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(pd) Seit 20 Jahren zählen jeden Frühling Hunderte Freiwillige für die Vogelwarte Sempach im ganzen Land die brütenden Vögel. Dank diesem Überwachungsprogramm weiss die Vogelwarte exakt, wie sich die Bestände unserer Brutvögel entwickeln und kann langfristige Trends aufzeigen. Diese „Fieberkurven“ sind ein wichtiges Instrument für den Naturschutz in der Schweiz.


Die Überwachung der Bestände unserer Brutvögel ist eine zentrale Aufgabe der Schweizerischen Vogelwarte. Aus diesem Grund hat sie 1999 das „Monitoring häufige Brutvögel“ (MHB) ins Leben gerufen. Jedes Jahr zählen Freiwillige auf 267 über das ganze Land verteilten Quadratkilometern systematisch alle Vögel, die sie zur Brutzeit sehen oder hören. Daraus lässt sich die Bestandsentwicklung für alle häufigeren Vogelarten für das ganze Land hochrechnen.
In den vergangenen 20 Jahren kamen dabei eindrückliche Datenmengen zusammen: „Dank der treuen Unterstützung von über 500 Freiwilligen konnten im Rahmen des MHB fast 1,3 Millionen Vogelreviere nachgewiesen werden, die rund 160 Arten betreffen“, freut sich Hans Schmid, Leiter des MHB an der Vogelwarte. In dem dieser Tage publizierten Bericht „Zustand der Vogelwelt in der Schweiz 2019“ werden einige Seiten dem 20-jährigen Jubiläum des MHB gewidmet.
Dadurch werden etwa schleichende Rückgänge häufiger Arten sichtbar: In den letzten 20 Jahren ist zum Beispiel der Bestand der Bachstelze nach und nach um einen Fünftel zurückgegangen. Andere Arten wie die Tannenmeise zeigen dagegen sehr starke jährliche Schwankungen, langfristig bleibt ihr Bestand aber stabil. Nur dank der Jahr für Jahr systematisch durchgeführten Erhebungen können solche Aussagen gemacht und bedrohliche Entwicklungen von unbedenklichen kurzfristigen Fluktuationen unterschieden werden.
„Mit der fundierten und umfassenden Datengrundlage des MHB können wir aufzeigen, wie sich die Bestände der einzelnen Brutvogelarten langfristig entwickeln“, erläutert Hans Schmid. Der Zustand der Vogelwelt widerspiegelt nämlich den Umgang des Menschen mit der Natur. Das Wissen aus dem MHB dient also auch als „Fiebermesser“ für die Natur allgemein und ist deshalb ein wichtiges Instrument für den Naturschutz in der Schweiz.

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