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Die Anzahl der älteren Migranten ist in der gesamten Schweiz in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Jede vierte Person über 65 Jahre hat einen Migrationshintergrund, informiert das Departement Gesundheit und Soziales im Kanton Aargau. – Menschen, die in die Schweiz kamen, um zu arbeiten und später wieder in ihr Herkunftsland zurückkehren wollten – viele davon sind jedoch geblieben.


MARIANNE VETTER


In Rheinfelden leben derzeit rund 1000 fremdsprachige Menschen über 55 Jahre, so Stadtrat Dominik Burkhardt. Dies stelle die Institutionen im Alters- und Gesundheitsbereich vor neue Herausforderungen, auch deshalb, weil ihre Dienstleistungen die älteren Migranten nicht oder nur ungenügend erreichen. Statistiken zeigen: Im Vergleich zu den Schweizerinnen und Schweizern ist der Gesundheitszustand von Migrantinnen und Migranten schlechter und das Armutsrisiko im Alter höher.

Grund genug, sich über die künftige Lebensqualität der älteren Migranten in der Gemeinde Gedanken zu machen. Das Projekt «Alter und Migration Rheinfelden» widmet sich genau dieser Thematik. Es gehe darum, den sozialen Austausch und die aktive Beteiligung älterer Migranten am gesellschaftlichen Leben in der Gemeinde zu fördern, über bestehende Angebote – Spitex, Pro Senectute, Alzheimervereinigung, Besuchsdienste etc. – zu informieren und zu motivieren, die Strukturen vermehrt zu nutzen. Erreichen möchte man dies mit sogenannten ‹Brückenbauern› – Freiwilligen, die beispielsweise mit Gesprächsrunden, Spiele- oder Tanznachmittagen auf die Migranten zugehen.

Die Idee zum Projekt ist beim «Runden Tisch» von «mit.dabeiFricktal» entstanden. Anfang Jahres wurde die Arbeitsgruppe «Alter und Migration Rheinfelden» gegründet. Die Mitglieder sind: Dominik Burkhardt (Stadtrat), Frida Tapia (mit.dabei Fricktal), Linda Gaeta (kath. Kirche), Iris Reif (reformierte Kirche), Balz Scharf (Pro Senectute), Christian Singer (Senioren für Senioren), Anne Bretscher (gemeinnütziger Frauenverein). Die Erfahrung zeige, ältere Migranten verfügen oftmals nur über geringe Deutschkenntnisse und leben isolierter. «Vor 40 oder 50 Jahren gab es keine Massnahmen zur Integration», so Yvonne Kneubühler, Programmleiterin HEKS, Alter und Migration Aargau. «Diese Menschen haben viel für die Schweiz geleistet, verfügen über grosses Wissen und Können und oftmals auch über spannende Lebensläufe. Potenzial, das man stärken und nutzen sollte.»

Damit der Grundsatz «ambulant und stationär» in der Gemeinde gelebt und Kosten längerfristig im Lot gehalten werden können, sei es wichtig, dass auch Migranten die Angebote und Dienstleistungen der lokalen Institutionen in Anspruch nehmen. «Ältere Migranten haben besondere Bedürfnisse. Diese frühzeitig zu erkennen und entsprechende Massnahmen einzuleiten, kann sie befähigen, ihr Leben eigenverantwortlich und selbstbestimmt zu bestreiten, was letztendlich auch die Gemeinde entlastet», ist sich Dominik Burkhardt sicher. Am Mittwoch, 22. Mai, findet hierzu eine Informationsveranstaltung statt (siehe unten).

Brückenbauer gesucht?

Sprechen Sie Italienisch, Kroatisch, Serbisch, Bosnisch, Türkisch, Albanisch, Portugiesisch, Spanisch oder eine andere Sprache?

Kennen Sie ältere, zugewandertet Menschen, die in Rheinfelden leben?

Interessieren Sie sich für das Thema «Älterwerden?»
Kommen Sie vorbei!

22. Mai, von 18.30 bis 20.30 Uhr

Rotes Haus (Seffel-Raum)
Habich Dietschy Strasse 1
Rheinfelden

Anmeldungen:
Yvonne Kneubühler
,
Tel. 062 836 30 26

Oder einfach bei der Veranstaltung vorbeischauen

Bild: Yvonne Kneubühler, Programmleiterin HEKS, Alter und Migration Aargau, und Dominik Burkhardt, Stadtrat Rheinfelden, Leiter Steuergruppe mit.dabeiFricktal. Foto: Marianne Vetter

 

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