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(eing) Der Tradition des Hauses folgend hat das Spielzeug Welten Museum Basel auch in diesem Jahr eine Weihnachtsausstellung kuratiert, wie die Gerschäftsführerin und Kuratorin Laura Sinanovitch in einer Presserklärung mitteilt. «Patriotischer Weihnachtsschmuck» lautet der Titel der kleinen Weihnachtsschau, welche vom 21. November bis 14. Februar auf dem Programm steht. Sie befasst sich mit Christbaumschmuck, der in der Zeit der beiden Weltkriege hergestellt worden ist.

Weihnachten zu Kriegszeiten kam eine besondere Bedeutung zu. Die meisten Familienväter und Söhne waren an der Front. So schickte man Christbäume in Streichholzschachteln an die Front und zu Hause wurde die christliche Friedensbotschaft radikal umgedeutet. «Mit Objekten aus der eigenen Museumssammlung und Leihgaben aus der Privatsammlung von Alfred Dünnenberger sowie der Bibliothek am Guisanplatz BiG ist es uns gelungen, diese etwas andere Weihnachtszeit zeigen zu können. In dieser Form wird die Ausstellung nur in Basel zu sehen sein», teilt Laura Sinanovitch mit.
Während des Ersten Weltkrieges trug der Weihnachtsbaum nationale Symbole. Er wurde zu einer nationalen Angelegenheit, der vaterländischen Gefühle beschwören sollte. Abbildungen des Kaisers und eiserne Kreuze aus Dresdner Pappe, gläserne U-Boote, Minen und Bomben mit aufgemaltem Kaiseradler und schwarz-weiss-roten Banderolen waren der neue unchristliche Baumschmuck. Die Spitze des Baums zierte oft ein Gebilde in der Form einer preussischen Pickelhaube.
Während des Zweiten Weltkrieges vereinnahmte die nationalsozialistische Führung das Weihnachtsfest für die Kriegspropaganda. Das Dritte Reich versuchte in zahlreichen Veröffentlichungen, die germanischen Wurzeln des Weihnachtsfestes in das Bewusstsein der Deutschen zu rücken und beschwor alte germanische Tugenden zum neuen Inhalt des Festes. Die neuen Herrscher gaben sich grosse Mühe, dieses emotional bedeutendste Familienfest des Jahres propagandistisch für sich zu nutzen. Es wurde jede Gelegenheit wahrgenommen, christliche Bräuche und Inhalte in germanischen Ursprung und Inhalt umzudeuten. Weihnachtsschmuck, welcher den Vorstellungen der obersten Führung entsprach, gab es auch zu kaufen. Gläserne gedrückte Kugeln, auf welchen stark reliefierte, alte germanische Symbole waren. Dazu gehörten der Lebensbaum, das Sonnenrad, die Rune und das Hakenkreuz. Wichtig ist jedoch zu betonen, dass auf zeitgenössischen Fotos die Stücke selten zu finden sind. Viele Familien scheinen dem friedlichen Gedanken Vorrang gegeben zu haben.
In den USA ist der patriotische Weihnachtsschmuck in den Nationalfarben Blau-Weiss-Rot auch heute noch äusserst beliebt. Dies aber ohne ideologische Bedeutung. Man will damit lediglich zeigen, dass man stolz auf sein Land ist.
«Dieses schwierige Kapitel der Geschichte des Christbaumschmuckes sollte nicht ausser Acht gelassen werden», so die Kuratorin.

Facts & Figures
Öffnungszeiten
Museum, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Museum, im Dezember täglich von 10 bis 18 Uhr
Ristorante La Sosta und Boutique, täglich von 9.30 bis 18 Uhr

Für das Spielzeug Welten Museum Basel sind der Schweizer Museumspass und der Museums-PASS gültig.

Das Gebäude ist rollstuhlgängig.

Kaiser-Vogel, Glas, bemalt Erster Weltkrieg, Deutschland. Leihgeber: Alfred Dünnenberger. Foto: zVg

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