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(rm) Auch bei der Musikschule Region Laufenburg werden in den letzten Wochen ganz neue Unterrichtsformen gelebt. Das Coronavirus hat die Lehrpersonen vor einige Herausforderungen gestellt und bevor hoffentlich bald der gewohnte Unterricht wieder startet, hier ein Interview mit Saxofon- und Klarinettenlehrer Rafal Jastrzebski und einer seiner Klarinettenschülerinnen, Sandrine. Nachfolgend erzählen sie, wie es ihnen in dieser speziellen Zeit geht.

Rafal, wie gehst du mit der momentanen Situation um?
Rafal: Es ist sicher für viele Lehrpersonen eine neue Situation, auch für mich. Es ist wie ein Sprung ins kalte Wasser für uns alle. Nach ein paar Wochen Onlineunterricht muss ich aber sagen, dass diese Unterrichtsform für viele meine SchülerInnen und mich auch sehr spannend ist. Die Corona-Krise hat mich auch provoziert, ein Handlungskonzept zum Thema «Fernunterricht» zu erarbeiten.

Wie schnell konntest du auf Fernunterricht umsteigen?
Rafal: Ich wollte sofort weiter für meine SchülerInnen da sein. Ich habe mich nach den Informationen über die Massnahmen vom Freitag, 13.März, sofort am Samstag und Sonntag  für den Onlineunterricht vorbereitet, um damit ab Montag, 16.März, zu beginnen.

Wie reagierten deine Schüler bzw. ihre Eltern darauf?
Rafal: Die Reaktionen sind eigentlich alle positiv. Manche Schüler haben es am Anfang ein bisschen komisch gefunden, aber nach den ersten Wochen Onlineunterricht habe ich nur positive Rückmeldungen erhalten. Ich sehe diese Situation nicht nur als Lehrperson, sondern auch von der Elternseite. Mein Sohn hat den Online Instrumental Unterricht sehr gut gefunden. Ich finde das auch sehr positiv, es hilft uns als Familie die Tagesstruktur zu bauen.

Welche Kanäle nutzt du, um deine Schüler zu erreichen?
Rafal: Ich nutze vor allem E-Mail, WhatsApp und Skype.

Was findest du gut am Fernunterricht?
Rafal: Ich musste mein Lernkonzept revidieren und mich an die neue Situation anpassen. Diese neuen Herausforderungen bringen sogar ein bisschen frischen Wind in die Unterrichtsroutine.

Welche Herausforderungen hast du angetroffen?
Rafal: Die Interne- Verbindung ist nicht immer gut genug. Das hat grossen Einfluss auf dieTonqualität. Es ist manchmal schwierig zu beurteilen, ob alles gut gespielt ist.

Was vermisst du am „normalen“ Unterricht am meisten?
Rafal: Ich vermisse den persönlichen Kontakt mit meinen Schülerinnen und Schülern. Ich mag meine Arbeit sehr, und profitiere auch als Mensch von diesem Kontakt - auch weil ich sehr tolle Schüler habe.

Was denkst du, was du evtl. für die Zukunft nach dem Lockdown übernehmen könntest?
Rafal: Ich sehe das E-Learning als sehr nützliche Ergänzung zum traditionellen Unterricht.

Jetzt zu dir Sandrine. Welches Instrument lernst du?
Sandrine: Klarinette

Wie lange spielst du schon darauf?
Sandrine: Ich spiele schon seit sechs Jahren.

Bist du in einer Band dabei? Wenn ja, was gefällt dir daran?
Sandrine: Ja, bis vor kurzem spielte ich in der Beginnersband mit und habe jetzt in die Jugendband der Musikschule Region Laufenburg gewechselt. Ich finde es toll, weil man mit anderen zusammen Musik machen kann und man Freundschaften knüpfen kann.

Warst du ausgerüstet für diese neue Art von Unterricht?
Sandrine: Ja, eigentlich schon. Ich hatte alles was es braucht: Notenständer, Noten, Instrument und Handy.

Was findest du gut am Instrumentalunterricht via Videochat?
Sandrine: Ich muss nicht extra mit dem Velo hinfahren, sondern nur in mein Zimmer gehen.

Was vermisst du am „normalen“ Unterricht am meisten?
Sandrine: Das reale Treffen

Aufgrund der gesundheitlichen Vorsorgemassnahmen kann die MSRL vorläufig keine Instrumentenvorstellungen und «Woche der offenen Tür» durchführen. Gerne hätte die Musikschule interessierten Kindern und Eltern alle Instrumente hautnah gezeigt. Auch das traditionelle Jahreskonzert findet leider nicht statt. Unentschlossene Neueinsteiger können sich gerne bei der jeweiligen Lehrperson für Auskünfte und Infos melden. Auch der Vorstand oder der Musikschulleiter stehen für Fragen zur Verfügung. Anmeldungen werden weiterhin mit Freude entgegen genommen. Auf der Homepage www.msrl.ch sind alle wichtigen Informationen zum weiteren Vorgehen sowie Termine, Mailadressen und Telefonnummern zu finden.
Seit einigen Tagen läuft die Video-Challenge. Musikschüler dürfen ein selber gemachtes Video mit einem Song, Stück, Übung oder Groove einschicken. Die Videos werden durch ein Lehrerteam bewertet und es winken tolle Preise. Einsendeschluss ist der 13. Mai 2020. Ob einfach kreativ, verrückt oder lustig oder alles zusammen - die Teilnehmer können ihren Ideen freien Lauf lassen. Die MSRL ist gespannt auf die Clips und wünscht viel Spass beim making of.
Die MSRL passt sich laufend den neuen Bestimmungen des Kantons an. Die aktuelle Massnahme dauert vorerst bis 8.Mai 2020. Die Kontinuität des Unterrichts ist den Verantwortlichen dabei besonders wichtig. Die Musikschülerinnen und -schüler haben im Moment die Chance viel Zeit mit der Musik und dem Üben zu verbringen.

Bilder: Klarientten-Schülerin Sandrine undSaxofon- und Klarinettenlehrer Rafal Jastrzebski. Fotos: zVg

 

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