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(pd) Der Landwirtschaftsbetrieb der Justizvollzugsanstalt Lenzburg hat es in der Hand, mit einer Umstellung auf Bio einen wertvollen Beitrag gegen das Bienensterben zu leisten. Im September 2019 forderte Pro Natura Aargau den Staatsbetrieb in Lenzburg in einem Schreiben auf, mit gutem Beispiel voranzugehen. Matthias Betsche, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau, stellt fest: «Gerade der Staat als grösster Landeigentümer kann etwas gegen das Bienensterben tun.»

Weiter heisst es in einer Medienmitteilung: «Die Justizvollzugsanstalt Lenzburg versprach, ihren Betrieb zu analysieren. Nun hoffen wir auf die gute Nachricht, dass der Betrieb auf Bio umstellt und auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestizide und auf leichtlöslichen Dünger verzichtet. Hauptgründe für das Bienensterben sind der zunehmende Einsatz von Pestiziden, immer monotoner werdende Landschaften ohne Blumen und der Verlust an Lebensräumen. Wir verlieren die Biodiversität schneller als sie sich erholen kann. Auf dem eigenen Land lässt sich am leichtesten etwas gegen das Artensterben zu tun. Das gilt besonders für den Staat als Grossgrundbesitzer. Statt in Pestizide sollten Staatsbetriebe in Massnahmen zur Förderung der Biodiversität investieren. Die Justizvollzugsanstalt Lenzburg muss mit ihrem Landwirtschaftsbetrieb mit gutem Beispiel vorangehen. Im September 2019 ersuchte Pro Natura Aargau um ein Gespräch mit der Justizvollzugsanstalt Lenzburg. Das Antwortschreiben der Behörden lässt hoffen: Pro Natura Aargau wurde mitgeteilt, dass der Betrieb analysiert werde und Pro Natura zu einem Gespräch eingeladen würde. Pro Natura Aargau würde die JVA Lenzburg bei der Umsetzung von Massnahmen zum Verzicht von Pestiziden und zur Förderung der Biodiversität auf dem Landwirtschaftsbetrieb unterstützen. Pro Natura Aargau wird ihre Bemühungen noch intensivieren, zu Wasser und zu Lande mehr Lebensraum für seltene Insekten zu schaffen. Doch die Lebensräume in den Schutzgebieten reichen nicht aus: Die Produktion von Nahrungsmitteln muss Hand in Hand mit der Schaffung von Biodiversität gehen.
Kanton und Gemeinden besitzen viel Landwirtschaftsland und könnten damit aktiv etwas gegen das Bienensterben unternehmen. Die Gemeinden können ihr Land beispielsweise an jene Landwirte verpachten, die sich für die Förderung der Biodiversität einsetzen. Bei jeder Neu-Verpachtung von staatseigenem Land kann die Gemeinde dafür sorgen, dass die Biodiversität auf dem verpachteten Land gesteigert wird. Pro Natura Aargau wird sich daher auch die Vergabepraxis der Gemeinden für staatseigenes Landwirtschaftsland im Kanton Aargau näher anschauen und sich für mehr Natur einsetzen.»

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