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(pd) Forschungsinstitutionen forschen, industrielle Unternehmen produzieren. Das national tätige Technologietransferzentrum ANAXAM soll eine Brücke zwischen den beiden Welten bilden. Das Paul Scherrer Institut (PSI), die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), das Swiss Nanoscience Institute (SNI) und der Kanton Aargau bewerben sich um ein vom Bund unterstütztes Advanced Manufacturing Technologie Transfer Center (AM-TTC).

Das Projekt ANAXAM (Analytics with Neutrons and XRays for Advanced Manufacturing) basiert auf dem weltweit anerkannten Know-how des PSI im Bereich Neutronen-und Röntgen-Analytik. Die im Paul Scherrer Institut (PSI) entwickelte und betriebene Neutronen- und Röntgenanalytik ist vielfältig einsetzbar: Das
Spektrum reicht von der Verbesserung von Eisenbahnisolatoren über Werkstoffentwicklungen bis zu hoch komplexen Präzisionsmessungen und Materialanalysen. In Villigen wird im Bereich Neutronen- und Röntgenanalytik Weltspitzenforschung betrieben. Diese Kernkompetenz wollen PSI, FHNW
und SNI zusammen mit dem Kanton Aargau nutzen, um im Rahmen eines nationalen Programmes ein neues Technologietransferzentrum zu lancieren; dies mit Fokus auf angewandte Materialanalytik im Bereich fortschrittliche Produktionstechnologien (Advanced Manufacturing).
"Advanced-Manufacturing"-Technologien sind für die Schweizer Industrie von hoher Bedeutung, gerade auch am Standort Aargau mit seinem ausgeprägten Industriesektor; sie helfen mit, die Entwicklung neuartiger, hoch innovativer und kompeti-tiver Produkte und Prozesse zu begünstigen und zu beschleunigen.
Der Bund will mit dem "Aktionsplan Digitalisierung" die Schweiz langfristig als modernen und qualitativ hochstehen-den Produktionsstandort stärken. Ein Teil dieses Programmes betrifft den Aufbau und die Vernetzung von Technologietrans-ferzentren von nationaler Bedeutung im Bereich Advanced Manufacturing, sogenannten "Advanced Manufacturing Tech-nologie Transfer Centers" (AM-TTC).
ANAXAM-Trägerverein gegründet
Die AM-TTC sollen Innovationen aus den Forschungslabors der Hochschulen, aber auch der Unternehmen, in die industri-elle Anwendung bringen. Mit den Technologietransferzentren werden Orte geschaffen, wo gezeigt werden kann, dass eine neue Technologie nicht nur im Labormassstab funktioniert, sondern auch in der industriellen Anwendung.
Schweizweit gibt es neun Kandidaturen, die eine Unterstüt-zung für den Aufbau eines AM-TTC bei dem Dachverband beantragt haben. Dazu gehört auch das national ausgerichtete ANAXAM-Projekt von PSI, FHNW, SNI und Kanton Aargau. Die vier Partner haben Mitte Mai 2019 einen Trägerverein gegründet, der das künftige Technologietransferzentrum betreiben soll. Ihm gehören auch verschiedene Firmen an, zum Bei-spiel Dectris AG, SpectraFlow Analytics AG, URMA AG und ABB; weitere werden noch hinzukommen.
Industriepartner sollen Möglichkeiten und Potenzial der Neutronen- und Röntgentechnologie nutzen können
Ziel und Zweck von ANAXAM ist es, ein Kompetenzzentrum für angewandte Materialanalytik zu betreiben. In Zusammenarbeit mit Industriepartnern sollen die Möglichkeiten und das Potenzial der Neutronen- und Röntgentechnologie für die brei-tere industrielle Anwendung erschlossen werden, um die Produkteentwicklung zu unterstützen und zu beschleunigen.
Bisher wird die weltweit anerkannte Analytik-Kompetenz des PSI vornehmlich für die Grundlagenforschung eingesetzt. Es gibt aber auch anwendungsorientierte und industrielle Nut-zung der Analytik, vor allem im Bereich Life Sciences.
Dank neuer Messverfahren hat die Materialanalytik im Bereich Advanced Manufacturing ein grosses Anwendungspotenzial für die Industrie, vor allem auch für die Verbesserung der Pro-duktionsprozesse. Sie ermöglicht vielfältige Untersuchungen unterschiedlichster Materialien und Teile von grösseren Dimensionen bis in die Nano-Skala.
Mit dem nationalen Technologietransferzentrum ANAXAM können künftig Unternehmen Neutronen- und Röntgentechnologie für die Entwicklung von neuen, innovativen beziehungsweise die Prüfung und Optimierung von bestehenden Produkten nutzen.
Unterstützungsgesuch eingereicht
Ende März 2019 wurde das ANAXAM-Gesuch bei der Dachorganisation "AM-TTC Alliance" eingereicht. Mit einem definitiven Entscheid über die Unterstützung ist im Herbst 2019 zu rechnen. Am 27. Juni  findet an der FHNW in Brugg-Windisch für interessierte Industrieunternehmen eine Informationsveranstaltung zu ANAXAM statt.

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