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Geht es nach dem Regierungsrat, wird Stein ab dem Schuljahr 2029/30 der neue Mittelschulstandort im Fricktal. Allerdings handelt es sich nur um eine Empfehlung, die endgültige Entscheidung trifft der Grosse Rat. So ist einerseits die Freude bei Beat Käser, Gemeindeammann von Stein, auch noch verhalten, seine Amtskollegen Franco Mazzi (Rheinfelden) und Daniel Suter (Frick) wollen andererseits das Rennen um die Mittelschule auch noch nicht aufgeben.
JÖRN KERCKHOFF

«Wir müssen den Ball flach halten», macht Beat Käser deutlich, dass übertriebene Freude noch nicht angesagt sei. «Wir hoffen natürlich, dass der Grosse Rat der Empfehlung des Regierungsrats folgt, wir wollen den Grossräten aber nicht vorgreifen.» Allein schon deshalb, weil man dem Parlament nicht den Eindruck vermitteln wolle, dass die Entscheidung eigentlich schon gefallen sei. Das könne dazu führen, dass allein deswegen doch noch ein Stimmungsumschwung entstehe.

Weitere Effekte durch die Mittelschule erwartet
Gleichwohl hofft Käser darauf, dass der Grosse Rat der Empfehlung des Regierungsrats folgt und Stein tatsächlich den Zuschlag bekommt. Für den Gemeindeammann verbinden sich mit der Mittelschule verschiedene weitere positive Entwicklungen für die Gemeinde. «Durch die Mitarbeiter der künftigen Mittelschule kann es natürlich sein, dass die Gemeinde noch wächst. Ausserdem denke ich, dass der Detailhandel sowie die Gastronomie von den Schülern und Mitarbeitern profitieren würden.»
Einen weiteren möglichen Effekt sieht Käser im Bereich der ortsansässigen Unternehmen. Die Firmen Novartis und Erne hätten sich ebenfalls für Stein als Mittelschulstandort ausgesprochen. «Da gäbe es sicher Synergien, die genutzt werden könnten. Möglich wären etwa Praktika bei den Firmen, die jetzt schon oder künftig im Sisslerfeld angesiedelt sind», so Beat Käser.
Enttäuschung nach der Empfehlung für Stein herrscht dagegen beim Fricker Gemeindeammann Daniel Suter. «Wir mussten nach der Anhörung mit diesem Entscheid rechnen. Trotzdem bin ich enttäuscht», gibt Suter zu.

Noch nicht geschlagen geben
Geschlagen geben will sich Suter aber noch nicht: «Die Qualität unseres Standorts ist nach wie vor gut. Wir wären deshalb nicht überrascht, wenn die Grossräte bei der näheren Prüfung der Bewerbungen nochmals auf Frick zurückkommen würden. Die Trümpfe, die für Frick sprechen, sind immer noch die gleichen – erstens die hervorragende verkehrstechnische Erschliessung und Erreichbarkeit, zweitens das Synergiepotential mit dem benachbartem Oberstufenstandort und drittens das herausragende Einkaufs- und Dienstleistungsangebot in Fusswegnähe im Fricker Zentrum.» Ausserdem wäre die Mittelschule eine weitere willkommene Ergänzung des vielfältigen und attraktiven Angebots der Gemeinde Frick in ihrer Funktion als ländliches Zentrum, schliesst Suter das Plädoyer für seine Gemeinde.
Ernüchterung herrschte nach der Bekanntgabe der Regierungsrats-Empfehlung am Freitag auch bei Rheinfeldens Stadtammann Franco Mazzi. «Ich war natürlich sehr enttäuscht, insbesondere nach dem Lesen der entsprechenden Botschaft, in welcher die Standortempfehlung stark mit dem Entwicklungsgebiet Sisslerfeld begründet wird. Das hiess für mich, die Schule soll nach Ansicht des Regierungsrates eher dort entstehen, wo zukünftig vielleicht neue Arbeitsplätze entstehen werden, und nicht dort, wie sie jetzt bereits vorhanden sind – in Kaiseraugst, Möhlin, Rheinfelden, Magden und Zeiningen. Vor allem aber heisst diese Empfehlung, dass die Mittelschule nicht zu den bevölkerungsstarken Gemeinden mit 40% aller Gymnasialschüler zu liegen kommen soll. Die alle den Schulstandort zu Fuss oder mit dem Velo erreichen könnten.»

Rheinfelden eigentlich die die logische Entscheidung
Aber auch Mazzi will die Hoffnung noch nicht aufgeben, dass die Mittelschule nach Rheinfelden kommt und gibt sich kämpferisch: «Entscheidend ist ja der Beschluss des Grossen Rates. Wir werden die guten Argumente, die für Rheinfelden sprechen, noch besser darlegen müssen. Teilweise ergeben sie sich aus der Botschaft. Ganz wesentlich ist für uns, dass die Beurteilung der künftigen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen stärker zu gewichten ist und das Projekt Rheinfelden ökologische Vorteile hat.»
Für den Rheinfelder Stadtammann wäre die Zähringerstadt als Mittelschulstandort eigentlich die logische Entscheidung. «Rheinfelden ist als kantonale Kernstadt definiert. Die Mittelschule würde diese Rolle stärken. Es gibt im Aargau keine Mittelschule, die nicht in einer Kernstadt liegt. Und der Standort Rheinfelden erfüllt den Grundsatz des kantonalen Richtplans, dass neue Infrastrukturanlagen nach Möglichkeit mit bestehenden zu bündeln sind.»

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