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Das Gebiet Neumatt in Stein soll nach Emnpfehlung des Regierungsrats neuer Mittelschulstandort werden. Foto: zVg

(pd)  Im Fricktal soll eine neue Mittelschule entstehen. Notwendig ist dieser Schritt aufgrund des demografischen Wachstums im Aargau und den benachbarten Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt. Für die Errichtung der neuen Mittelschule im Fricktal unterbreitete der Regierungsrat der Öffentlichkeit drei geeignete Standorte in Frick, Stein und Rheinfelden zur Anhörung. Aufgrund einer Gesamtbeurteilung und unter Berücksichtigung der Anhörungsergebnisse schlägt er dem Grossen Rat nun das Areal Neumatt Ost in Stein als Standort für die neue Mittelschule im Fricktal vor. Für den Landerwerb und die weiteren Planungsschritte wird ein Verpflichtungskredit in der Höhe von 13,785 Millionen Franken beantragt.

Für den Standort der neuen Mittelschule im Fricktal wurden verschiedene Optionen geprüft. In der öffentlichen Anhörung wurden schliesslich drei geeignete Standorte präsentiert: Frick (Areal Ebnet), Stein (Areal Neumatt Ost) und Rheinfelden (Areal Engerfeld).

Viele Gründe sprechen für den Standort Stein
Unter Berücksichtigung der Arealbewertung und der Anhörungsergebnisse beantragt der Regierungsrat dem Grossen Rat den Standort Stein, Areal Neumatt Ost zur Errichtung der neuen Mittelschule im Fricktal. Für diesen Standort sprechen insbesondere folgende Faktoren:
• Durch die zentrale geografische Lage im Fricktal ist der Standort am Schnittpunkt der Bahnlinien Basel-Zürich und Basel-Laufenburg für das gesamte Fricktal gut erreichbar.
 • Das Areal Neumatt Ost mit seinen knapp vier Hektaren erlaubt eine optimale und flexible Setzung, Anordnung und Gestaltung der Gebäude. Es verfügt zudem über langfristiges Erweiterungspotenzial.
• Die Aufenthaltsqualität auf dem Areal ist für die Schülerinnen und Schüler sehr hoch, da es kaum
Belastungen durch Lärm- und Luftimmissionen aufweist.
• Der Standort hat grosses Synergiepotenzial mit der regionalen Leichtathletikanlage Bustelbach.
• Die Gebiete Stein, Neumatt und Sisslerfeld haben ein grosses langfristiges Entwicklungspotenzial: Einerseits ist ein Wohnschwerpunkt von überregionaler Bedeutung im Richtplan vorgesehen und andererseits ist das Sisslerfeld im kantonalen Richtplan als wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkt von kantonaler Bedeutung bezeichnet.
• Dank dem bereits bestehenden Schulgesetzeintrag (seit 1981) wird der Prozess der Standortfestsetzung um einige Monate beschleunigt.

Ergebnisse der öffentlichen Anhörung
Bei der Anhörung gingen insgesamt 120 Stellungnahmen ein. Darunter befanden sich die Antworten von 17 politischen Kantonal-, Bezirks- und Ortsparteien, 16 Gemeinden, 7 Verbänden und Organisationen, 3 weiteren Stakeholdern sowie 77 Einzelpersonen. Eine Mehrheit der Kantonalparteien, mehrere Verbände sowie Gemeinden sprachen sich dabei für den Standort Stein aus, eine Minderheit der Kantonalparteien, mehrere Verbände sowie Gemeinden sprachen sich für Rheinfelden aus. Für den Standort Frick sprachen
sich keine Kantonalpartei, wenige Gemeinden und weitere Teilnehmer aus.

Anträge an den Grossen Rat
In Hinblick auf die Errichtung der neuen Mittelschule auf dem Areal Neumatt Ost in Stein ist im kantonalen Richtplan die Festsetzung der Gemeinde Stein als Standort einer Mittelschule sowie die Erweiterung des Siedlungsgebiets notwendig. Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat die entsprechende Anpassung.
Für den Landerwerb, den Architekturwettbewerb und die weiteren Planungsschritte wird ein Verpflichtungskredit für einmalige Aufwendungen in Höhe von 13,785 Millionen Franken beantragt. Der Grosse Rat ist aufgrund des bestehenden Eintrags der Gemeinde Stein als Mittelschulstandort im Schulgesetz abschliessend für die Bewilligung dieser Mittel zuständig. Zudem muss der Geltungsbereich des Mittelschuldekrets auf die zukünftige Kantonsschule Stein ausgedehnt werden. Eine entsprechende Änderung des Dekrets wird ebenfalls mit der vorliegenden Botschaft beantragt.
 
Architekturwettbewerb anfangs 2022
Nach dem Beschluss des Grossen Rats wird unter Federführung der Abteilung Immobilien Aargau des Departements Finanzen und Ressourcen ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Nach mehr als 50 Jahren baut der Kanton Aargau erstmals wieder eine neue Schule. Gemäss Zeitplan sind weitere Beschlüsse des Grossen Rats im 4. Quartal 2023 (Projektierungskredit) und im 3. Quartal 2025 (Ausfüh-
rungskredit) vorgesehen. Die Inbetriebnahme der neuen Kantonsschule im Fricktal ist auf das Schuljahr 2029/30 vorgesehen.

Übergangsphase für Fricktaler Schülerinnen und Schüler in Planung
Aktuell besuchen je rund 300 Schülerinnen und Schüler aus dem Fricktal die Mittelschulen in den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt. Ende 2020 haben die vier Nordwestschweizer Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn eine Absichtserklärung für die Neuregelung
der gegenseitigen Aufnahme von Auszubildenden an die Mittelschulen abgeschlossen. Insbesondere sieht der Kanton Basel-Landschaft keine Möglichkeit mehr, über das Schuljahr 2024/25 hinaus neue Schülerinnen und Schüler aus dem Fricktal aufzunehmen. Ab Schuljahr 2025/26 bis zur Inbetriebnahme der neuen Schule wird deshalb eine Übergangslösung im Fricktal benötigt. Ein Verpflichtungskredit für die Ausführung der Übergangslösung wird dem Grossen Rat voraussichtlich im 1. Semester 2024 unterbreitet.
Die Übergangslösung muss per Beginn des Schuljahres 2025/26 in Betrieb genommen werden können.

Aargauer Mittelschulen: Entwicklungsstrategie 2045
Das prognostizierte demografische Wachstum der nächsten Jahrzehnte führt an den Aargauer Mittelschulen zu zusätzlichem Schulraumbedarf. Zudem gibt es im Fricktal inzwischen genügend Mittelschülerinnen und -schüler, um einen eigenen Standort auszulasten. Der Grosse Rat hat 2019 den
Planungsbericht zur räumlichen Entwicklungsstrategie für die Mittelschulen bis 2045 beschlossen. Der Bericht umfasst neun Leitsätze und beinhaltet nebst dem Ausbau bestehen der Standorte (Aarau, Baden, Wettingen und Wohlen) auch die Errichtung von zwei neuen Mittelschulen, je eine im Fricktal und eine im Aargauer Mittelland.
Weiter Informationen: www.ag.ch/bks

Bild: Das Gebiet Neumatt in Stein soll nach Emnpfehlung des Regierungsrats neuer Mittelschulstandort werden. Foto: zVg

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