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Rheinfelden, Möhlin, Mumpf, Wallbach und Stein wollen die Flusslandschaft des Rheins aufwerten und mehr Attraktionen an den Uferwegen bieten. In sämtlichen fünf Gemeinden sind grössere und kleinere Projekte geplant. Während die einen die Massnahmen jetzt aufgleisen, gibt es andernorts Rückschläge.
HANS CHRISTOF WAGNER

Gross waren die Ankündigungen bei der Auftaktveranstaltung in der Kurbrunnenanlage in Rheinfelden im Mai 2018. Politprominenz von beiden Seiten des Rheins war damals präsent: Bernhard Scholl, zu der Zeit Aargauer Grossratspräsident, ebenso wie ein hochrangiger Vertreter des Bundeslandes Baden-Württemberg, das auf der deutschen Seite die Planungen koordiniert. 42 Teilprojekte zwischen Stein/Bad Säckingen am Hoch- und Bad Bellingen am Oberrhein sind es insgesamt.
Gemeinsame Klammer ist das trinationale Projekt «Rheinliebe» der Internationalen Bauausstellung IBA Basel. Der Grossteil der Kosten, bis zu 70 Prozent, wird auf badischer und elsässischer Seite dank der EU-Mitgliedschaften Deutschlands und Frankreichs vom Förderprogramm Interreg getragen. Auf Schweizer Seite müssen Kanton und Gemeinden selbst mehr in die eigene Tasche greifen.

Rheinfelden: Verein IG pro Steg will mehr
In Rheinfelden soll der alte, 2011 abgebrochene Rheinsteg mittels einer in den Fluss hineinragenden Plattform wieder sichtbar werden. Diese soll über den Rundwanderweg Chleigrütgrabe angebunden werden, einem insgesamt knapp zwei Kilometer langem Weg, der in weiten Teilen schon besteht. Nur noch ein rund 75 Meter langes Teilstück von der Mündung des Chleigrütgrabens Richtung Aussichtspunkt muss neu erstellt werden. «Für den Rundwanderweg ist das Baubewilligungsverfahren gerade im Gange», berichtet Rheinfeldens Stadtschreiber Roger Erdin.
Die erforderlichen Gelder hat der Rheinfelder Souverän schon in der Sommergemeindeversammlung 2017 bewilligt – insgesamt knapp eine halbe Million Franken. Davon entfallen 160  000 Franken auf die geplante Plattform. Doch dem Verein IG pro Steg ist diese zu klein. Die von ihm favorisierte grössere Variante, die Brown-Nizzola-Plattform, kostet über 400  000 Franken – 250  000 mehr. Das fehlende Geld will IG pro Steg selbst auftreiben. «Wir sind auf gutem Weg. Uns fehlen zurzeit noch 80 000 Franken», berichtet Präsident Peter Scholer. Mit Crowdfunding, dem Sammeln von Unterstützungsgeldern übers Internet, sollen 35  000 Franken zusammenkommen. Etwa 3000 Franken sind es aktuell.
Ohne private Gelder soll es bei Baustein 3 der Rheinfelder Projekte gehen- der Neugestaltung der Unterführung beim Parkresort. 230 000 Franken sind dafür vorgesehen, die unter den Terrassen des ehemaligen Hotel des Salines und des Restaurants Park-Hotel gelegene Verbindung heller und freundlicher zu gestalten.

«Kann keine Zustimmung in Aussicht gestellt werden»
Ein Stück weiter rheinaufwärts, in Möhlin, hat das Projekt Rheinuferweg Rückschläge hinnehmen müssen. Dort, genauer am Schlossplatz, hatte die Gemeinde Plattformen mit Sitzbank, ein Schwimmsteg, eine Toilette und eine Umkleidekabine bauen wollen. Doch der Kanton hatte zu viele Bedenken: «Für den Schwimmsteg beim Schlossplatz kann keine Zustimmung in Aussicht gestellt werden. Die Plattformen im Bürkli, Fahrgraben und Schlossplatz müssen überarbeitet werden. Für die weitere Entwicklung und Gestaltung muss ein Landschaftsarchitekturbüro beigezogen werden. Zusätzlich ist für jeden Standort ein Gestaltungskonzept nötig», heisst es in den Beurteilungen aus Aarau.

Unverhältnismässig
«Der Planungsaufwand und die Kosten für die Umsetzung stehen in einem absoluten Missverhältnis. Somit ist es aus Sicht der Gemeinde Möhlin auch unverhältnismässig, die Projekte weiter zu verfolgen», sagt Melanie Stocker, Leiterin Hochbau. Zu dem, was an Möhlins Rheinufer schon jetzt an Attraktionen steht, wird also nichts hinzukommen. Stocker: «Möhlin hat schon mehrere tolle Erholungseinrichtungen entlang des Rheinufers. Diese sollen erhalten bleiben und es soll mit einer durchgängigen Signalisation den Bezug zur Rheinliebe geschaffen werden.»

Im Mumpf kamen die Bedenken nicht von Seiten des Kantons, sondern aus der eigenen Bevölkerung. Gegen das an der Wintergemeindeversammlung beschlossene Ja zu einer halben Million Franken für ein attraktiveres Rheinufer wurde das Referendum ergriffen. Zwar scheiterten die Initianten, aber: «Der Zeitplan geriet durch die Referendumsabstimmung in Verzug. Wir konnten die Arbeiten am Projekt erst im März wieder aufnehmen», berichtet Gemeindeschreiber Reto Hofer. Daher: «Vom Projekt Rheinuferweg ist in Mumpf noch nichts umgesetzt.»

 1,4 Millionen Franken in Stein
Im Wallbach hat jüngst der Souverän 3,12 Millionen Franken für den Hochwasserschutz bewilligt. In dem Zusammengang soll auch das Rheinufer mittels neuer Zugangsstellen aufgewertet werden – eine oberhalb des Pontonierdepots, eine bei der Brütschengasse.
Ein besserer Zugang zum Fluss ist auch in Stein Thema. Herzstück des 1,4-Millionen-Franken-Projekts, das dort geplant ist und für welches das Baugesuch derzeit (noch bis 5. Juli) aufliegt, ist das Areal Altes Zollhaus. Dort wird eine 20 Meter breite Uferplattform entstehen. Eine entlang des Lindt-Haus verlaufende Rampe soll die Plattform auch für Velofahrer, Menschen mit Gehbehinderung und Familien mit Kinderwagen erreichbar machen. Weitere Plattformen und Wassertreppen sind auf Höhe der Adler-Terrasse und gegenüber der Fridolinsinsel Bestandteil der Planungen. Im Themenbereich «Naturbeobachtung» haben Interessierte über ein Fernrohr die Möglichkeit, das Leben auf der unter Naturschutz stehenden Fridolinsinsel in den Blick zu nehmen. Beabsichtigt ist auch, die Badestellen der «Rhiviera» flussaufwärts in Richtung Rheinkraftwerk mit Grillstellen zu versehen.
Neben der Investition in neue Uferattraktionen wird ein Grossteil des Geldes schon dafür gebraucht werden, den maroden Belag des Steiner Rheinuferwegs zu erneuern und diesen unterhalb der Holzbrücke breiter zu machen.

Baustart im Herbst?
«Schon allein das wird für die ausführenden Baufirmen angesichts der beengten Platzverhältnisse logistisch eine Herausforderung sein», schätzt Steins Gemeindeschreiber Sascha Roth. Er hofft jetzt darauf, dass es möglichst wenig oder keine Einwendungen gegen das Projekt gibt. Alles sei mit dem Kanton im Vorfeld abgestimmt worden, so dass auch von dessen Seite keine Kritik mehr zu erwarten sei. «Wenn das alles so läuft, könnten die Arbeiten im Frühherbst starten», so Roth.

WC in der Brücke
Bei der ersten Vorstellung der Pläne 2017 hatten kritische Stimmen angeregt, dass man im Zuge der Rheinuferaufwertung auch das Thema Sanitäranlagen berücksichtigen sollte. In der Fussgängerdurchquerung der Fridolinsinsel gibt es schon Toiletten, die aber geschlossen sind. Diese sollen im Zuge der 2020 startenden Brückensanierung, für die der Kanton verantwortlich zeichnet, saniert und wiedereröffnet werden.

Bilder: Plattformen und Wassertreppen sind für den neuen Rheinuferweg auf Gemarkung Stein auch gegenüber der Fridolinsinsel Bestandteil der Planungen. Bauprofile zeigen schon jetzt den künftigen Standort an. So könnte das Leben am Rhein bald in Wallbach aussehen, hier oberhalb des Pontonierdepots. Fotos: Hans Christof Wagner//Visualisierung: zVg
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