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Die Corona-Krise führt auch im Veranstaltungsbereich zu einem Digitalisierungsschub. Am Freitag, 22. Mai, geht die grenzüberschreitende Rheinfelder Kulturnacht in komprimierter Form online. Eine Notlösung, aber auch ein spannendes Experiment.

MARIANNE VETTER

Kreativ, überraschend, geistreich: Veranstalter und Kunstschaffende nutzen die Möglichkeiten des Internets, um auch in Corona-Zeiten ihr Publikum zu erreichen. Zwar lebt Kultur davon, dass sie live und direkt stattfindet, das Livestreaming bietet aber auch neue Möglichkeiten und Chancen. Streaming erlaubt den Blick hinter die Bühne. Die Zuschauer lernen die Künstler von einer anderen Seite kennen und zudem kann die Online-Übertragung an jedem Ort der Welt mitverfolgt werden.

 Eine Chance, die auch die Verantwortlichen der Rheinfelder Kulturnacht ergriffen. Das Konzept: Eine Live-Sendung aus dem Bürgersaal, bei der die Künstler mit einem Ausschnitt ihres Programms nach und nach eingeblendet oder live zugeschaltet werden.
«Dabei sind rund 30 Teilnehmer der ursprünglichen Kulturnacht vom 8. Mai. Also Bands, Ensembles, Chöre, Orchester, Kabarettisten, bildende Künstler, Tänzer oder Akrobaten beidseits des Rheins», freut sich Claudius Beck, Leiter des Kulturamts, Rheinfelden Baden, der zusammen mit seinem Team die eingesandten digitalen Aktionen sammelte und auswertete.

«Zweck der Kulturnacht ist ja, dass sich möglichst viele regionale Kunstschaffende präsentieren. Zu den Schweizer Künstlern gehören beispielsweise das «Feel Good Studio», die Musiker Cécile Mansuy und Mike Low, die bildende Künstlerin Margrit Imper-Hubler und Clownin Pimpinelly (Anke Bittkau) sowie das ‹Chorprojekt Rheinfelder Kulturnacht›.»

Gesendet wird sozusagen live aus dem heimischen Wohnzimmer, dem Garten, vom Balkon oder, wie unser Bild zeigt, aus der Trinkhalle in der Kulturbrunnenanlage. Die Moderation zur Sendung, die am Freitag ausgestrahlt wird, übernimmt der Chef des Kulturamts persönlich. Für das technische Knowhow sorgen freiberufliche Techniker, die auch sonst die Veranstaltungen des Kulturamts betreuen.
«Das waren zwei intensive Wochen», hält Claudius Beck fest. «Derzeit arbeiten wir am Sendeverlauf und sichten das noch eingehende Material.»

Die Absage der Kulturnacht war für alle Teilnehmer bitter, auch für die Mitglieder des Chorprojekts Rheinfelder Kulturnacht. «Als wir von der Möglichkeit des ‹Streamings› erfuhren, waren wir sofort dabei. Wenn nicht live, dann zumindest virtuell», so Jo Peeters.

Jo Peeters vertritt den Fricktaler Sängerbund im Vorstand des Aargauischen Kantonalgesangsvereins «Aargau singt» und hat eigens für die Kulturnacht ein Chorprojekt ins Leben gerufen, bei dem 15 Sängerinnen und Sänger mitwirken. Das Thema: Volkslieder aus aller Welt. Als Dirigenten konnte Peeters den Pianisten und Akkordeonisten Roberto Vacca aus Rheinfelden gewinnen.

 «Vor allem die Sänger stellt das Livestreaming vor Herausforderungen. Eine ungewohnte Situation. Im Livekonzert können die Akteure Energie und Spannung schöpfen. Beim Streaming-Konzert gibt es nur die Kamera. Das ist gewöhnungsbedürftig», hält Jo Peeters fest. «Und auch in Sachen Technik und Akustik heisst es erstmal: Learning by doing. Wir sind selbst wirklich sehr gespannt», fügt er an.

Nach zwei Wochen intensiver Arbeit feilt das Team um Kulturamtsleiter Claudius Beck noch am letzten Schliff zum Sendeverlauf. Heute Abend ist Generalprobe – im kleinsten Rahmen.

Bleibt die Frage: Könnten Sie sich vorstellen, das Experiment Livestream auch nach Corona durchzuführen? «Mal sehen, welche Erfahrung wir machen», so Beck. «Wir sind ja mehr für Live-Entertainment. Filme und Fernsehen können andere besser. Unser Ziel ist es, Menschen grenz- und kulturübergreifend einander näher zu bringen. Aber: Als Ergänzung sicher eine gute Möglichkeit. Doch das kollektive Erlebnis kann das Streaming nicht ersetzen.»

Kulturnacht online

Freitag, 22. Mai, 20 bis 22 Uhr. Zu erreichen über den Youtube-Kanal der Stadt Rheinfelden (Baden).

www.rheinfelden.de/kulturnacht2020

Bilder: Akteure des Chorprojekts Rheinfelder Kulturnacht in der Trinkhalle des Kulturbrunnens: Jo Peeters und Dirigent Roberto Vacca (hinten im Bild) nehmen mit zwei Sängern das Jiddische Lied «Wenn der Rebbe tanzt» auf. Fotos: Marianne Vetter; Bild unten: Dirigent Roberto Vacca im Element. Foto: zVg

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