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(pd) Im Rahmen einer explorativen Studie wurden auf einer Versuchsparzelle am Agroscope-Standort Changins (VD) in einer Rapskultur zahlreiche Käferarten gezählt, darunter auch einige seltene Arten.

Aufgrund des hohen Erfassungsaufwandes erfolgte die Studie auf nur einer Rapsparzelle und ist daher nicht repräsentativ für alle Rapskulturen in der Schweiz. Insgesamt wurden auf dieser Parzelle jedoch fast 12’000 Individuen aus 104 Arten identifiziert. Selbst wenn die Rapsschädlinge die überwiegende Mehrheit bildeten, überrascht die nachgewiesene Artenvielfalt, weil die städtische Nähe und das Ackerland grundsätzlich als ungünstig für die Artenvielfalt gelten.

Auch in einer Zeit, in der die Biodiversität weltweit dramatisch abnimmt, gibt es manchmal ermutigende Überraschungen. Ein Beispiel dafür ist eine aktuelle Studie von Stève Breitenmoser, Entomologe bei Agroscope Changins. Die in der Vegetationsperiode 2017-2018 durchgeführte Bestandesaufnahme konzentrierte sich auf die Insektenordnung der Käfer, namentlich deshalb, weil sich gewisse Käferarten als Räuber von Rapsschädlingen einsetzen lassen.

Insgesamt wurden fast 12’000 Individuen gefangen, die 104 Käferarten angehören. Zwar zählte die grosse Mehrheit der gefangenen Individuen (98%) zu den Rapsschädlingen, diese machten aber nur gerade 14 der 104 gefundenen Arten aus. Es handelte sich hauptsächlich um den Rapsglanzkäfer, der sich von den Blütenknospen dieser Kultur ernährt und erhebliche Schäden verursacht. Die 90 übrigen Arten ernähren sich dagegen von anderen Pflanzen oder anderer Nahrung und leben pollenfressend, räuberisch, omnivor oder auch saprophag. Sie finden im Rapsfeld Unterschlupf oder Nahrung, ohne der Kultur direkt zu schaden. Einigen kommt sogar eine nützliche Funktion zu, indem sie sich von Rapsschädlingen ernähren.

Seltene oder gefährdete Arten

Es konnten auch einige in der Schweiz gemäss der Roten Liste gefährdete oder potenziell gefährdete Arten gefangen werden: Bembidion latinum (verletzlich) und Oxythyrea funesta, (potenziell gefährdet). Ausserdem wurden einige eher seltene Arten erfasst: Cantharis annularis, C. pulicaria und Cteniopus sulphureus. Zum ersten Mal liess sich im Kanton Waadt die Art Psilothrix viridicoerulea nachweisen. Diese Art der Bestandesaufnahme zu einer bestimmten faunistischen Gruppe wird meist in natürlichen oder halbnatürlichen Lebensräumen und selten auf Kulturland vorgenommen.

Vorteilhafte Auswirkungen der Anbaumethode

Wie lassen sich diese unerwarteten Ergebnisse erklären? Stève Breitenmoser scheinen verschiedene Hypothesen plausibel. Eine Erklärung sind die Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes (präventive Massnahmen, Bekämpfung nur falls erforderlich) und der Extenso-Produktion (keine Insektizide, keine Fungizide), die seit Anfang der 90er-Jahre angewendet werden. Mit diesen Grundsätzen gelang es, den Ertrag mit dem Schutz der Nützlinge und der Insektenfauna im Allgemeinen in Einklang zu bringen. Eine weitere Erklärung könnte darin liegen, dass in den landwirtschaftlichen Lebensräumen der Schweiz qualitativ hochstehende natürliche und halbnatürliche Elemente zur Verfügung stehen und miteinander verbunden sind. Zu diesen Elementen zählen insbesondere die Biodiversitätsförderflächen, die ebenfalls seit Beginn der 90er-Jahre eingerichtet werden. Ein solches Ergebnis wäre daher im Falle einer Monokultur und ohne die oben genannten Elemente nicht zu erreichen.

Zahlreiche weitere Insektenarten

Die umfangreiche Studie erforderte die Mitarbeit von zahlreichen spezialisierten Fachpersonen verschiedener Partnerinstitutionen, namentlich für die Bestimmung oder Prüfung der Arten bestimmter Käferfamilien. Der Fokus auf die Käfer beleuchtet allerdings nur exemplarisch einen Ausschnitt der zahlreichen weiteren Gruppen von Wirbellosen, die in Rapskulturen Nahrung und Unterschlupf finden. Dazu gehören bestäubende Arten (Bienen, Schwebfliegen usw.) oder auch Schlupfwespen, die andere Insekten parasitieren und bei der Bekämpfung von Rapsschädlingen eine Schlüsselrolle spielen können. «Selbst wenn diese Ergebnisse ermutigend sind, könnten das System und die für die Landwirtschaft nützliche Insektenfauna mit neuen Anbautechniken noch vielfältiger gemacht werden, beispielsweise durch Blühstreifen oder durch den kombinierten Anbau von Raps mit Leguminosen und anderen einjährigen Pflanzen. Diese Methode von Raps-Untersaat ermöglicht insbesondere den Verzicht auf Herbizide», erklärt Stève Breitenmoser. Für den Forscher «wäre es sehr interessant, die gefangenen Arten weiterer Insektenordnungen zu bestimmen, denen bei der Schädlingsbekämpfung im Hinblick auf eine Reduktion von Pflanzenschutzmitteln (gemäss dem nationalen Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln 2017) eine immer wichtigere Rolle zukommt».Foto: zVg

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