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(pd) Vernetzungsmassnahme zur Förderung des Feldhasen im Kulturland: Im Rahmen des Programms «Landwirtschaft – Biodiversität – Landschaft (Labiola)» schaffen Aargauer Landwirtinnen und Landwirte in den Ackerbaugebieten geeignete Lebensraumbedingungen für den Feldhasen.

Dessen Bestände haben in den letzten Jahren im Aargau stark abgenommen. Mit der neuen Massnahme «Getreide mit weiter Saat» werden Getreidefelder mit weiten Reihenabständen angesät. Dadurch werden mehr sichere Junghasen-Setzplätze geschaffen.

2001 zählten die Aargauer Jäger noch über 3000 Feldhasen. Dieser Bestand verringerte sich diesen Frühling deutlich auf rund 700 Feldhasen. Gründe für die starke Abnahme sind vielfältig. Einerseits stöbern häufig vorkommende Fressfeinde wie Füchse, Katzen und Krähen hilflose Jungtiere auf oder freilaufende Hunde verjagen die Hasen aus geeigneten Lebensräumen. Andererseits zerschneiden viele stark befahrene Strassen die Lebensräume der Hasen. Auch dezimieren Krankheiten wie die Hasenpest die Hasenbestände zusätzlich. Zudem erhöht die Mechanisierung der Landwirtschaft das Risiko, dass Hasen überfahren werden.

Gezielte Schutzmassnahmen
Mit der neuen Vernetzungsmassnahme "Getreide mit weiter Saat" soll gezielt Gegensteuer gegeben werden. Sie wurde bereits im ersten Jahr auf einer Getreidefläche von 170 Hek-tar im Kanton Aargau umgesetzt und ist Bestandteil des Programms «Landwirtschaft – Biodiversität – Landschaft (Labiola)». Labiola ist ein Gemeinschaftsprogramm der Departemente Finanzen und Ressourcen (DFR) sowie Bau,Verkehr und Umwelt (BVU). Es hat zum Ziel, die gemeinwirtschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft im Kulturland mit verschiedenen Biodiversitätsmassnahmen zu fördern. Insge-samt werden heute von den Aargauer Landwirtinnen und Landwirte bereits mehr als 10'000 Hektaren Biodiversitäts-förderflächen wie extensiv genutzte Wiesen, Brachen, Säume und Hecken zur Förderung der Flora und Fauna (16,7 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche) gepflegt.

Getreidefelder mit weiten Reihen bieten Junghasen Schutz
Der Feldhase ist eine typische Tierart der Ackerbaugebiete und zieht seine Jungen gerne mitten in extensiv genutzten Wiesen, Getreidefeldern und Brachen auf, weil er dort Schutz vor Fressfeinden findet. Mit der üblichen Bewirtschaftungsform wachsen die Getreidefelder jedoch so dicht zu, dass sie für den Feldhasen nicht mehr zugänglich sind. Die Fördermassnahme «Getreide mit weiter Saat» setzt hier an. Sie hat zum Ziel, dass sich die Feldhasen in den Lücken der weiten Reihen besser fortbewegen können und mehr sichere Junghasen-Setzplätze geschaffen werden. Dass sich diese Massnahme positiv auf das Feldhasen-Vorkommen auswirkt, wurde vorgängig in einem wissenschaftlich begleiteten Pilotprojekt des Vereins HOPP HASE nachgewiesen.

Die Getreidefelder, auf welchen Nahrungsmittel produziert werden, werden so gestaltet, dass sie vom Feldhasen als Lebensraum genutzt werden können. Dazu werden Getreidefelder so angelegt, dass ein Streifenmuster mit mindes-tens 30 Zentimeter breiten Lücken entsteht: Rund 40 Prozent der Reihen werden nicht angesät. Die Förder-massnahme kann einfach und für Bewirtschafter ohne grossen Aufwand umgesetzt werden. Der Ertragsausfall von durchschnittlich 10-20 Prozent wird über einen Vernetzungsbeitrag entschädigt.

Breite Akzeptanz der Massnahme
Bereits im ersten Jahr haben 54 Landwirte die Vernetzungsmassnahme in ihre Bewirtschaftungsvereinbarung aufgenommen und sich dazu verpflichtet, während der Dauer des Vernetzungsprojektes jährlich mindestens 20 Aren Getreide-felder mit weiter Saat umzusetzen. Insgesamt wird die Massnahme im festgelegten Förderperimeter auf 170 Hektaren umgesetzt. Besonders häufig sind solche Getreidefelder in Seon (20 Felder), Egliswil und Zeihen (je 15) sowie Möhlin (14) anzutreffen. Weitere Landwirtinnen und Landwirte haben die Massnahme bereits für eine Umsetzung ab 2020 angemeldet. Es darf davon ausgegangen werden, dass die Beteiligung anlässlich der Erneuerung der Vernetzungsprojekte weiter zunimmt.

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