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Das Komitee (von links): Anna Staub, Co-Komiteeleiterin, Jungfreisinnige Aargau; Alfons Kaufmann, Grossrat CVP; Ruth Müri, Grossrätin Grüne; Simona Brizzi, Grossrätin SP; Michaela Huser, Grossrätin SVP; Dominik Peter, Grossrat GLP; Sabina Freiermuth, Grossrätin FDP; Thomas Leitch-Frey, Grossrat SP; Ximena Florez, Co-Komiteeleiterin, Jungfreisinnige Aargau. Foto: zVg

(pd) «Es macht Sinn, dass jetzt die Führung und entsprechenden Kompetenzen zusammengefasst und vereinfacht werden. Darum 2 x Ja am 17. Mai zu einer zeitgemässen Schulführung!», schloss Anna Staub, Co-Komiteeleiterin, die Ausführungen des Co-Präsidiums des Komitees «Für eine zeitgemässe Schulführung» ab. Zuvor hatten die anderen Mitglieder dargelegt, wieso dieser Schritt im Aargau nicht nur sinnvoll, sondern erwünscht sei.

Schulführung aus einer Hand für zielgerichtete Massnahmen und weniger Konfliktpotenzial
Thomas Leitch-Frey, Grossrat der SP Aargau, hatte die Ausführungen mit einer Beschreibung der Ausgangslage begonnen: «Wir müssen akzeptieren, dass sich die Schule über die Jahre entwickelt hat, und sollten deshalb nicht an überholten Strukturen festhalten. Es ist höchste Zeit, nun endlich den Schritt in ein zeitgemässes Führungsmodell zu gehen.» Ruth Müri, Grossrätin der Grünen, zeigte Beispiele aus ihrem Alltag als Stadträtin der Stadt Baden mit dem Ressort Bildung auf, die zeigten, dass die aktuelle Situation viel Konfliktsituation birgt: «Diese Beispiele zeigten, dass die heutige Führungsstruktur der Volkschule im Aargau schwerfällig und kompliziert ist.» Alfons P. Kaufmann, Grossrat der CVP aus Wallbach, betonte die Wichtigkeit der Vereinigung der strategischen und finanziellen Führung beim Gemeinderat, da so die Schulen durch ein Gremium zielgerichtet geführt werden könnten. Dies betonte auch Dominik Peter, Grossrat der GLP: «Jede Organisationsberatung weist darauf hin, dass die AKV – also die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten – klar und logisch geregelt sein müssen. In der heutigen Situation ist dies nicht der Fall.»

Chancen der zeitgemässen Schulführung aus einer Hand
Durch eine Übergabe der Kompetenzen an den Gemeinderat würde nicht nur Konfliktpotenzial wegfallen, sondern auch Synergien zwischen Schulen und Gemeinden nutzbar gemacht. Ausserdem würden Entscheidungswege kürzer und ein direkter Austausch zwischen Schulleitung und Gemeinderat gefördert. Wie Ruth Müri darlegte: «Die Schulleiterin oder der Schulleiter hat heute zwei Ansprechpersonen: Der oder die Vorsitzende der Schulpflege und das zuständige Mitglied des Gemeinderats. Wichtige Entscheidungen müssen mit zwei Personen resp. zwei Gremien abgesprochen werden.» Solche langen Wege würden verkürzt und Entscheide in Zukunft schneller gefällt werden. In einer grossen Gemeinde gäbe es zudem immer noch die Möglichkeit der Delegation, wie Michaela Huser, Grossrätin der SVP, darlegte. Dies würde nicht nur eine Flexibilität bieten, die momentan nicht vorhanden sei, sondern auch, wie Grossrätin Sabina Freiermuth, Fraktionspräsidentin der FDP-Grossratsfraktion, erklärte, die Bildung einer Expertenkommission ermöglichen.

Argumente der Gegner entkräftigt
Sabina Freiermuth ging zudem auf die Argumente der Gegner ein. Der Angst vor einem Demokratieabbau erwiderte sie, dass viele Schulpflegen zurzeit in stiller Wahl gewählt würden und abgesehen von der Wiederwahl keine Rechenschaft zur Schulführung ablegen müssten. Der Gemeinderat hingegen werde nicht nur demokratisch gewählt, sondern müsse auch an den Gemeindeversammlungen Rechenschaft ablegen. «Damit stellt die neue Führungsstruktur sogar einen Demokratiegewinn dar.» Die Angst vor Mehrkosten sei ebenfalls unbegründet. Das Ressort für Bildung, Kultur und Sport des Regierungsrats schätze die aktuellen Sitzungsgelder auf 6,5 Mio. Franken. Dieses Geld könne zielgerichtet für die Schulen vor Ort eingesetzt werden, z.B. für die Einsetzung einer Schulkommission, für die Entschädigung des Zusatzaufwands des Gemeinderats, für Weiterbildung oder für sonstige Projekte zugunsten der Schule. Zuletzt kam Sabina Freiermuth auf das Argument der Gegner, die Lobby der Schülerinnen und Schüler ginge verloren, zu sprechen: «Schulpflegerinnen oder Schulpfleger, die sich als Lobbyisten fühlen, haben ihren Auftrag ganz einfach falsch verstanden.» Jeder Gemeinderat strebe eine gute Schule an und «wir trauen den Gemeinderäten zu, dass sie ‹ihre Schulen› umsichtig und verantwortungsvoll führen werden.»

Sechs Hauptargumente für eine zeitgemässe Schulführung
Mit der Optimierung der Schulführung würden Schulen effizient und wirkungsvoll geführt werden. Zudem würden Synergien nutzbar gemacht, Konflikte zwischen den verschiedenen Gremien vermieden und der direkte Austausch zwischen Schulleitung und Gemeinderat, also der operativen und der strategisch-finanziellen Führung, gefördert. Dazu würden Gelder wirkungsvoll vor Ort, wo sie gebraucht werden, einsetzbar und die Stimmbürger könnten mehr Einfluss nehmen als bisher.
Ximena Florez, Co-Komiteeleiterin, erklärte: «Aus all diesen Gründen kämpfen wir für 2 x Ja, eines zur Verfassungsänderung und eines zur Änderung des Schulgesetzes, am 17. Mai 2020. Mit der Neuorganisation der Führungsstrukturen der Aargauer Volksschule stimmen Verantwortung und Kompetenzen überein.»

Unser Bild: Das Komitee (von links): Anna Staub, Co-Komiteeleiterin, Jungfreisinnige Aargau; Alfons Kaufmann, Grossrat CVP; Ruth Müri, Grossrätin Grüne; Simona Brizzi, Grossrätin SP; Michaela Huser, Grossrätin SVP; Dominik Peter, Grossrat GLP; Sabina Freiermuth, Grossrätin FDP; Thomas Leitch-Frey, Grossrat SP; Ximena Florez, Co-Komiteeleiterin, Jungfreisinnige Aargau. Foto: zVg
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