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(pd) Das Projekt «Vereinbarkeit von Lebenswelten» ist in der Halbzeit. Nun haben sich die neun teilnehmenden KMU und Organisationen zum Austausch getroffen. Das Projekt strebt eine bessere Vereinbarkeit von Erwerbs- und Nichterwerbsleben an, mit dem Ziel, die Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen um die Standort- und Wettbewerbsvorteile zu steigern. Begleitet wird das Projekt von der Fachstelle UND.

Vertreterinnen und Vertreter der neun teilnehmenden Organisation trafen sich in Aarau zum Halbzeit-Austausch. Marianne Stänz, Co-Projektleiterin von «Vereinbarkeit von Lebenswelten» ist mit dem Erfolg sehr zufrieden: «Wir haben ausnehmend positives Feedback von den Teilnehmenden und von extern erhalten. Alle Organisationen, auch die eine, die aus zeitlichen Gründen aus dem Projekt leider ausgestiegen ist, haben vieles in Bewegung gebracht und sind damit sehr zufrieden.»

Mit der Teilnahme am Projekt wachse ein Bewusstsein für die Notwendigkeit von besserer Vereinbarkeit von Erwerbs- und Nicht-Erwerbsarbeit und die Einsicht, dass die Massnahmen wirtschaftlich relevant sein können, hält Gertrud Häseli, Präsidentin der Frauenzentrale Aargau fest: «Das Thema Chancengleichheit kommt in der obersten Etage der Unternehmen an. Das ist ein wichtiges Signal. Die Unternehmensinhabenden und -verantwortlichen haben realisiert, wie wichtig attraktive Arbeitsbedingungen sind. Sie verschaffen den Unternehmen und Organisationen Standort- und Wettbewerbsvorteile.»

KMU-Check und konkreter Massnahmenplan
Die Fachstelle UND hat in den letzten Monaten mit den teilnehmenden KMU und Organisationen einen sogenannten KMU-Check durchgeführt und damit mögliches Potential ausgemacht. Anschliessend erhielten alle sehr konkrete Empfehlungen und Vorschläge für Massnahmen, die die Vereinbarkeit der Lebenswelten für ihre Mitarbeitenden verbessern. Dazu gehören unter anderem die Einführung von Teilzeitarbeitsmodellen, auch in der Führung, Flexibilisierung von Arbeitszeiten, Einführung von Homeoffice, Möglichkeiten für Ferienverlängerungen, Mutter-/Vaterschaftsurlaub, Angehörigenbetreuung/-pflege und Unterstützung in der Kinderbetreuung. Die Massnahmen und Möglichkeiten unterscheiden sich von Branche zu Branche erheblich, denn Handwerks- oder Dienstleistungsbetriebe haben andere Voraussetzungen als ein Spital oder ein Pflegeheim. «Wir setzen auf gute Rahmenbedingungen für alle, welche Raum lassen für individuelle Lösungen mit den einzelnen Mitarbeitenden», hält Martin Spielmann, Geschäftsleiter Stiftung Lebenshilfe in Reinach, fest. Dies führe zwar teilweise zu einem grösseren Planungsaufwand aber – davon sei er überzeugt – auch zu einer höheren Zufriedenheit bei den Mitarbeitenden und damit zu weniger Wechsel. «Davon profitieren letztlich alle», so Martin Spielmann.

Standort- und Wettbewerbsvorteile durch Teilnahme
Dass das Projekt einen Standort- und Wettbewerbsvorteil bringt, kann Jürg Müller, Geschäftsleiter der KSL Ingenieure in Baden, Frick und Muri, aus eigener Erfahrung bestätigen: «Die Mitteilung, dass wir am Projekt „Vereinbarkeiten von Lebenswelten“ teilnehmen, ist auf viel Interesse gestossen. Unter anderem hat sich eine sehr spannende Bewerberin bei uns gemeldet, welche explizit bei uns arbeiten will. Durch die Teilnahme am Projekt gelten wir bereits als great place to work», so Müller. In einer Branche, in der grosser Fachkräftemangel herrscht, ein überzeugendes Argument.

Abschluss im Sommer 2020
«Vereinbarkeiten von Lebenswelten» läuft noch bis im Sommer 2020. Anschliessend wird das Projekt ausgewertet und entschieden, wie und in welcher Form es weiter geführt wird.

Die Frauenzentrale Aargau engagiert sich seit jeher für Gleichstellungsfragen im Kanton Aargau. Für das Projekt „Vereinbarkeit von Lebenswelten“ - ein Folgeprojekt von „Familienfreundliche KMU“ - hat sie die Trägerschaft übernommen. Das eidgenössische Büro für Gleichstellung finanziert zwei Drittel des Projektes, der Rest trägt sich durch Beiträge der kantonalen Verwaltung und durch die teilnehmenden KMU. Fachlich wird das Projekt von der Fachstelle UND begleitet.

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