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Ob im Verein, im Heim, in der Nachbarschaftshilfe oder Hausaufgabenbetreuung: Schweizweit ist jede fünfte Person freiwillig im Rahmen einer Organisation oder Institution tätig. Im Jugendrotkreuz können sich Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 30 Jahren für vielfältige Aktivitäten einsetzen. Joanna Freiermuth aus Möhlin ist eine von 30 Freiwilligen, die sich als Nachhilfelehrer beim Jugendrotkreuz Kanton Aargau engagieren.


MARIANNE VETTER

Das Team vom Jugendrotkreuz vermittelt den ersten Kontakt zwischen den freiwilligen Nachhilfelehrern und Interessierten. Wenn die Chemie stimmt, können die beiden Parteien selbstständig einen wöchentlichen Termin sowie einen Treffpunkt für die Nachhilfestunden bestimmen.

Joanna Freiermuth begleitet den 12-jährigen Baturay seit knapp fünf Jahren. Für die Familie Koc ein Segen. Vom Nachhilfeunterricht des Jugendrotkreuzes hat die Familie durch Bekannte erfahren – damals war Baturay in der zweiten Klasse – Hilfe war dringend nötig, erzählt die Mutter von drei Kindern. «Wir sind sehr froh, dass uns Joanna unterstützt.»

Oftmals sind es kleine Dinge, die Baturay in der Schule nicht richtig verstanden hat. «Ich helfe querbeet - von Deutsch über Englisch bis hin zu Mathematik.» Joanna unterstützt Baturay nicht nur bei den Hausaufgaben. Bei Prüfungsvorbereitungen, Präsentationen oder dann, wenns mal so ‹richtig klemmt›, legt sie gerne auch mal eine Zusatzstunde ein. Dass ihr die Arbeit mit Baturay Spass macht, ist nicht zu übersehen. «Es freut mich, wenn er weiterkommt.»

Joanna Freiermuth ist 22 Jahre alt und studiert Rechtswissenschaften in Basel. In meiner Schulzeit sind wir dazu ermuntert worden, uns sozial zu engagieren. «Ich bin dabei mehr oder weniger zufällig auf die Freiwilligenarbeit des Jugendrotkreuzes gestossen.» Seitdem engagiert sie sich beim Aargauer Jugendrotkreuz für die schulische Förderung von Kindern und Jugendlichen. Für Baturays Eltern wäre privater Nachhilfeunterricht eine nicht zu stemmende finanzielle Belastung. Baturays Bruder, der die dritte Klasse besucht, erhält ebenfalls von Joanna Unterstützung. Der Aufwand ist für Joanna minimal, wie sie sagt. «Das sind in der Regel zwei Stunden die Woche, die ich investiere. Das ist wenig, bewirkt aber sehr viel.»

Joanna ist es ein grosses Anliegen, dass Bildung für alle Menschen zugänglich wird. Oft verfügen Familien mit Migrationshintergrund oder Schweizer Familien an der Grenze des Existenzminimums nicht über die entsprechenden finanziellen Mittel, um ihren Kindern die nötige Unterstützung zu gewährleisten. Mit ihrem Einsatz entlastet sie die Eltern und hilft somit der ganzen Familie.

Auch Baturay bestätigt: «Ich lerne gerne mit Joanna. Früher habe ich immer Angst gehabt, in der Schule nicht mehr mitzukommen. Jetzt nicht mehr.» Sein Ziel: «Ich möchte eine Ausbildung als Chemielaborant beginnen. «Einige Schnupperpraktika habe ich schon hinter mir – meine Tante ist auch Chemielaborantin», erzählt er und fügt hinzu: «Das würde mir schon Spass machen.»

Frewillige gesucht
Das Angebot des Jugendrotkreuzes Aargau richtet sich an Kinder und Jugendliche, die zwischen 7 und 18 Jahre alt sind und Schwierigkeiten haben, dem Lernstoff in der Primar- oder Sekundarschule zu folgen. Wichtig ist, dass die Freiwilligen empathisch sind und Spass am Vermitteln von Wissen haben. Die Warteliste ist lang, deshalb ist das Jugendrotkreuz sowohl auf zusätzlich junge als auch ältere Freiwillige angewiesen. Interessierte können sich jederzeit direkt beim Jugendrotkreuz Kanton Aargau melden.

Bild: Wöchentlicher Nachhilfeunterricht: Joanna Freiermuth und Baturay.  Foto: Marianne Vetter

Kontakt
SRK Kanton Aargau
Jugendrotkreuz Kanton Aargau
Buchserstrasse 24
5000 Aarau
Tel. 062 835 70 48

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