die man aus Vertrauen bei einem Reiseveranstalter gebucht hat, nicht so verläuft wie man es sich versprochen hat. Baustellenlärm, stark verschmutzte Zimmer oder Ungeziefer können die Ferienstimmung trüben. Wichtig zu wissen, dass man sich wehren kann.
Gemäss dem Pauschalreisegesetz sind Reiseveranstalter für die Leistungen haftbar, die sie zugesichert haben. Wenn Ihre Pauschalreise nicht dem entspricht, was Sie gebucht haben, können Sie eine Teilrückerstattung des Reisepreises verlangen. Kleine Mängel können nicht beanstandet werden. Der Mangel muss erheblich sein. Massgeblich ist, dass man sich bereits vor Ort und umgehend beim Reiseleiter und beim Hotel beschwert. Schwerwiegende Mängel sollten gleichzeitig mit der Bemängelung vor Ort dem Reiseveranstalter zuhause kommuniziert werden. Dem Veranstalter ist Zeit einzuräumen, um den Mangel zu beheben – je nach Reisedauer beträgt die Frist ein bis zwei Tage.
Falls eine mündliche Reklamation nicht hilft, sollte man den Mangel schriftlich festhalten und vom Reiseleiter oder Hotel vor Ort unterschreiben lassen. Damit sichern Sie die Beweise für Ihre Beschwerde.
Werden die Mängel nicht innerhalb nützlicher Frist behoben, ist es angebracht, selbst tätig zu werden. Wichtig ist, dass alle Quittungen für Mehrkosten aufbewahrt werden. Für allfällige Mehrkosten kann Schadenersatz geltend gemacht werden. Eine Genugtuung hingegen nicht. Alternativ kann man mit dem Mangel leben und mit Hilfe der Beweise nachträglich eine Preisminderung verlangen. Dokumentieren Sie nicht behobene Mängel auch mittels Fotos und Videos, und notieren Sie sich die Kontaktdaten allfälliger Zeugen. In besonders schwerwiegenden und unzumutbaren Fällen, können Sie auf Kosten des Veranstalters heimreisen. Eine Genugtuung, also eine Entschädigung für Ärger und Stress, ist in der Schweizer Gesetzespraxis praktisch nicht durchsetzbar. Falls Sie sich während der Reise noch nicht an den Reiseveranstalter gewendet haben, sollten Sie das sofort nach der Rückkehr schriftlich nachholen. Dabei müssen alle Mängel detailliert beschrieben und Kopien des Beweismaterials beigelegt werden. Klare Richtlinien, wie hoch die Wiedergutmachung sein soll, gibt es nicht, aber Anhaltspunkte. Diese sind in der so genannten Frankfurter Tabelle festgelegt. Sie ist zwar für Deutschland formuliert, findet aber auch hierzulande Anwendung. Falls sich keine Einigung mit dem Reiseveranstalter findet, kann man sich kostenlos an den Ombudsmann der Schweizer Reisebranche wenden. Ein Gerichtsverfahren ist aufgrund der damit verbundenen Kosten nur sinnvoll, wenn es um viel Geld geht und die Beweise niet- und nagelfest sind.

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Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Gedankenexperiment Aktienmarkt
Versetzen wir uns gedanklich zwei Jahre zurück. Es ist der 31. Mai 2017. Der SMI steht knapp über 9000 Punkten, der SP500 bei 2412. Wie immer stellt sich die Frage: Wie geht es weiter an den Börsen?
Wenn wir zu diesem Zeitpunkt bereits gewusst hätten, was Wirtschaft und Politik in den nächsten zwei Jahren brächten, hätten wir dies in Anlageerfolge ummünzen können?

Geldpolitik
Wir wüssten, die FED strafft zuerst die Geldpolitik bis Ende 2018, dann signalisiert sie eine Kehrtwende zu allenfalls wieder sinkenden Zinsen. Die Konsumentenpreisinflation bleibt im angestrebten Bereich von 2%. Die EZB kommt auch in dieser Zeit nicht weg von ihrer ultraexpansiven Geldpolitik. Draghi würde der erste EZB-Präsident sein, der in seiner Regentschaft die Zinsen nie anhebt.

Politik
Die Diskussionen um den Brexit drehen sich im Kreis. Es findet sich bis zum ursprünglich geplanten Brexit-Datum kein Kompromiss, den beide Seiten mittragen. Es gibt eine nochmalige Verlängerung, das Risiko eines harten Brexits nimmt zu. Zumindest die Unsicherheit, wie es weitergeht zwischen EU und UK, dauert länger als anfänglich geplant.
US-Präsident Trump tritt in der Aussen- und Wirtschaftspolitik zunehmend fordernd auf. Zwar stellt er einige Forderungen wie höhere Zölle auf europäische Autos vorerst zurück, andere Zollmassnahmen setzt er aber in Kraft. Anfänglich geht es um Zollerhöhungen für Solarpanels, es folgen höhere Zölle für Stahl und Aluminium. Wie erwartet folgen Gegenmassnahmen von EU, China etc. Insbesondere mit China gehen die USA forsch um. Trotz mehrmaliger Ankündigung über angeblich konstruktive Gespräche eskaliert der Streit. Ein Verhandlungsabschluss wird mehrfach verschoben, die Zollschraube dreht immer weiter.
Auch an sich nicht verknüpfte Dinge wie die bislang unbewiesenen Spionagevorwürfe an Huawei werden bewusst als Druckmittel eingesetzt. Die USA üben auch Druck aus auf Europa, keine Aufträge mehr an Huawei zu vergeben.

Wirtschaft
Kein Wunder gehen die globalen Handelsvolumen zurück. Dies ist zum Glück bislang nicht deutlich in den Gewinnzahlen der Unternehmen zu sehen. Immerhin hat die Trump’sche Steuerreform zu einem deutlichen Anstieg der Gewinne der US-Firmen im Jahr 2018 geführt.
Dieser Anstieg stagniert nun allerdings, die Gewinne dürften auf Jahresbasis sogar etwas abnehmen im 2. und 3. Quartal von 2019. Die Firmen bleiben zuversichtlich, jedenfalls bleiben die Rückkaufprogramme der eigenen Aktien auf Rekordniveau. Gleichzeitig weiss der informierte Investor, dass hohe Aktienrückkäufe weder zu Zeiten der Internetbubbles noch in der Finanzkrise etwas genützt haben und viele Firmen mit Aktienrückkäufen Geld vernichtet haben.

Wo hätten Sie die Aktienmärkte erwartet?
Zurück zur wesentlichen Frage in unserem Gedankenexperiment: Hätten Sie damals vor zwei Jahren die Aktienmärkte auf zwei Jahre später (also heute) höher oder tiefer erwartet mit diesem (heutigen) Wissen?

Zurück zur Gegenwart
Zum Vergleich: der SMI steht per heute 31. Mai 2019 etwas über 9500, der SP500 bei gut 2750. In der Zwischenzeit wurden zudem die Dividenden von zwei Jahren ausbezahlt.

Haben Sie Fragen? Dann schicken Sie mir ein Mail an oder rufen an unter Tel. 062 871 93 57.

Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
www.vinzenz-apotheke.ch

Ratgeberreihe Kinder: Kinderkrankheiten 8 Windpocken
Windpocken, lateinisch Varizellen, sind eine hochansteckende Virus-Erkrankung. Andere umgangssprachliche Bezeichnungen sind: Wasserpocken, Spitze Blattern, Wilde Blattern. Der Name Windpocken sagt schon aus wie schnell die Krankheit übertragen wird. (Die Viren können tatsächlich über einige Meter in der Luft übertragen werden!) Normalerweise erkranken die Kinder im Vorschulalter besonders im Winter und Frühjahr. Sie bleiben dann ein Leben lang immun, es gibt seltene Fälle von Zweitinfektionen. Mehr als 90% aller Jugendlichen sind bis zum 14. Lebensjahr infiziert worden. Bei Erwachsenen und abwehrgeschwächten Menschen und auch bei (nicht vorgängig erkrankten) Schwangeren kann die Erkrankung in einer höheren Rate zu Komplikationen führen. Deshalb gibt es eine Empfehlung des BAG, Jugendliche ab 11-15 Jahren dagegen zu impfen.
Ursache:
Der Auslöser ist das humane Herpesvirus 3 (HHV-3). Der einzige Wirt (Reservoir) ist der Mensch. Bei der erwachsenen Bevölkerung in Mitteleuropa sind bei 93-96% Antikörper nachweisbar, d.h. eigentlich haben fast alle diese Erkrankung einmal durchgemacht. Nach der Infektion verbleibt stets lebenslang ein Teil des Virus in den Nervenzellen im Rückenmark oder im Hirn. Diese lösen dann die unangenehme Gürtelrose aus.
Symptome:
Nach einer Inkubationszeit von 10 bis 21 (meist 14 bis 17) Tagen treten als erste Symptome leichtes und kurz anhaltendes Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen auf. Am nächsten Tag bilden sich im Bereich des Rumpfes und des Gesichtes die Linsen-grossen roten Flecken. Diese entwickeln sich zu Knötchen und dann zu mit «Wasser» gefüllten Bläschen. Der Juckreiz kommt je nach dem zu unterschiedlichen Zeiten und in individueller Ausprägung vor. Es können alle Regionen des Körpers betroffen sein: der behaarte Kopf, Schleimhäute im Mund, Nase, Augen, Genitalien oder After. Da alle Erscheinungsformen: rote Flecken, gefüllte Bläschen, Krusten gleichzeitig auftreten können, ist die Krankheit in diesem Stadium leicht erkennbar. Der Krankheitsverlauf ist meist gutartig und dauert in der Regel 3 bis 5 Tage an. Wenn nicht gekratzt wird, fallen die Krusten meist ohne Narbenbildung ab.
Komplikationen:
Bei Kindern eigentlich keine. Bei Erwachsenen hingegen sind folgende Komplikationen möglich und gefürchtet:
- eine Hirnhautentzündung (Test: das Kinn kann nicht mehr schmerzfrei auf die Brust gesenkt werden);
- Lungenentzündungen (Atembeschwerden oder Auswurf);
- Magen-Darm-Komplikationen sind an einem aufgeblähten Bauch und an starken Bauchschmerzen erkennbar;
- Schwangerschaft: Das Virus kann während der ganzen Schwangerschaft über den Mutterkuchen in das Kind gelangen. Wobei das nur bei einem Viertel der Erkrankten passiert. Und auch nur ein Bruchteil dieser Fälle macht Schäden beim Kind oder Komplikationen bei der Mutter. Das sind dann nur bei 1-2% aller Windpockenerkrankungen in der Schwangerschaft. Europaweit waren das seit 1947 nur 112 Fälle. (Das sind wenige, aber wen es erwischt, hat es zu 100%) Darum sollten alle Jugendliche, vor allem die jungen Frauen, die Krankheit durchgemacht haben oder sich impfen lassen.
Therapie:
Wie bereits angedeutet, werden nur die Symptome gemildert: gegen den Juckreiz kühle und feuchte Kompressen und /oder adstringierende Emulsionen; (die Fingernägel des Kindes kurz halten, dass weniger Kratzspuren bleiben und keine zusätzlichen Infektionen durch die Verletzung entstehen,) gegen das Fieber Paracetamol oder Ibuprofen in den geeigneten Dosierungen. Aspirin-haltige Medikamente dürfen NICHT gegeben werden, sie können zu einem schweren Krankheitsbild (Reye-Syndrom) führen!
Dauer der Ansteckfähigkeit, Isolierung:
Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung beträgt zwischen 8 und 28 Tagen. Die Kinder können wieder in die Schule / Kindergarten, wenn das letzte Bläschen verkrustet und ausgetrocknet ist und keine neuen Hautausschläge mehr auftreten.
Vorbeugung:
Es gibt eine Impfung. Auch eine Kombinationsimpfung die gleichzeitig vor Röteln, Masern, Mumps und Windpocken schützt.
Gürtelrose als Zweiterkrankung:
Jeder 4. oder mindestens jeder 5. ehemals Windpocken-Erkrankte macht in seinem weiteren Leben eine Gürtelrose (Herpes Zoster) durch. Normalerweise erst ab 50 Jahren. Bei einem geschwächten Immunsystem (auch durch Stress bedingt), können die im Körper verbliebenen Virenpartikel reaktiviert werden und im Verbreitungsgebiet der betroffenen Nerven den typischen Bläschen-Ausschlag machen. Diese Patienten können Andere (meist als Grosseltern ihre Enkel) mit Windpocken anstecken.
Die hier möglichen Komplikationen insbesondere bei Augeninfektionen können schwerwiegend sein. (Ohne Behandlung besteht das Risiko einer Erblindung).
Ausserdem können Wochen und Monate nach einer Gürtelrose chronische Schmerzen auftreten. Es gibt eine sehr teure Impfung gegen die Gürtelrose, die nicht von den Krankenkassen übernommen wird. Eine gute Beratung durch einen Spezialisten für Immunologie sollte dafür vorgängig erfolgen.

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