Ein Produkt der mobus 200px

(pd) Seit dem 1. September 2019 steht das Foyer des Stadtmuseums ganz im Zeichen der ehemaligen Aarauer Firma Kern. Mit der Ausstellung «Kern exakt200!» und wechselnden Vertiefungen beleuchtet das Stadtmuseum ihr Wirkungsfeld: ab dem 12. Januar liegt der Schwerpunkt auf der Fotogrammetrie.  


 Die Fotogrammetrie revolutionierte in den 1920er-Jahren die Arbeit der Schweizer Landestopografen, indem sie das Gelände ins Büro brachte und dessen Vermessung im Bild ermöglichte. Bereits im Laufe des 18. Jahrhunderts begannen Wissenschaftler und Ärzte, den Aufbau des Auges und die Vorgänge des Sehens zu erforschen. Man verstand, dass jedes Auge nur Flächen erfassen kann und «räumliches Sehen» erst im Gehirn entsteht. Dort kommt es aufgrund der präzisen Überlagerung der beiden Einzelbilder zum räumlichen Eindruck. Die ausgestellten Stereoskope führen den BesucherInnen das Prinzip vor und ermöglichen das Abtauchen in frühere Welten, in 3D!

Impulse aus der Luft

Bereits 1858 proklamierte der französische Fotograf, Wissenschaftler und Ballonfahrer Nadar: «Jede kleinere oder grössere Erdfläche kann aus der Luft genauer aufgenommen und vermessen werden, als es mittels Triangulation, Graphometer und Messkette am Boden geschieht.» Vor allem die  Weiterentwicklung der Flugzeuge, motiviert durch den Ersten Weltkrieg, führte dann zu einer Etablierung der Aerofotogrammetrie, also der Fotogrammetrie aus der Luft. Sie löste die bereits bestehende terrestrische Fotogrammetrie, also die Bildmessung im Gelände, ab.

 Während die Konkurrenz Wild in Heerbrugg den Markt mit Auswertegeräten und Kameras für Luftbildaufnahmen dominierte, verpasste Kern anfänglich die Chance, bei diesem wichtigen technologischen Schritt mitzuwirken. Der Einstieg ins Geschäft gelang der Aarauer Firma dann in den 1960er-Jahren, mit dem Auswertegerät PG2. Bis 1988 wurden davon weltweit rund 1000 Geräte abgesetzt. Mit einer Reihe von Zusatzprodukten wie Punktiergeräten, Zeichentischen oder Orthoprojektoren konnte sich Kern im Segment etablieren.

Aktionsnachmittage jeweils am Sonntag und Mittwoch 14 – 16 Uhr

Im Foyer können die Besucher mit dem fotogrammetrischen Auswertegerät PG2 selbst Karten zeichnen. «Schauen Sie durch die Binokulare des Grossgerätes und erleben Sie, wie die darin abgebildete Landschaft dreidimensional erscheint. Mit etwas Geschick und unter fachkundiger Anleitung von ehemaligen Mitarbeitern von Kern wissen Sie schon bald, wie Sie das Handrad drehen müssen, damit die Karte gelingt.»

Fotos: zVg
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