Ein Produkt der mobus 200px

(pd) Vier Rothalsgänse sind im Zoo Basel von der Flamingo-Anlage auf den unteren Weiher gezogen. Die beiden Paare leben nun mit den Schwarzschwänen zusammen. Die vom Aussterben bedrohte Gänseart zählt zu den schönsten aller Gänsevögel.


In ihrem neuen Zuhause am unteren Weiher steht den Rothalsgänsen ein geschützter Teich und viel Gras zur Verfügung, das sie sehr gerne fressen. Für dieses Jahr ist die Zuchtsaison vorüber. Mit dem Umzug auf die neue Anlage ist die Hoffnung gross, dass sie im nächsten Jahr brüten werden, denn die auffallenden Vögel sind in der Natur immer seltener anzutreffen.

Zuchtprogramm in Zoos
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Rothalsgänse (Branta ruficollis) liegt im hohen Norden Russlands, der Tundra, wo sie brüten. Zum Überwintern fliegen sie nach Kasachstan und Südosteuropa, an die nördliche Küste des Kaspischen Meers oder zu den Ufern des Schwarzen Meers. Laut der Roten Liste der Weltnaturschutz-Organisation (IUCN) gelten sie als gefährdet, mit einem hohen Risiko des Aussterbens in der Natur in unmittelbarer Zukunft.
Im Dachverband der europäischen Zoos und Aquarien (EAZA) wird deshalb ein Zuchtbuch geführt, welches die Zucht und Haltung dieser Tierart koordiniert. Die Zuchtprogramme der EAZA sollen die genetische Vielfalt der jeweiligen Art erhalten und im Falle einer Wiederansiedlung ausreichend Tiere zur Verfügung stellen.
Im Zoo Basel wurden Rothalsgänse schon 1944 gehalten. Die erste Zucht gelang 1964 und seitdem gab es regelmässig Nachwuchs, bis ihre Haltung 1993 eingestellt wurde. Die beiden Paare, die heute im Zolli leben, kamen 2015 aus dem Zoo Chester in den Zoo Basel.

Elegant gemustert
Rothalsgänse gehören zur Gattung der Meeresgänse. Diese unterscheiden sich von den Feldgänsen durch einen kleinen, dunklen Schnabel, dunkle Füsse und Beine und vor allem durch ihre wunderschöne Zeichnung. Man sagt ihnen nach, dass sie vielleicht die Schönsten unter den Meeresgänsen sind. Ihre rostbraune Färbung an Brust, Hals und Kopf wird von einer eleganten weissen Linie umrandet. Am Körper dominiert die Farbe schwarz, welche von zierlichen weissen Linien unterbrochen wird, sodass ein kunstvolles Muster entsteht.

Rothalsgänse leben – wie man es von vielen Gänsearten kennt – in Einehe. Männchen und Weibchen sind äusserlich kaum voneinander zu unterscheiden. Wer sie ein Weilchen beobachtet, erkennt aber am Verhalten, ob es sich um den Ganter oder die Gans handelt.
Während der Brutzeit schliessen sich Rothalsgänse zu kleinen Kolonien zusammen und brüten entlang der Klippen. Ihr Nest polstern sie mit weichen Daunen. In der Regel legen sie drei bis sechs hellgrüne Eier, die sie 24 bis 26 Tage lang ausbrüten. Ein Küken wiegt lediglich 50 Gramm und folgt den Elterntieren bereits unmittelbar nach dem Schlupf. Erwachsene Rothalsgänse wiegen bis zu 1,3 Kilogramm schwer, wobei der Ganter etwas schwerer ist als die Gans.

Foto: zVg
Teilen Sie diesen Artikel
Sie haben noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich jetzt!

Loggen Sie sich mit Ihrem Konto an