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 Offen, strukturiert, flexibel, belastbar – drei eidgenössische Diplome, Berufs- und Führungserfahrung – und keine Stelle. Esther Spörri aus Zeiningen war über ein Jahr arbeitslos. Dank «Tandem 50 plus» hat sie nun wieder einen Arbeitsvertrag in der Tasche.

MARIANNE VETTER


Als eine durch und durch frustierende Situation beschreibt Esther Spörri rückwirkend ihre Lage. Weit über 100 Bewerbungen hat sie in den vergangenen Monaten geschrieben. Bis auf zwei Vorstellungsgespräche war die Resonanz gleich null. «Besonders ‹zermürbend› war, dass mir bis auf zwei Ausnahmen nicht einmal die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch eingeräumt wurde. – Eine Absage folgte der nächsten. Man beginnt an sich selbst zu zweifeln und fühlt sich wertlos», so die 57-Jährige.

Für Yvonne Hürbin, Mentorin von Tandem 50 plus, kein Einzelfall. «Ab Mitte 40 wird die Jobsuche problematisch. Wer über kein gutes Netzwerk oder ‹Vitamin B› verfügt, hat schlechte Karten. Wirkliche Chancen gibt es da nur noch im Gesundheitswesen. Das ist traurig, aber leider wahr», fasst sie zusammen. Das müsste nicht so sein, denn ältere Arbeitnehmer haben viel Erfahrung, arbeiten effektiv und können so für ein Unternehmen sehr wertvoll sein. Entscheidend sei aber, dass diese ihre eigenen Qualitäten erkennen und auch entsprechend betonen, fährt sie fort.

Yvonne Hürbin ist eine der rund 80 Mentoren, die sich für das Projekt «Tandem 50 plus» stark machen. «Tandem 50 plus» ist ein Mentoring-Programm für arbeitslose Menschen ab 50 Jahren, die eine Arbeitsstelle suchen. Vier Monate lang werden die Stellensuchenden von Mentoren begleitet. Die Praxis zeigt: «Zu zweit kommt man besser voran».

Das Tandem «Hürbin/Spörri» steht für viele Erfolgsgeschichten des 2015 ins Leben gerufenen Angebots. «Als ich von dem Programm hörte und die Zusage des RAV (Regionales Arbeitsvermittlungszentrum) bekam, bin ich sofort aktiv geworden und habe mich mit benevol Aargau, die das Programm im Auftrag des Kantons durchführt, in Verbindung gesetzt. Das Erstgespräch mit der Programmleiterin Brigitte Basler machte mir wieder Hoffnung», erzählt Esther Spörri. Es dauerte gerade mal eine Woche und Brigitte Basler hatte mit Yvonne Hürbin eine passende Mentorin aus dem Fricktal gefunden. Es folgte ein weiteres Gespräch, bei dem Programmleiterin, Mentorin und Stellensuchende an einem Tisch sassen. Ziele und Ewartungen wurden abgklärt. Das Trio war sich einig: «Die Chemie stimmt» – das A & O eines erfolgreichen Tandems.

«Für mich war es ein Glücksfall, Yvonne Hürbin an meiner Seite zu wissen. Sie baute mich regelrecht auf und wir suchten gemeinsam nach neuen Wegen. Welche Möglichkeiten gibt es noch? – Eine spannende Zeit, die mich herausforderte, in der ich lernte, alte Denkmuster loszulassen. Alleine hätte ich das wohl nicht geschafft», so Esther Spörri, die zu Monatsbeginn ihre neue Arbeitsstelle im Alterszentrum Alban Breite in Basel antreten konnte. – Die Zahlen sprechen für sich: zwischen 60 und 70 Prozent der «Tandem 50 plus»-Teilnehmer finden wieder eine Arbeitsstelle. Nicht zuletzt dank der gut ausgebildeten und gestandenen Persönlichkeiten, die sich als Mentoren zur Verfügung stellen.

Yvonne Hürbin ist seit eineinhalb Jahren als Mentorin bei «Tandem 50 plus» im Einsatz. Unentgeldlich. «Ich würde mich nicht als sogenannter Gutmensch bezeichnen, aber ich möchte unserer Gesellschaft etwas zurückgeben», bringt sie ihr ehrenamtliches Engagement auf den Punkt. Yvonne Hürbin war viele Jahre in der Bankenbranche tätig, heute wirkt sie in den Bereichen «Schulergänzende Bildungsangebote», Coaching und Erwachsenenbildung. «Wir alle kennen diesen Moment, wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht. Hier setzt das Programm an. Als neutrale Person hören wir zu, beraten, geben Inputs und unterstützen beispielsweise beim Entwerfen von Lebensläufen oder Motivationsschreiben.» Letzteres gehe einem nach der hundertsten Absage nicht mehr so leicht von der Hand, weiss auch Esther Spörri aus eigener Erfahrung. Sie ist sehr dankbar für die Unterstützung und wünscht sich, dass das Programm «Tandem 50 plus» mehr Beachtung findet. «Viele Arbeitslose wissen einfach nicht, dass es diese Hilfe gibt.»

Tandem 50 plus
Teilnehmen kann, wer zwischen 50 und 65 Jahre ist und beim zuständigen RAV im Kanton Aargau arbeitslos gemeldet ist. Nach der Anmeldung wird der/die Stellensuchende zum Erstgespräch eingeladen. Erwartungen an das Programm werden besprochen und ein passender Mentor wird gesucht. www.tandem-ag.ch

Bild: Starkes Team: Mentorin Yvonne Hürbin, Kienberg/Frick, und Ex-Stellensuchende Esther Spörri aus Zeiningen. Foto: Marianne Vetter

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