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(pd) Im Vivarium des Zoo Basel lebt im Terrarium 58 ein neuer Vertreter der echten Eidechsen: Es ist die Sakishima-Langschwanzeidechse, die durch ihren sehr langen Schwanz auffällt. Es handelt sich dabei um eine stark gefährdete Art von südlichen japanischen Inseln, die bisher nur in wenigen Zoos gezeigt wird.

Die Sakishima-Langschwanzeidechse oder Igishaki-Langschwanzeidechse (Takydromus dorsalis) gehört zur Familie der Eidechsen. Die meisten Eidechsen haben einen sehr langen Schwanz, der mindestens doppelt und bei den Langschwanzeidechsen bis zu achtmal so lang wie der übrige Körper sein kann.

Von den Yaeyama-Inseln

In Zoos wird die Sakishima-Langschwanzeidechse sehr selten gezeigt: in den USA lediglich im Zoo Dallas, in Europa im Kölner Zoo, im Haus der Natur in Salzburg und im Haus des Meeres, Wien. Die drei Tiere im Zoo Basel wurden 2019 im Haus des Meeres gezüchtet

Die Heimat dieser Eidechse sind die Yaeyama-Inseln, den südwestlichsten japanischen Inseln, die vor der Ostküste Taiwans liegen. Dort kommt sie nur auf den vier Inseln Ishigakijima, Iriomotejima, Kohamajima und Kuroshima vor. Das Gesamtverbreitungsgebiet wird auf 530 Quadratkilometer geschätzt. Die Eidechse lebt in sonnigen Wiesen und lichtem Wald. Interessanterweise halten sich vor allem Jungtiere in offenen Gebieten auf, während geschlechtsreife Tiere überwiegend baumlebend sind.

Die Sakishima-Langschwanzeidechse wird in der Roten Liste seit 2017 als stark gefährdet (Endangered) geführt. Früher war die Art häufig. Der Rückgang der Populationen ist der Umwandlung von geeignetem Lebensraum in Agrarland geschuldet. Auch eingeführte Pfauen sind eine Gefahr für die nur bis maximal 35 Zentimeter lang werdenden Eidechsen. Hinzu kommt, dass sich die Art relativ langsam vermehrt: Die Weibchen legen im Frühsommer ein Gelege von nur ein bis zwei Eiern ab.

Schwanz mit Sollbruchstelle

Der Eidechsenschwanz ist sehr brüchig, denn am 6. Wirbel befindet sich eine Sollbruchstelle. Ist die Eidechse in Gefahr, kann sie an dieser Stelle den Schwanz abwerfen. Dabei zuckt der abgeworfene Schwanz einige Minuten und soll so den Beutegreifer ablenken. Währenddessen kann die Eidechse die Zeit zur Flucht nutzen. Der Schwanz wächst wieder nach. Allerdings erreicht er nicht mehr die ursprüngliche Länge. Die Fähigkeit, eigene Körperteile bei Gefahr abzuwerfen, nennt man Autotomie.

Echte Eidechsen

Eidechsen haben zwar vier Beine, können sich aber auch schlängelnd fortbewegen und durch die Vegetation gleiten. Diese ineinander übergehenden Fortbewegungsmuster zeigen eindrücklich, warum Echsen und Schlangen zur gleichen Ordnung der Schuppenkriechtiere gezählt werden.

Der Begriff Eidechse wird im deutschen Sprachgebrauch nicht selten falsch verwendet; oft werden auch Leguane, Agamen, Skinke oder Gürtelechsen als Eidechsen bezeichnet. Diese sind aber alle eigene Familien innerhalb der Unterordnung der Echsen (über 4700 Arten). Auch die Eidechsen sind eine eigene Familie, die ungefähr 270 Arten umfasst. Eidechsen kommen lediglich in Europa, Asien und Afrika vor. Wir kennen in der Schweiz unter anderem die einheimischen Zaun- und Mauereidechsen. Diese Familie ist bisher im Vivarium noch nicht vertreten. Foto: Zoo Basel

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