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(pd) Die schweizerische Imkerschaft befürchtet, dass der Bundesrat dem Drängen der Zuckerrübenproduzenten nachgibt und das seit 2019 verbotene Pflanzenschutzmittel GAUCHO wieder zulassen will. "Bei allem Verständnis für die Anliegen der Zuckerrübenbauer sollten hohe Erträge nicht mit dem Ausbringen von giftigen Pflanzenschutzmitteln erreicht werden", schreibt der Imker-Dachverband apisuisse.

In Bundesbern prüft man derzeit, ob das seit 2019 europaweit verbotene Pflanzenschutzmittel GAUCHO eine sogenannte Notzulassung erhalten soll. Nationalrat Pierre-André Page hat diesen September einen entsprechenden Vorstoss eingereicht. Dieser Vorstoss war Gegenstand einer Interpellation der Ständerätin Céline Vara. Hintergrund der Anstrengungen sind die befürchteten Ertragsausfälle der Zuckerrübenproduzenten, weil sie derzeit gewisse Schädlinge offenbar nicht wirksam bekämpfen können. Bis 2018 konnten sie auf das Mittel GAUCHO zurückgreifen, welches den Wirkstopff Imidacloprid enthält. Imidacloprid ist ein systemisches Insektizid aus der Gruppe der Neonicotinoide. Das Saatgut wird mit dem Mittel gebeizt und kommt so unter die Erde und in die wachsende Pflanze.

Neonicotinoide schaden nicht nur Schädlingen
Auf der Webseite des BLW ist bei GAUCHO der Warnhinweis «sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung» platziert. Dies ist einer der Gründe, weshalb die Anwendung momentan nur in dauerhaft geschlossenen Gewächshäusern erlaubt ist. Ein Einsatz auf offenen Flächen ermöglicht das Abdriften des Giftes und kontaminiert so beispielsweise Gewässer und Pflanzen, die von Bienen und Bestäubern angeflogen werden. Für Insekten sind Neonicotinoide aber hochtoxisch.

Widerstand in der Imkerschaft
In der französischsprachigen Schweiz wurde aus Umweltschutz- und Imkerkreisen eine Petition gegen die Wiederzulassung von GAUCHO lanciert. Diese Petition wird von apisuisse mit einem offenen Brief an Bundesrat Parmelin unterstützt. Darin formulieren die Imkervertreter, dass sie eine Wiederzulassung des derzeit verbotenen Mittels nicht akzeptieren könnten. Mathias Götti Limacher, derzeitiger Präsident von apisuisse stellt denn auch klar: «Es gibt aktuell keine wissenschaftlichen Studien, welche eine andere Beurteilung zulassen als damals, als man das Mittel GAUCHO verboten hat.» Deshalb meint er, dass es unseriös wäre, nach nur einer Saison mit Ernteausfällen das Verbot schon wieder aufzuheben. Vielmehr fordert er An-strengungen im Bereich der Forschung, welche aufzeigt, wie Schädlinge mit Nützlingen be-kämpft werden können.

Güterabwägung klar zugunsten Schutz der Umwelt
Im offenen Brief weisen die Imkereivertreter denn auch darauf hin, dass in der Güterabwägung zwischen Schutz der Umwelt und wirtschaftlicher Interessen erstere nicht aufgegeben werden dürfen. apisuisse ist der Überzeugung, dass die Anliegen der Zuckerrübenproduzenten anders berücksichtigt werden können, indem bspw. der Mindestgrenzschutz beim Rohzuckerpreis justiert wird oder der gleichzeitig mit dem Verbot des Pflanzenschutzmittel GAUCHO eingeführte

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