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Querrinnen für den Michaelisweg. Foto: Louis Probst

(lp) «Es sind ungewohnte Arbeiten», sagt Rafael Ruckli. «Wahrscheinlich wird das auch einmalig sein.» Zusammen mit Fabian Thommen ist der angehende Forstwart im Gebiet Fuchshübel in Birr, am Nordabhang des Chestenberges, mit dem Bau eines Holzkännels beschäftigt.

Der Kännel – sozusagen die Variante einer Walliser Suone – wird das Überlaufwasser aus einem Reservoir einem inzwischen ausgetrockneten Bächlein zuleiten. Daneben haben unter der Leitung von Instruktor Tobias Fischer Forstwartlehrlinge die Treppe auf dem Fussweg erneuert und einen schönen Platz angelegt, der zum Verweilen einlädt. Weiter oben am so genannten Michaelisweg, der von Birr zum Schloss Brunegg hinaufführt, ist eine Equipe unter der Leitung von Ueli Lüscher damit beschäftigt, so genannte Querabschläge zu betonieren – Rinnen, die künftig das Oberflächenwasser vom Weg ableiten. Alle diese Arbeiten erfolgen im Rahmen des Baukurses, der als Überbetrieblicher Kurs fester Bestandteil der dreijährigen Forstwartlehre ist.
«Der Aargauische Försterverband ist im Kanton für die Berufsausbildung zuständig und damit auch für die Durchführung der Überbetrieblichen Kurse», erklärt Oliver Eichenberger, Leiter des Forstbetriebs Region Muri und Leiter des Baukurses, bei einem Rundgang, an dem auch Fabian Dietiker, der Leiter der Abteilung Wald im Departement Bau, Verkehr, Umwelt des Kantons, teilnimmt.

Zusammenarbeit mit Neuhof und Jardin Suisse
«Nachdem es in den letzten Jahren stets schwieriger geworden war, einen Durchführungsort für den Kurs zu finden, wird, in diesem Jahr ein neues Konzept erprobt», so Micha Plüss, der Ausbildungsverantwortliche im Aargauischen Försterverband und Leiter des Forstbetriebes Birr-Lupfig. Das Berufsbildungsheim Neuhof bildet dabei gewissermassen den Stützpunkt. Auf dem Areal des Neuhofs selber wird der Bau von Tischgarnituren instruiert, die jeden Schreiner und Zimmermann mit Stolz erfüllen würden. Dabei werden auf einem transportablen Sägewerk vor Ort aus Douglasien-Stämmen massive Bretter gesägt. Forstwart-Lehrling Romano Müller, der zusammen mit Gilles Triponez das Sägewerk bedient, versichert lachend: «Nein, Säger will ich nach der Forstwartlehre nicht werden.» Die Stämme kommen übrigens aus dem Revier des Kursleiters. «Es sind Teile hundertjähriger Douglasien, die dem Sturm von Ende Juni zum Opfer gefallen sind», sagt Oliver Eichenberger.

«Für das Thema Ladungssicherung, das neu obligatorisch zur Ausbildung gehört, werden, wie für den Bereich Maschinenunterhalt, Leistungen bei Jardin Suisse eingekauft», so Micha Plüss. Schliesslich steht das Ausbildungszentrum von Jardin Suisse direkt neben dem Neuhof. Baukurs-Ausbildungsorte befinden sich aber auch im Reusstal, wo die Forstwartlehrlinge in Fischbach-Göslikon eine zwölf Meter lange Brücke erstellen; im Mettauertal, wo sie in Hottwil bei der Sanierung einer Hangrutschung die Holzkasten-Methode kennenlernen und in Unterlunkhofen gibt es sogar eine Einführung in den Bau von Blockhäusern.
«Der Baukurs ist nicht nur vielseitig», betont Oliver Eichenberger kurz vor Schluss des einwöchigen Kurses. «Er ist auch für die Lehrlinge sehr intensiv. Bis jetzt ist alles gut gelaufen. Wir haben hier eine ganz starke Lehrlings-Klasse.»

Bild: Querrinnen für den Michaelisweg. Foto: Louis Probst
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