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Auen sind die Tropenwälder des Aargaus(pd) Auen sind die Tropenwälder des Aargaus. Sie sind wärmer als ihre Umgebung und viel artenreicher als andere Lebensräume. Doch 90 % der Auen im Aargau gingen in den letzten Jahrhunderten verloren. Bereits vor 25 Jahren hat die Aargauer Bevölkerung die Gefahr erkannt und den Auenschutz in der Verfassung verankert.

Mit dem Verfassungsartikel verpflichtete die Bevölkerung den Kanton, einen Auenschutzpark auf mindestens 1 % der Kantonsfläche einzurichten. «Ein wegweisender Entscheid, der unseren nachkommenden Generationen zu Gute kommen wird!» hebt Matthias Betsche, Präsident von Pro Natura Aargau hervor: Die Rote Liste der Lebensräume zeigt, dass Stillgewässer, Ufer und Feuchtgebiete nach wie vor die am meisten bedrohten Lebensräume sind.

«Der Wasserkanton Aargau hat hier eine besondere Verantwortung», so Matthias Betsche: «Wir müssen daher das Potential für die Wiederherstellung von Auen im Kanton Aargau ausschöpfen – das sind 1,4% der Kantonsfläche. Der Auenschutzpark des Kantons wies 2017 eine Fläche von 0,95% des Kantons aus – es bleibt also noch viel zu tun, um den Verfassungsauftrag umzusetzen!». Der Auenschutz ist im Vergleich mit anderen Massnahmen der mit Abstand effizienteste Naturschutz. Er hat bisher jährlich durchschnittlich 2,4 Millionen Franken gekostet. Unzählige seltene Arten konnte dadurch das Überleben gesichert werden und selbst neue Auenarten haben wieder einen Lebensraum im Aargau gefunden.

«Es geht darum, Natur für künftige Generationen im Kanton Aargau zu sichern. Der Auenschutz ist das beste Mittel dazu. Die Auen sind zudem grossartige Erholungsgebiete für die Bevölkerung. Die renaturierten Landschaften ziehen so viele Besucher an, dass der Besucherdruck zum Problem wird. Wir wollen die Menschen deswegen nicht aussprerren. Mehr und grössere Auengebiete sind die beste Lösung für diesen Konflikt!», soMatthias Betsche, Präsident Pro Natura Aargau

«Die jetzigen Zielsetzungen im kantonalen Richtplan schöpfen das Potential für neue Auen nicht aus. Pro Natura Aargau fordert 1,4 % statt der jetzt im Richtplan vorgesehenen 1,16% Kantonsfläche für Auen. Wir müssen mit weiteren Auen und Revitalisierungen Tieren wie Laubfrosch, Biber, Pirol, Nachtigall & Co. ihren Lebensraum wiederherstellen!», so Matthias Betsche. Und dieser Auftrag ist nach 25 Jahren trotz grosser Anstrengung des Kantons und Pro Natura noch nicht erreicht. «Die Verfassung bestimmt mindestens ein Prozent! Wir brauchen mehr Stillgewässer, Ufer und Feuchtgebiete», ist Matthias Betsche überzeugt. 

Foto: zVg
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