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Von Barbara Martens, Rheinfelden

Haben Sie mal Satz für Satz der seitenlangen neuen AGBs im Minidruck Ihrer Bank durchgekämmt? Haben Sie kritisch nachgedacht, was da auf uns Kunden zukommt? Nach Studium der AGBs meiner Bank verglich ich die mit denen anderer Schweizer Banken. Es ist erschreckend! Alle haben diese fast wortwörtlich gleich getextet.

Sie als Kunde haben kaum Rechte, tragen aber die gesamte Verantwortung für Ihre Bankaktionen und -daten. Die Banken dagegen entziehen sich fast vollständig jeglicher Verantwortung bezüglich des Datenschutzes. Sie als Kunde akzeptieren, stillschweigend oder vergeblich protestierend, somit einen "Blankoscheck" und können nicht beeinflussen, was mit Ihren Daten bei Weiterleitung an Dritte geschieht. In den AGBs wird jede Verantwortung bei Missbrauch Ihrer Daten durch Dritte abgedungen, was gemäss Datenschutzverordnung eigentlich unlauter ist. Zitat: "Der Kunde bestätigt für sich und etwaige Dritte, deren Daten er der Bank gibt, dass die Bank dies (die Weiterleitung) tun darf, auch wenn sie die weitere Verwendung der Daten nicht kontrolliert."

Wenn Sie hier kritisch nachhaken, heisst es: "Sie können ja gehen". Keinen einzigen Artikel der AGBs dürfen Sie als Kunde streichen. "Vogel friss oder stirb!" ist die Devise. Weiteres Zitat: "Für Marketing und Werbezwecke werden jedoch Profile und personenbezogene Daten nur mit Zustimmung des Kunden an Kooperationspartner weitergegeben. Der Kunde kann der Profilbildung und den Werbezusendungen aber jederzeit widersprechen." Ihr Widerspruch wird anfangs ignoriert, erst wenn Sie hartnäckig auf ihr Recht pochen, endlich schriftlich bestätigt.

Übrigens: Das Bargeld soll eher kurz- als langfristig abgeschafft werden. Zitat: "Die Bank kann die Inanspruchnahme von Dienstleistungen und Produkten einschränken, ... insbesondere kann die Bank Bargeschäfte verweigern." So werden wir nun alle endgültig mit jeder Kontobewegung für die Banken, deren Kooperationspartner und Dritte (welche?) absolut gläsern. Orwell lässt grüssen! Wenn die Jüngeren unter uns überhaupt dann noch online "1984" zum Nachlesen bestellen dürfen, weil eventuell ihre Eltern, wegen des Verdachts Verschwörungstheoretiker zu sein, das Buch sicherheitshalber nicht mehr zuhause hüten.

 

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