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Die Tabelle der RK&M-Initiative listet neun Ansätze mit insgesamt 35 Werkzeugen (Mechanismen) auf, mit denen sich das Wissen rund um die Lagerung radioaktiver Abfälle für die Zukunft erhalten lässt.Tabelle: RK&M-Initiative/Übersetzung: B. Vogel

In der Schweiz stehen drei Standortgebiete für den Bau geologischer Tiefenlager für radioaktive Abfälle in der Diskussion: Jura Ost (AG; «Bözberg»), Nördlich Lägern (AG, ZH) und Zürich Nordost (TG, ZH). Die Orte, wo die Lagerstätten am Ende gebaut werden, sollen nach heutiger Auffassung über eine sehr lange Zeit erkennbar bleiben, und das Wissen rund um die Tiefenlager über Tausende von Generationen weitergegeben werden.

Autor: Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

Wie das gelingen kann, skizziert nun eine Expertengruppe der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einem Bericht, der im Herbst veröffentlicht wird. Fachleute und Vertreter der Standortregionen haben die Vorschläge und ihre Folgen für die Schweiz Anfang September 2019 an einer Tagung im Kunsthaus Zürich diskutiert.
Die vom Bundesamt für Energie organisierte Tagung in Zürich hat diskutiert, wie das Wissen über bzw. die Erinnerung an nukleare Lagerstätten über Tausende, ja Hunderttausende von Jahren hinweg erhalten werden kann. «Markieren, hinweisen oder vergessen?», lautete der Titel. Allerdings wurde die dritte Variante – das Vergessen – von niemandem aus dem Kreis der Referentinnen und Referenten ernsthaft erwogen. «Verordnetes Vergessen funktioniert nicht», sagte dazu Dr. Stephan Hotzel von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit GRS in Köln. Hotzel ist Vorsitzender der Initiative RK&M (für: Preservation of Records, Knowledge and Memory). In dem Gremium unter dem Dach der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben Fachleute aus 14 Ländern seit 2011 erörtert, wie sich Wissen und Informationen zu Tiefenlagern langfristig erhalten lassen.
Hotzel stellte in Zürich die Ergebnisse vor, die dieser Tage im Schlussbericht der RK&M-Initiative veröffentlicht werden. Herausgekommen ist nicht eine Patentlösung für alle Atomendlager weltweit, sondern ein «Werkzeugkasten» aus 35 Instrumenten, wie sich Hotzel ausdrückte. Das Spektrum reicht von der Dokumentation und Markierung über die Einrichtung von Archiven und Museen bis hin zu Aktivitäten von Aufsichtsbehörden und Gesetzgeber (vgl. Illustration). Die Massnahmen müssten so ausgewählt werden, dass wichtige Informationen auch bei Teilverlusten verfügbar bleiben (Redundanz), und die betroffene Bevölkerung sei mit einzubeziehen (Partizipation), so Hotzel.

Dauerhafte Markierung geplant
Der Schweiz bleibt noch Zeit zu entscheiden, in welcher Form die Erinnerung an das atomare Erbe in künftigen Generationen wachgehalten werden soll: Die beiden Schweizer Tiefenlager – eines für schwach- und mittelaktiven, ein zweites für hochradioaktiven Abfall – werden nach heutiger Planung erst 2065/74 mit den radioaktiven Abfällen befüllt sein und um 2118/24 definitiv verschlossen werden. Das Kernenergiegesetz von 2003 sieht eine «dauerhafte Markierung» der Tiefenlager vor. Wie diese genau aussehen wird, muss dereinst das Baubewilligungs-Gesuch nachweisen. Tiefenlager müssen so gebaut werden, dass sie den Strahlenmüll sicher verwahren. Standortmarkierungen seien nicht zwingend für die Sicherheit eines Tiefenlagers, «sondern sie dienen nur dazu, die Chance zu erhöhen, dass das Tiefenlager ungestört bleibt», sagte Dr. Felix Altorfer, Leiter des Aufsichtsbereichs Entsorgung beim Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (ENSI). Solange der Staat und das Bundesarchiv da sind, sei der Wissenserhalt über die Tiefenlager kein Problem, meinte Altorfer. Doch langfristig sei diese Voraussetzung möglicherweise nicht mehr gegeben, und deshalb müsse man auch diesen Fall mitbedenken.
Es gibt in der Schweiz und in vielen Ländern heute Vorschriften zur Aufbewahrung von Dokumenten über Nuklearabfälle, aber kaum verbindlich formulierte Anforderungen an Erhalt von Wissen und «Gedächtnis». Dr. Anne Claudel (Nagra) warb in Zürich für den Ansatz, auf der Grundlage der RK&M-Initiative eine entsprechende Strategie zu entwerfen, welche den Wissenserhalt rund um künftige Schweizer Tiefenlager langfristig sicherstellt. In der Pflicht sieht Claudel den Gesetzgeber, die Aufsichtsbehörde (ENSI) und die Entsorgungsorganisation (Nagra). «Es wird hier keine Verantwortung auf zukünftige Generationen abgeschoben, sondern diese erhalten die Chance, Verantwortung zu übernehmen, wenn sie denn wollen», sagte Claudel.

Illustration: Die Tabelle der RK&M-Initiative listet neun Ansätze mit insgesamt 35 Werkzeugen (Mechanismen) auf, mit denen sich das Wissen rund um die Lagerung radioaktiver Abfälle für die Zukunft erhalten lässt.Tabelle: RK&M-Initiative/Übersetzung: B. Vogel
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