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(pd) Der Begriff und die Angebote rund um Palliative Care sind vor allem in der Deutschschweiz noch wenig bekannt. Gleichzeitig gelten Tod und Sterben noch immer als Tabuthemen. Oft werden in erster Linie Suizidhilfeorganisationen als Möglichkeit zur Wahrung der Selbstbestimmung am Lebensende wahrgenommen, während andere Möglichkeiten – wie Palliative Care – in der Bevölkerung wenig Beachtung finden. Der Welt Hospiz- und Palliative Care-Tag am 10. Oktober soll der Forderung nach einer qualitativ hochwertigen Behandlung und Begleitung von unheilbar kranken Menschen und ihren Angehörigen Nachdruck verleihen.

Unter Palliative Care versteht man alle Massnahmen, die das Leiden eines unheilbar kranken Menschen lindern und ihm so eine bestmögliche Lebensqualität bis zum Ende verschaffen. Der Bund und die Kantone haben im Rahmen der Plattform «Nationale Gesundheitspolitik» beschlossen, Palliative Care in der Schweiz zu fördern und gemeinsam mit den wichtigsten Akteuren im Gesundheits-, Sozial-, Bildungs- und Forschungswesen zu verankern. Mit dem Start der Nationalen Strategie Palliative Care im Jahre 2010 wurde das Thema auf die nationale Gesundheitsagenda gebracht. Die «Nationale Strategie Palliative Care 2010 – 2012» wurde vom Dialog «Nationale Gesundheit» bis ins Jahr 2015 verlängert. Seit 2016 werden die Arbeiten im Rahmen einer nationalen «Plattform Palliative Care» weitergeführt.
Mittels medizinischer und pflegerischer Unterstützung, aber auch psychologischer, sozialer und spiritueller Hilfe am Lebensende, soll dem Leiden und möglichen Komplikationen vorgebeugt werden. Im Fokus steht dabei nicht die Bekämpfung der Krankheit, sondern das bestmögliche Leben mit ihr. Palliative Care kommt bei allen fortschreitenden Krankheiten ohne Heilungschancen und begleitend in Situationen mit unklarer Heilungsaussicht zum Einsatz. Sie kann mit den vier S beschrieben werden, welche den Hauptbedürfnissen von unheilbar kranken Menschen entsprechen: Symptombehandlung, Selbstbestimmung, Sicherheit und Support für Angehörige. In der Palliative Care stehen somit die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der schwerkranken und sterbenden Menschen im Mittelpunkt und weniger die Diagnosen und Heilungschancen.

Palliative Care Konzept für den Kanton Basel-Landschaft
Ziele: Im Sinne der "Nationalen Strategie Palliative Care" soll Palliative Care im kantonalen Gesundheitswesen verankert werden, so dass alle schwerkranken und sterbenden Menschen eine ihren Bedürfnissen angemessene Palliative Care erhalten. Dadurch soll die Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden. Dies bedingt, dass alle Leistungserbringer über Palliative Care Bescheid wissen und dass die bestehenden Palliative Care Angebote ausgebaut werden, damit alle Patientinnen und Patienten im Kanton Basel-Landschaft den gleichen Zugang zu einer fachgerechten Behandlung und Pflege erhalten. Die anzustrebenden Strukturen sollen zudem zu einem möglichst langen Verbleib in der gewohnten Umgebung verhelfen.

Schätzungsweise 80 Prozent aller Patientinnen und Patienten in palliativen Situationen können in der Grundversorgung der Palliative Care behandelt werden. Dazu gehören die Behandlung und Pflege in den Spitälern, zu Hause (Ärztinnen und Ärzte, Spitex, Angehörige), in Alters- und Pflegeheimen, Behindertenheimen sowie in Rehabilitations- und Psychiatriekliniken. In hochkomplexen Fällen sind spezialisierte stationäre oder mobile Angebote erforderlich. In der innerkantonalen Versorgung bestehen Leistungsaufträge im Bereich der Palliative Care mit dem Kantonsspital Baselland, dem Hospiz im Park und der Klinik Arlesheim.Der mobile Dienst der SEOP Baselland (Spitalexterne Onkologiepflege) gewährleistet eine Beratung und spezialisierte Pflege am Ort der Wahl der Patientinnen und Patienten.

Das Hospiz im Park bietet stationäre Behandlung und Pflege für hochkomplexe Fälle sowie eine ambulante Sprechstunde an. Überdies ist das Ärzteteam des Hospiz im Park bereits heute konsiliarisch tätig: für Hausärztinnen und Hausärzte, im Rahmen bestehender Kooperationsverträge mit einigen Alters- und Pflegeheimen und informell mit gewissen Spitälern. Auf Basis des kantonalen Palliative Care Konzeptes hat das Hospiz im Park zudem eine zentrale Informationsstelle eingerichtet mit folgenden Aufgaben: Erstberatung für alle ambulanten Grundversorger (Hausärztinnen und -ärzte, Spitex-Betriebe und Pflegeheime, aber auch Patientinnen, Patienten und Angehörige), Triage der Fälle und wenn nötig Verweis an spezialisierte Dienste. Ehrenamtlich tätige Personen und Institutionen (Landeskirchen, Krebsliga, Rotes Kreuz, Selbsthilfeorganisationen, Private etc.) sowie Angehörige leisten wertvolle Unterstützung in der Versorgung von Palliative Care-Patientinnen und -Patienten.

palliative bs + bl ist eine Sektion der Schweizerischen Gesellschaft für Palliative Medizin, Pflege und Begleitung (palliative ch). Ein grosses Anliegen von palliative bs + bl ist die Verbesserung des Zugangs zu Palliative Care für Betroffene und deren Angehörige. Palliative bs + bl setzt sich auch ein für die Vernetzung zwischen regionalen Dienstleistungsanbietern im Bereich der Palliative Care sowie dem Informations-, Erfahrungs- und Wissensaustausch unter Fachpersonen. Des Weiteren macht sie sich im Auftrag des Kantons für die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die Verankerung von Palliative Care im regionalen Gesundheitswesen stark.

Schweizweite Aktionen geplant
In den 14 Sektionen von palliative ch finden Betroffene, Angehörige, Professionelle, Freiwillige und Institutionen ein niederschwelliges Beratungsangebot sowie Vernetzung auf regionaler Ebene. Anlässlich des Welt Hospiz- und Palliative Care-Tages am 10. Oktober finden verschiedene Aktionen und Veranstaltungen in der ganzen Schweiz statt, die auf das Thema aufmerksam machen: Filmvorführungen wie «Die letzte Reise», Podiumsdiskussionen oder Impulsreferate. Mehr Informationen zum Programm unter www.palliative.ch

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