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(pd) Seit vielen Jahren stehen zeitweise Wasserbüffel in Naturschutzgebieten von Pro Natura Aargau. «Die vierbeinigen ‹Schutzgebietspfleger› machen viel Freude und man wähnt sich in Asien, wenn man den Herden im Freiamt oder am Klingnauer Stausee begegnet!», sagt Matthias Betsche, der Präsident von Pro Natura Aargau. Nun könnte ein anderer Asiate in der Schweiz interessant werden. «Wir setzen grosse Hoffnungen in die Versuche von Agroscope Reckenholz mit dem Reisanbau!»

Der Reisanbau fördert nämlich Feuchtgebiete statt Drainagen. «Wir müssen das Wasser künftig zurückhalten, anstatt es so rasch wie möglich über Drainagen bachab zu schicken.» ist der Präsident von Pro Natura Aargau überzeugt. Viele unserer Kulturpflanzen und die zugehörigen Anbaumethoden stammen ursprünglich aus Steppen. Forscher der eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz zeigen nun, dass Nassreisanbau auch in der Nordschweiz möglich ist und lukrativer sein könnte als andere Ackerbauprodukte. Pro Natura Aargau hofft, dass dadurch auf viele der geplanten Erneuerungen alter Drainagesysteme verzichtet werden kann. Denn diese würden nicht nur den Steuerzahler viel Geld kosten, sondern auch die ehemaligen Feuchtgebiete würden weiter Humus verlieren und artenarm bleiben. Zudem könnte Nassreisanbau einen günstigen Einfluss auf das lokale Klima haben. Der Reisanbau erfordert nämlich die Vernässung der Böden, hält Wasser zurück, und fördert damit die Wiederherstellung von Quellen und
Feuchtgebieten im Kanton Aargau. Es entstehen dadurch wieder mehr Lebensräume für Tiere und Pflanzen.
Im Kanton Aargau gibt es rund 40'000 ha Fruchtfolgeflächen. Einem Grossteil davon wurde das Wasser vor allem im 20. Jahrhundert mit hohen Kosten «ausgetrieben». Im Wasserkanton wurden so über 90 % aller Feuchtgebiete zerstört. Die subventionierten Drainagen umfassen rund 13'500 ha und deren Erneuerung wird auf 350–400 Millionen Franken veranschlagt. Auch heute versiegen Quellen und immer häufiger ist in Hitzeperioden kleineren Flüssen die Wasserentnahme nicht mehr zuzumuten, mit verheerenden Folgen für die Landwirtschaft. «So können wir nicht weitermachen!», wird der Pro-Natura-Aargau-Präsident deutlich: «Angesichts zunehmender Trockenheit und unaufhaltsam schmelzender Gletscher müssen wir die unsinnig teuren Drainagepläne von Bund und Kanton begraben! Stattdessen müssen wir das Wasser zurückhalten. Gerne würde Pro Natura Aargau zusammen mit den Aargauer Landwirten, nebst den Wasserbüffeln, weitere Projekte mit statt gegen das Wasser realisieren!».
«Wer weiss, unser Aargauer Biber könnte hier sogar zu einem wichtigen Helfer gegen das Versiegen der Quellen und für den Reisanbau werden!» freut sich Matthias Betsche auf eine naturnahe Lebensmittelproduktion mit mehr Feuchtgebieten!

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