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(pd) Der Winter ist vorbei und die ersten Blumen lassen den Zolli in wunderschönen Farben erleuchten – der Frühling steht vor der Tür. Auch die Tiere spüren ihn. Die warmen Sonnenstrahlen sind das Signal für den Beginn der Balz.

Pfauenmännchen schlagen grosse, bunte Räder, Störche klappern und Kormorane schenken sich Nistmaterial. Wildeselhengste treiben die Stuten und Fischmännchen präsentieren stolz ihre leuchtenden Körper. Tharböcke liefern sich Hornkämpfe, den Pelikane wachsen Höcker auf der Stirn und die Männchen der Schwarzen Witwe bieten sich zuerst als Liebhaber und dann als Leckerbissen an. Doch, wozu das alles?

Die «Balz» ist ein Paarungsvorspiel. Sie führt direkt zur Fortpflanzung oder dient einer dauerhaften Paarbindung. Je besser die Wahl des Partners, desto besser sind die Nachkommen für das Überleben gerüstet. Üblicherweise herrscht in der Tierwelt Damenwahl. Weibchen investieren mehr in die Fortpflanzung als die Männchen, da sie Eier produzieren. Bei vielen Tierarten kümmern sich die Weibchen auch um die Aufzucht der Jungen und sind entsprechend wählerisch. Die Männchen machen vor allem auf sich aufmerksam, rücken sich ins beste Licht und lassen sich auswählen. Wer sich perfekt präsentieren will, beweist Geschick beim Nestbau, Entschlossenheit im eigenen Revier oder makellose Gesundheit. Bei Fischen sind Exemplare ohne Parasiten kräftiger gefärbt als befallene.

Der Pfau zeigt mit seinem – zwar schönen, aber doch sehr hinderlichen – Schwanzgefieder, dass er vor Vitalität dermassen strotzt, dass er trotz der Bürde seines Schmucks Feinden entkommen kann. Dieses «Handicap-Prinzip» gilt auch für den Gesang der Vögel oder das tagelange Röhren liebestoller Hirsche. Die Balzerei beeindruckt nur Artgenossen. Mit Storchengeklapper lässt sich ein Krähenweibchen nicht betören, und ein quakender Frosch lockt keinen Stichling an. Die Balzrituale sind spezifisch und auch bei sehr nah verwandten Arten – wie den Hunderten von Buntbarschen der afrikanischen Seen – unterscheidbar, was artfremde Verpaarungen verhindert.

Die Balz zeigt an, ob das Gegenüber in Fortpflanzungslaune ist. Eifriges Werben schaltet Verhaltensweisen und Triebe wie Flucht, Aggression oder Hunger aus oder mindert sie. Wer balzt, achtet weniger auf Gefahren, und Verliebte haben keinen Hunger. Häufig synchronisiert die Balz die Sexualzyklen der Partner derart, dass im Moment der Paarung reife Ei- oder Spermienzellen zur Befruchtung bereitstehen.

Zur Balz gehört auch ein anständiges Imponierverhalten – meist der Männchen. Rituale helfen, einen offenen Kampf zwischen Rivalen zu vermeiden; der Schwächere erhält die Chance, dem Konflikt auszuweichen, wodurch für beide Tiere das Verletzungsrisiko herabgesetzt wird. Gleichwohl werden beim Imponieren häufig gerade diejenigen Körperteile besonders zur Schau gestellt, die der Verteidigung oder der Jagd dienen. Raubkatzen, Flusspferde oder Affen entblössen ihr Gebiss, Fische stellen die Rückenstacheln oder reissen das Maul auf. Beim Wolf ist ein Kräftemessen zur Paarungszeit nicht nötig, da schon vorher durch Rangordnungskämpfe festgelegt wurde, wer zur Paarung zugelassen ist. Es sind nur die beiden ranghöchsten Tiere.

Unser Bild: Balzen ohne Ende – doch wozu eigentlich? Foto: Zoo Basel
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