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 (pd) Die Sonderausstellung ist umhüllt von der Anmut und der Mystik des Karnevals in den prunkvollen Palazzi von Venedig. Ihr Fokus liegt auf den exquisiten Kostümen, die den venezianischen Karnevalsbällen noch heute ihre legendäre Extravaganz verleihen. Für den Auftritt an einem der berühmten privaten Bälle ist nur das kunstvollste Kostüm gut genug. Seine Herstellung benötigt das perfekte Zusammenspiel von unterschiedlichen Kunsthandwerkern.

 

So braucht es einen Goldschmied, der die Kunst des Emaillierens beherrscht, oder einen Schirmmacher, der den passenden Sonnenschirm zum Kleid nach alter Manier herstellt. Weiter kommt man nicht ohne einen Künstler aus, der den obligaten Fächer anfertigen kann, und nicht ohne Schuhmacher, der sich um das geeignete massgeschneiderte Schuhwerk kümmert. Die Hauptsache bleibt jedoch das Kostüm. Da ist reichlich Fantasie, aber auch mustergültiges Handwerk gefragt. Nur edelste Stoffe und erlesenste Materialien kommen in Frage.

Der Karneval in Venedig wird erstmals in Aufzeichnungen aus dem Jahr 1094 erwähnt. Seine Blüte erlebte er im 18. Jahrhundert. Seit je feiern die Venezianer ihren Karneval sehr ausgelassen. Er dauert elf Tage und hat sich zu einem der berühmtesten Feste der Welt entwickelt. Der Karneval diente dazu, die etablierte Oberschicht lächerlich zu machen. Die historische Kulisse der Stadt rundet die Besonderheit des venezianischen Karnevals ab. Seine Wiederbelebung Mitte der 1970er-Jahre hat dazu geführt, dass verschiedene vom Aussterben bedrohte Handwerkszweige wieder florieren.

Die prächtigen Kostüme der Sonderausstellung
Die Kostüme der Sonderausstellung stammen aus einer Privatsammlung und wurden von den besten Kunsthandwerkern ihrer Zunft nach Mass angefertigt. Dazu gehören die exquisiten Kostüme von Jacky Blanchard, die auserlesenen Schirme des Maître d’Art Michel Heurtault oder die kunstvollen Fächer von Sylvain Le Guen. Alle Rohmaterialien und Arbeiten stammen aus Frankreich respektive Europa. Bestimmte beinahe vergessene Techniken wurden neu entdeckt, manches Wissen jedoch ist leider zusammen mit seinem Maître d’Art für immer entschwunden.

Die Kostüme und die Inszenierung der Ausstellung lassen erahnen, wie prunkvoll die Bälle in den Palazzi von Venedig sind. Es ist auch eine Reise in eine Fantasie- und Traumwelt. Die Leihgeberin und ihr Ehemann nehmen jährlich an mehreren Bällen in der Lagunenstadt teil. Dafür wird aus den wertvollsten und schönsten Stoffen und von den besten Kostümschneidern und Kunsthandwerkern die entsprechende Garderobe mit allen Accessoires gefertigt.

Madame Sylvie Le Louarn Motte erträumt und ersinnt die Kostüme und lässt die verschiedenen Elemente, Kleidungsstücke und Accessoires dann von denjenigen Kunsthandwerkern und Spezialisten herstellen, die die besten Voraussetzungen haben, das gewünschte Resultat tatsächlich zu erreichen. Sie achtet immer darauf, dass alles in Frankreich bzw. in Europa hergestellt wird.

Der venezianische Karneval heute
Das Hauptelement, das den alten und den heutigen Karneval verbindet, ist die Verkleidung und Maskierung. Heute wie damals haben die Menschen das Bedürfnis, sich zu maskieren, eine erfundene Identität anzunehmen, einen Tag lang jemand anders zu sein und den Alltag abzulegen. Was den Karneval in Venedig einzigartig auf der Welt macht, ist die eindrucksvolle Kulisse, die die Stadt bietet. Sie ist seit Jahrhunderten unverändert erhalten geblieben.

Bild: La pirate, version cuir avec éventail (Die Piratin, Lederversion mit Fächer). Foto: Spielzeug Welten Museum

Öffnungszeiten

Museum
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr,
im Dezember täglich von 10 bis 18 Uhr.

Ristorante La Sosta und Boutique,
täglich von 9.30 bis 18 Uhr

Für das Spielzeug Welten Museum
Basel sind der Schweizer Museumspass und der Museums-Pass gültig.

Eintritt: Fr. 7.–/5.–
Kinder bis 16 Jahre haben freien Eintritt und nur in Begleitung Erwachsener.

Kein Zuschlag für die Sonderausstellung. Das Gebäude ist rollstuhlgängig.

www.swmb.museum

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