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Die Waser Recycling und Entsorgung AG mit Sitz in Birsfelden investiert in ihren Standort in Rheinfelden. Ihr neues Büro- und Betriebsgebäude in Rheinfelden lässt sie ausschliesslich von Lehrlingen bauen. Beteiligt sind sieben Unternehmen aus der Region – ein aussergewöhnliches Projekt.

MARIANNE VETTER

Die besten Ideen entstehen in der Dusche, beim Einschlafen oder wie in diesem Fall beim gemeinsamen Mittagessen mit einem Geschäftskunden – mit Martin Meyer der Stamm Bau AG. Wäre es machbar, wenn Lehrlinge, das anstehende Bauprojekt planen und umsetzen würden?

 Marc Waser, Geschäftsleiter der Waser AG, ist seit 20 Jahren im Familienunternehmen tätig. Er kennt die Probleme in der Baubranche, vor allem was die Ausbildung der Lernenden betrifft. «Der Zeitdruck ist hoch. Oftmals komme die Praxiserfahrung bei den Auszubildenden zu kurz – gerade bei anspruchsvollen Arbeiten. Bei unserem Projekt erhalten die Lernenden die Zeit, die sie brauchen, dürfen Fehler machen und diese auch wieder beheben.»

Beim Bau des dreigeschossigen Betriebs- und Bürogebäudes im Industriegebiet Ost übernehmen die Lernenden die gesamte haustechnische Ausführung, Maurerarbeiten und den Holzbau. Ein Novum. Ganz ohne Aufsicht gehe es allerdings nicht, so Waser. Erfahrene Vorarbeiter und Poliere sind immer vor Ort. Zudem haben die jungen Männer einen beratenden Lehrlingsbetreuer an ihrer Seite, der auch in punkto Sicherheit auf die Lernenden schaut. Denken müssen die Auszubildenden aber selbst, jeder Arbeitsschritt wird eigenständig geplant, hinterfragt und ausgeführt. Das motiviert und spornt an, ist sich das Team einig.

Die Baukosten des Projekts blieben in etwa gleich hoch wie üblich, informiert Marc Waser, zwar seien die Lohnkosten etwas tiefer, aber die Bauzeit liege etwas höher. Er rechne damit, dass das Gebäude im Frühling 2020 fertiggestellt sei. Dabei hält er fest, «um die Kosten geht es nicht, es ist mir ein Anliegen, dass junge Menschen eine gute Ausbildung erhalten, und auch darum, den Handwerksberuf für die Jugend attraktiver zu machen.»

 Ende September wurde mit den Aushubarbeiten begonnen, seit Oktober arbeiten die Lehrlinge am Neubau des Büro- und Betriebsgebäudes, im Anschluss folgen die Umgebungsarbeiten. Ein Vorzeigemodell der Waser AG. Zum einen, weil es von Lehrlingen erstellt wird, zum anderen aber auch, weil das Betriebsgebäude den Bedürfnissen der Mitarbeiter voll und ganz gerecht werden soll. «Wir möchten für unsere Mitarbeitenden Räumlichkeiten schaffen, in denen sie sich wohlfühlen.» Neben ansprechenden Aufenthaltsräumen und Gartensitzplatz sind beispielsweise Garderobenschränke mit integrierter Belüftung und Trockner vorgesehen, damit die feuchte oder nasse Arbeitskleidung trocknen kann. Zudem werde ein Wäscheservice eingerichtet.

Und noch eine Besonderheit: Beim Neubau kommen ausschliesslich Recycling-Beton und Recycling-Kies zum Einsatz. Massgeblich beteiligt an dem innovativen Projekt sind neben der Waser AG die Stamm Bau AG aus Arlesheim sowie Unternehmen aus Rheinfelden, Kaiseraugst, Reinach und Basel.

Waser Recycling und Entsorgung AG
Der Standort Rheinfelden ist flächemässig der grösste Standort der Waser AG. Auf über 150 000 Quadratmetern werden heute jährlich ca. 17 000 Tonnen Abfälle und Wertstoffe entgegengenommen, aufbereitet und verwertet. Bis ins Jahr 2025 rechnet die Waser AG mit einer Steigerung bis auf 70 000 Tonnen pro Jahr.
Weitere Ausführungen: Einrichtung eines Schrottplatzes, Umbau der Sortierhalle für Bauabfälle, Inbetriebnahme neues Altholzrecycling-Werks. Eine Fotovoltaik-Anlage folgt in einem späteren Schritt.

Bilder: Schon jetzt ein Erfolgsmodell; die Lernenden sind mit grossem Engagement dabei; Den Blick in die Zukunft gerichtet, Geschäftsführer Marc Waser. Fotos: Marianne Vetter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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