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Kraft tanken, beispielsweise beim Biotop im Kaister Hardwald. Foto: Martina Degonda

Nach den coronabedingten Einschränkungen der letzten Monate machen sich nun Lockerungen bemerkbar. Gaststätten sind wieder offen, mehr Menschen dürfen sich treffen und auch die Grenze nach Deutschland ist tageweise wieder passierbar. Dies ist für viele positiv und gibt Hoffnung auf mehr Lebensfreude. Die wunderbare Landschaft im Fricktal kann letztere durch ihre vielfältigen Kraftquellennoch zusätzlich unterstützen. Dazu möchte ich Ihnen einige Ideen vermitteln.

MARTINA DEGONDA

Wie bereits in meinem letzten Beitrag «Gesundheit stärken im Fricktal» (Ausgabe Nr. 13 vom 31. März) beschrieben, sind Wälder sehr heilsam und nur schon eine halbe Stunde dort zu verbringen, wirkt stressreduzierend und gesundheitsfördernd. Somit empfehle ich meinen Klienten, sich so oft wie möglich im Wald zu bewegen, nach dem Motto: «Viel Gewinn bei wenig Kosten»! Allerdings ist nicht nur die Quantität wichtig. So kommt man auf grossen, bequemen Wegen im Wald zwar schneller voran, doch es lohnt sich, auch die kleinen, weniger begangenen Pfade zu benützen. Hier ist vieles noch in einem natürlicheren Zustand. Automatisch geht man achtsamer, meist auch langsamer und ist offener für Neues. Viele seltene Pflanzen und auch ganz besondere Orte, manchmal fast magische Plätze, sind so zu finden. Dann lohnt es sich, dort zu verweilen, vielleicht auch hinzusitzen und eine gewisse Zeit ganz ruhig zu sein, damit auch im Innern Ruhe einkehrt und neue Kraft getankt werden kann.

Kraft- und Lebens-Quellen
Eine Besonderheit, die heute fast nur noch in Wäldern zu finden ist, sind kleine Quellen. Sie sind nicht einfach zu entdecken, doch bergen sie eine wunderbare Vielfalt von Leben, und es lohnt sich, sie genauer zu betrachten. Da gibt es zum Beispiel winzige Bachflohkrebse – das Tier des Jahres 2021 – und Larven von Feuersalamandern.
Neben dem ganz Kleinen ist auch das Grosse faszinierend. Ein alter, über viele Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte gewachsener Baum strahlt etwas Majestätisches aus. Wenn wir anlehnen, können wir etwas von seiner tiefen Verwurzelung und Kraft, die alle bisherigen Stürme überdauert hat, wahrnehmen. Ein solcher Baum kann Rückhalt geben und helfen, wenn wir uns in einer schwierigen Zeit befinden.

Auf Schatz- bzw. Ressourcensuche
Wer im Wald lieber aktiver ist, kann auch eine Art Schatzsuche starten. Dazu gehen wir ohne spezielles Ziel, bis wir etwas entdecken, das uns als Ressource dienen könnte. Ist es ein kleiner Gegenstand, können wir ihn mit nach Hause nehmen oder andernfalls ein Foto davon machen. Zuhause haben wir dann die Möglichkeit, uns in stressigen Zeiten wieder damit «aufzuladen». Auch kommen uns beim Gehen oft Erinnerungen an frühere schöne Walderlebnisse. Wie war das doch damals als Kind im Wald, das Bräteln, die Beerensuche, das Versteckspiel usw. Auch diese Erinnerungen können für uns eine Kraftquelle sein.
Doch auch ausserhalb der Wälder lässt sich vielerorts Kraft schöpfen. Im Fricktal gibt es schöne Biotope (z.B. bei Kaisten, siehe Foto) und Teiche. An einem solchen Ort zu sitzen, die Pflanzen und andere Lebewesen – vielleicht auch Spiegelungen im Wasser – zu beobachten, bringt uns Ruhe und Gelassenheit.
So lassen sich in der schönen Natur des Fricktals sowohl im Kleinen wie im Gros­sen aktiv oder passiv neue Kraftquellen finden. Ich wünsche Ihnen viel Freude dabei!
Wer sich für weitere diesbezügliche Ideen interessiert, findet auf unserer Forschungswebsite www.ethnoresearch.ch unter «Westliches Gesundheitswesen» zusätzliche Anregungen.

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Martina Degonda Scheidegger, Dr. phil. eidg. anerkannte Psychotherapeutin, führt zusammen mit ihrem Ehemann Dr. phil. Paul Scheidegger in Zeihen eine Psychologische Praxis.

Unser Bild: Kraft tanken, beispielsweise beim Biotop im Kaister Hardwald. Foto: Martina Degonda
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