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(pd) Das Massnahmenpaket zur Bewältigung von Waldschäden wurde in der öffentlichen Anhörung grundsätzlich positiv aufgenommen und der grosse Handlungsbedarf anerkannt. Aufgrund der Anhörungsergebnisse hat der Regierungsrat das Massnahmenpaket im Modul «Holzvermarktung und -verwendung» angepasst und die Botschaft mit einem Verpflichtungskredit von 9,3 Millionen Franken zuhanden des Grossen Rates verabschiedet.

Das Ziel der Massnahmen ist, die Aargauer Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer bei der Wiederbewaldung der Schadenflächen zu unterstützen und die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu mindern.
Die Winterstürme vom Januar 2018 und die Trockenheit im 2018 und 2019 haben viele Aargauer Waldbestände geschädigt
oder zerstört. Die Winterstürme 2020, die milde Witterung dieses Frühjahrs und die aufgetretene Trockenheit haben die Situation zusätzlich verschärft. Zudem hat sich die Lage für die betroffenen Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer durch die Corona-Pandemie weiter verschlechtert: Neben den direkten Schäden an den Waldbeständen sind sowohl die Absatzmöglichkeiten von Holz im Inland sowie die Exportmöglichkeiten von Holz stark eingebrochen.
Der Grosse Rat hatte im Juni 2020 zwei Postulate zum Thema Waldschäden und zum besorgniserregenden Zustand des Waldes überwiesen. Der Regierungsrat hatte sich damals bereit erklärt, neben den bereits ergriffenen Sofortmassnahmen weitere Massnahmen mit der Wald- und Holzwirtschaft zu prüfen und zu unterstützen. In der Folge hat er das Massnahmenpaket «Bewältigung Waldschäden durch Borkenkäfer, Trockenheit, Eschenwelke und Sturmereignisse 2020» erarbeitet und im Sommer 2020 in die öffentliche Anhörung geschickt.

Grundsätzliche Unterstützung des Massnahmenpakets
Das vorgeschlagene Massnahmenpaket wurde in der Anhörung grundsätzlich positiv aufgenommen. Die klimabedingten Herausforderungen für den Wald sowie die Einschätzung des Handlungsbedarfs wurden von der grossen Mehrheit der Anhörungsteilnehmenden geteilt. Verschiedene Vorbehalte gab es zu einzelnen Zielen und Inhalten der vier Module des Pakets:
• Wiederbewaldung: Durch die Unterstützung der Wiederbewaldungsmassnahmen von Schadenflächen sollen stabile Waldbestände entstehen, die auch unter veränderten Klimabedingungen ihre Funktionen nachhaltig erfüllen können. Auf den Schadenflächen soll in erster Linie die Naturverjüngung gefördert werden. Stellt sich diese nicht oder nur spärlich ein, wird der natürliche Wiederbe-waldungsprozess durch Ergänzungspflanzungen unterstützt. Die Nachzucht von trockenheitstoleranten Baumarten in Pflanzgärten ist sichergestellt. Diesem Modul kommt mit einem Finanzbedarf von 7,7 Millionen Franken das finanziell grösste Gewicht zu. Kontrovers diskutiert wurde in der Anhörung die Frage der möglichen Gastbaumarten. Mit der nun gewählten Strategie können auf der einen Seite die potentiellen Risiken, die durch das Einbringen von Gastbaumarten entstehen, auf einem tragbaren Niveau gehalten werden; anderseits können die Gastbaumarten die Risiken eines Ausfalls einzelner Arten auf mehrere Baumarten verteilen.
• Holzvermarktung und -verwendung: Dieses Modul wurde in verschiedenen Stellungnahmen kritisch beurteilt. Das Modul wird deshalb auf Massnahmen im Bereich der Holzverwendung beschränkt. Die Sensibilisierung der Bauherrschaften zum Rohstoffeinsatz und dessen Herkunft (Interventionsmanagement) verspricht die beste Hebelwirkung zur Förderung der Verwendung von Schweizer Holz bei bedeutenden Bauprojekten von öffentlichen und privaten Institutionen im Kanton Aargau. Durch die Anpassung verringert sich der beantragte Kredit für dieses Modul um 0,3 Millionen Franken.
• Entscheidungsgrundlagen: Dieses Modul beinhaltet das Aufbereiten der Grundlagen, die Begleitung der Pflanzungen der Gastbaumarten sowie die Entwicklung der Methoden im Bereich der Neophytenbekämpfung und Wildschadenverhütung. Um die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer bei der schrittweisen Anpassung an die veränderten Klima­bedingungen unterstützen zu können, braucht es eine Aufarbeitung der wissenschaftlichen Grundlagen, die für den Kanton Aargau relevant sind. Deshalb wird dieses Modul unverändert in die Botschaft übernommen.
• Weiterbildung und Beratung: Kritische Stellungnahmen hat es insbesondere zu den in diesem Modul vorgesehenen Sicherheitskursen zur Holzerei gegeben: Die Ausbildung in Fragen der Arbeitssicherheit sei Aufgabe der Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer. Infolge der auf grossen Flächen verstärkt absterbenden Bäume stellen sich für die Forstbetriebe und Unternehmungen in Fragen der Arbeitssicherheit jedoch neue Herausforderungen. Gemäss Waldgesetz trägt der Kanton die Kosten der Aus- und Weiterbildung der Försterinnen und Förster, fördert die Aus- und Weiterbildung des übrigen Forstpersonals und stellt die Schulung von forstlich ungelernten Arbeitskräften sicher. Entsprechend sind sowohl die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer wie auch der Kanton in der Pflicht, die Ausbildung in Fragen der Arbeitssicherheit mitzutragen. Auch dieses Modul wird unverändert in der Botschaft aufgenommen.

9,3 Millionen Franken für die Jahre 2021–2024
Mit dem beantragten Massnahmenpaket wird nicht die Aufrüstung von Schadholz finanziell unterstützt, sondern Beiträge an die Entstehung arten- und strukturreicher und somit anpassungsfähiger und stabiler Waldbestände geleistet. Diese können auch unter veränderten Klimabedingungen ihre Funktionen nachhaltig erfüllen und sind weniger risikoanfällig
Für die Umsetzung des Massnahmenpakets mit einem reduzierten Modul «Holzverwendung» beantragt der Regierungs-rat einen Verpflichtungskredit für die Jahre 2021–2024 mit einem einmaligen Bruttoaufwand von 9,3 Millionen Franken. Er hat in seiner letzten Sitzung die entsprechende Botschaft zuhanden des Grossen Rates verabschiedet.

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