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Mädchen bauen los!

(pd) Wie gewinnen Unternehmen geeignete Fachkräfte? Der Nationale Zukunftstag zeigt: Indem sie interessiertem Nachwuchs unabhängig vom Geschlecht attraktive Berufs- und Laufbahnperspektiven bieten. Unter dem Motto «Seitenwechsel» öffnen am 14. November Hunderte von Betrieben ihre Türen für Schülerinnen und Schüler. In spannenden Spezialprojekten erhalten sie praktische Einblicke in unbekannte Berufe.

Langsam aber stetig wächst die Zahl der jungen Frauen und Männer, die sich für «untypische» Berufe entscheiden. So ist der Frauenanteil an den Fachhochschulen in Technik und IT von 4% im Jahr 2000 auf 12% im Jahr 2018 angestiegen. Bei den jungen Männern, die sich für eine Ausbildung im Sozialwesen entschieden haben, ist der Anteil von 2% (2000) auf 15% (2017) gestiegen.
Eine erfreuliche Entwicklung für die Arbeitswelt und ganz im Sinn des Nationalen Zukunftstags, der sich seit 19 Jahren für ein ausgewogenes Berufs- und Rollenverständnis engagiert.

Ein Tag als FloristUmdenken und dranbleiben
Nach wie vor dominieren jedoch klassische Rollenbilder die Berufswahl und hindern Mädchen und Buben daran, ihre Talente zu entfalten. Es gibt aber Frauen und Männer, die das anders machen. Damit diese weniger Vorurteilen und Diskriminierungen ausgesetzt sind, braucht es eine Berufsbildungskultur, die alle Lernenden in der Entwicklung ihrer Interessen und Fähigkeiten unterstützt.
Genau dafür setzt sich der Zukunftstag ein. Unermüdlich leistet er bildungspolitische Überzeugungsarbeit und motiviert Betriebe, Organisationen und Bildungsinstitutionen, in eine geschlechtersensible Nachwuchsförderung zu investieren. Mit wachsendem Erfolg: Jährlich erweitern sich die Projekt-Angebote und die Zahl der Teilnehmenden. Das Bewusstsein für den Wert der offenen Berufswahl steigt kontinuierlich. Stellvertretend für die positiven Erfahrungen vieler Betriebe hält Marc Aurel Hunziker, Vizedirektor und Leiter Berufsbildung des Schweizerischen Baumeisterverbands, fest: «Das Wohl unserer Volkswirtschaft hängt nicht zuletzt von begeisterungsfähigen jungen Menschen ab, die einen Beruf dort ergreifen, wo sie berufliche Kompetenzen im Einklang mit ihren Talenten und Interessen entwickeln können. Nutzen wir den Zukunftstag deshalb, um Mädchen und Jungen in der Berufswahl ungewohnte Türen zu öffnen.»

Inspirierende Vorbilder
Einer, der jüngst den Sprung ins Aussergewöhnliche gewagt hat, ist der Radio- und Fernsehmoderator Patrick Hässig. Vor zwei Jahren startete er die Ausbildung zum dipl. Pflegefachmann HF. Sein neuer Job sei mit vielen Vorurteilen behaftet, so Hässig. Deshalb gebe er jetzt in den sozialen Medien unter «Einsatz Gesundheit» einen Einblick in sein Leben als angehender Pflegefachmann. Er wolle damit junge Leute für den Beruf begeistern und die ganze Bandbreite der Ausbildung aufzeigen.
Auch Michaela Stöckli, Direktorin der Swissrail, setzt sich mit Herzblut für die freie Berufswahl ein: «Vor über dreissig Jahren begann ich meine berufliche Karriere in einer ausschliesslich männerdominierten Branche, die man damals noch EDV nannte. Bis heute bedaure ich diesen Entscheid keine Minute und schaue auf äusserst spannende, herausfordernde und erfolgreiche Momente zurück. Gerne möchte ich alle jungen Menschen motivieren, sich für einen Beruf ihrer Wahl zu entscheiden, auch wenn dieser nicht wirklich der geschlechterspezifische Normalfall sein sollte.»

Fähigkeiten entdecken und entfalten
In den Spezialprojekten verbringen junge Menschen gruppenweise den Tag mit Fachpersonen, die sie an die jeweiligen Berufe heranführen und ihre Fragen beantworten. Der Fokus liegt bewusst auf geschlechterspezifisch geprägten Berufen, in denen sich ein Fachkräftemangel abzeichnet. Die Projekte im Überblick:

Spezialprojekte für Mädchen
• Mädchen-Technik-los!
• Mädchen-Informatik-los!
• Mädchen-bauen-los!
• Mädchen-planen-los!
• Ein Tag als Schreinerin
• Ein Tag als Zimmerin
• Ein Tag als Landwirtin
• Mädchen entdecken Waldberufe
• Ein Tag als Chefin

Spezialprojekte für Jungen
• Ein Tag als Fachmann Betreuung
• Abenteuer Schule geben
• Jungs entdecken Gesundheitsberufe
• Ein Tag in der Sozialen Arbeit
• Ein Tag als Tierarzt
• Ein Tag als Coiffeur
• Ein Tag als Ergotherapeut
• Ein Tag als Podologe
• Ein Tag als Florist

Einstehen für die Chancengleichheit
«Unser biologisches Geschlecht bestimmt nur begrenzt, wer wir sind», schreibt die Berufsschul-Dozentin und Forscherin Kerstin Duemmler. «Ungleichheiten können wir thematisieren und ihnen entgegenwirken.» Der Zukunftstag bietet die optimale Gelegenheit dazu. Unternehmen, die unabhängig vom Geschlecht auf Talente setzen, also Frauen und Männern attraktive Berufs- und Laufbahnperspektiven bieten, gewinnen geeignete Fachkräfte und stärken ihr fortschrittliches Image in der Öffentlichkeit.
Die Spezialprojekte werden unterstützt von: AM Suisse, Baukader Schweiz, Codoc, coiffureSUISSE, CURAVIVA Verband Heime und Institutionen Schweiz, EVS/ASE ErgotherapeutInnen-Verband Schweiz, Holzbau Schweiz, ICT Berufsbildung Schweiz, Netzwerk frau und sia, OdA AgriAliForm, Schweizer Gewerbeverband sgv, Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW, Schweizerischer Baumeisterverband SBV, Schweizerischer Floristenverband, Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein SIA, Schweizerischer Podologen-Verband SPV, scienceindustries, Swico, Swiss Engineering STV, Swissmem, swissuniversities, Verband Kinderbetreuung Schweiz kibesuisse
Der Zukunftstag ist ein Projekt der Gleichstellungsfachstellen und -kommissionen der Kantone AG, AR, BE, BL, BS, FR, GE, GL, GR, LU, NE, SG, SZ, TI, UR, VS, ZG und ZH sowie der Stadt Bern, der Stadt Zürich und des Fürstentums Liechtenstein. Er wird vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI finanziell unterstützt.

Unsere Bilder (Fotos: zVg)
Erstes Bild: Mädchen bauen los!
Zweites Bild: Ein Tag als Florist
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